Audi Summit 2017 Barcelona
Man musste sie sich genüsslich auf der Ohrmuschel zergehen lassen, die von Superlativen gesättigte Rhetorik der völlig elektrisierten Mannen aus der Marketing-Abteilung von Audi: „Im urbanen Hotspot der katalanischen Metropole Barcelona erleben Multiplikatoren aus Medien, Finanzwelt, Handel und Verbänden neue Angebote für digital vernetzte und nachhaltige Mobilität in der Smart City der Zukunft.“ Klartext: Als Gipfel der Gefühle ist in der Wiege der Illuminaten, Ingolstadt, nicht etwa der K2 anzusehen, sondern wie immer der A8. Da mussten wir hin, selbst wenn der Umweg über Barcelona führte.
Fotos: Audi
Die Rede geht vom Audi Summit 2017 in der katalanischen Hauptstadt, einem „Event“, das mit reichlich Tamtam Kommerz, Technik-Symposium und eine Menge lautstarke Unterhaltung verband. Ein Novum in Blau-Weiß. Als Einführung in die Materie sollte eine einstündige „Produkt-Inszenierung mit rund 70 Automobilen und einer Markenerlebniswelt“ mit Exponaten und Vorträgen dienen. Mitten drin, statt einfach nur dabei, das von Grund auf kielgeholte Firmen-Flaggschiff Audi A8 der vierten Generation, als ideales Transportmittel auf dem Weg zur „Premium Digital Car Company“ gepriesen. Kunal Nayyar, ein mehr oder weniger unbekannter britischer Schauspieler („The Big Bang Theory“), machte die Einleitung nach einer furiosen ersten Tanzeinlage und sogleich rollten Mattias Ekström und Walter Röhrl in ihren jeweiligen Arbeitsgeräten auf die Bühne, Ekström in seinem Audi S1 EKS RX quattro, mit dem er die FIA Rallyecross-Weltmeisterschaft bestreitet, Walter Röhrl im nicht minder legendären S1, mit dem er 1987 die Pikes Peaks gewann.

Horch, ick hör dir trapsen
Audis steiniger Weg in die Oberklasse begann eigentlich erst im Jahr 1979 mit dem Audi 200 (Typ 43), einem Ableger des Audi 100 C2, also im Grunde genommen ein Audi NSU Auto Union AG-Modell der oberen Mittelklasse, das von 1976 bis 1982 gebaut wurde. Dessen Vorgänger, der C1, wurde im Heimatland noch als „Prokuristen-Mercedes“ verunglimpft, als ein Auto angesehen, das nicht für die Mächtigen selbst konzipiert, sondern bestenfalls für ihre Stellvertreter, für deren ambitionierten Unterlinge gedacht war. Das konnte auf die Dauer nicht genügen. 1983 rollte der Audi 200 (Typ 44) in die Chefetage, der auf dem 100 C3 basierte, 1988 kam dann der Audi V8 als erstes eigenständiges Modell – das allerdings auch wieder auf dem Audi 100 fußte. Im Jahr 1983 wurde das Audi Space Frame Concept Car (ASF) auf der IAA vorgestellt, das im Folgejahr schließlich als Audi A8 auf den Markt kam und den Sturm auf die Mercedes S-Klasse und den 7er BMW blies. Nach acht Jahren wurde der Ur-A8 (intern D2) im November 2002 vom D3 abgelöst und 2010 kam der D4, der jetzt dem ganz neuen Achter den Platz räumt. Die kräftigsten Motorisierungen sind der seit Januar 2011 erhältliche 6,3-Liter-FSI-Zwölfzylinder in W-Bauweise mit 500 PS sowie der 4,0-Liter-TFSI-V8 mit Biturbo, der im Audi S8 520 PS und im S8 plus sogar 605 PS leistet.
Im letzten Jahr (2016) belief sich der Umsatz der Audi AG auf 53,9 Milliarden Euro, das Operative Ergebnis betrug 3,1 Milliarden Euro. Audi musste dafür 1,868 Millionen Autos verkaufen, plus noch einmal 3.457 Einheiten der 100-prozentigen Konzerntochter Lamborghini sowie 55.451 Motorräder der zweiten italienischen Tochter Ducati. Für Audi arbeiten etwa 80.000 Menschen, mehr als 60.000 davon allein in Deutschland.



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