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Alles gegeben – Anne Kremer

Mit dem Turnier auf der Kockelscheuer ist Anne Kremer aufgewachsen. Mit ihrem dortigen Abschiedsspiel schließt sich für die beste luxemburgische Tennisspielerin nach 14 Profijahren der Kreis. 

Mit einem gemischten Doppel beenden Sie auf Kockelscheuer Ihre internationale Karriere. Welches Gefühl ist das?
Seit der Niederlage im Fed-Cup stand für mich fest, dass es mein letzter internationaler Auftritt war. Natürlich ist es nicht einfach. Tennis nimmt einen großen Teil in meinem Leben ein. Es war meine Passion und ich habe es gerne getan.

Würden Sie den Weg so wieder gehen?
In großen Zügen sicherlich ja. Aber es gibt Dinge, die ich im Nachhinein verbessern würde. Doch ich habe mir nichts vorzuwerfen und bin sicher, alles fürs Tennis gegeben zu haben. Ich habe stets mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln gekämpft.

Wie sind Sie zum Tennis gekommen?
Da meine Eltern beide Tennis spielten, war klar, dass mein Bruder und ich den Schläger ebenfalls in die Hand nehmen. Mit drei Jahren fing ich an der Mauer an. Meine Eltern haben mich stets unterstützt, ohne mich zu pushen. Sie haben mir erlaubt, meinen Weg zu finden und mir die Möglichkeit gegeben, meinen Traum vom Profitennis auszuleben.

Wann beschlossen Sie, Ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen?
Ich habe erst einmal mein Abitur gemacht und zwei Jahre in den USA studiert. In den Ferien war ich erfolgreich und habe erst mit 22 Jahren entschieden, im Profizirkus einzusteigen. Das ist wohl der Grund, warum ich nicht schon mit Ende 20 ausgebrannt war.

Hat Ihnen das ständige Reisen, Jetlag und tägliches Training nicht zugesetzt?
Das Leben aus dem Koffer ist mir nicht schwer gefallen. Während vierzehn Jahren zehn von zwölf Monaten unterwegs zu sein, war für mich keine Qual.

Wie fühlt sich Ihr Körper heute an?
Ich fühle mich sehr gut und fit. Nur meine Handgelenke sind den schweren Belastungen des Tennisspielens nicht gewachsen. Alle anderen Gelenke sind intakt.

Wann spielten Sie ihr bestes Tennis?
Im Jahre 2002 spielte ich eine sehr konstante Saison und ich stand nicht umsonst auf Rang 18 der Welt. Dann hat mich eine langwierige Handgelenkverletzung ausgebremst.

Wo lagen Ihre Stärken und Schwächen?
Ich war sehr konstant und fehlende Kraft konnte ich mit Schnelligkeit kompensieren. Wegen meiner geringen Körpergröße fehlte es mir vielleicht etwas an Explosivität und einen Killerschlag hatte ich auch nicht.

Was bedeuten die Luxemburg Open auf der Kockelscheuer für Sie?
Für mich war es stets eine Ehre, beim Turnier der IWTP dabei zu sein. Auch wenn mir die Auftritte vor heimischem Publikum nie sehr gut gelungen sind weil ich besonders gut spielen wollte. Zudem kommt der Untergrund meiner Spielweise nicht entgegen.

Wie sieht eigentlich Ihre Zukunft aus?
Im Moment widme mich meinem Fernstudium in Sportökonomie an der Uni Saarbrücken. Ganz werde ich meinen Sport nicht aufgeben und dem TC Howald in der Interklubmeisterschaft zur Verfügung stehen.

Galerie zum Abschiedsspiel bei den BGL-Paribas Open

Die 38-jährige Hauptstädterin ist bekennende Pizza und Pasta Liebhaberin. 1995 erreichte Anne Kremer in Los Angeles zum ersten Male das Hauptfeld eines WTA Turniers. Zu ihren schönsten Erlebnissen zählt Anne Kremer die Siege gegen die Top Ten Spielerinnen Arantxa Sanchez Vicario, Marie Pierce, Kim Clijsters und Jelena Dokic, sowie die drei Olympiateilnahmen in Atlanta 1996 , Sydney 2000 und Athen 2004. 1993, 1998 und 1999 war sie Sportlerin des Jahres, 2000 gewann sie in Auckland (Neuseeland) und Pattaya (Thailand)zwei WTA Turniere und nahm insgesamt 1.567.313 Dollar an Preisgeld ein.

Interview: Nico Tedeschwilli, Fotos: Georges Noesen

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Author: Georges Noesen

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