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Auge in Auge mit Raubkatzen

Einmal mit Geparden auf Tuchfühlung gehen – dieser Lebenstraum ging 2012 für Miriam Mende in Erfüllung. Auf einer Safari in Namibia konnte die Tierheilpraktikerin die zahmen Samtpfoten aus nächster Nähe beobachten und ablichten.

Interview: Chiara Fuljahn (revue@revue.lu) / Fotos: Miriam Mende, Cheethas Rock

Wie kamen Sie auf die Idee, an einer Safari teilzunehmen?
Schon seit meiner Kindheit bin ich sehr tierlieb und finde es sehr interessant das Verhalten von Tieren zu beobachten – insbesondere Katzen haben es mir angetan. Als mir eine Freundin ein Foto zeigte, wie sie vor vielen Jahren mit einem Gepard auf einer Wiese sitzt, ließ mich der Gedanke nicht mehr los so etwas auch einmal erleben zu müssen.

Was waren die nächsten Schritte?
Ich begann mich mit dieser wunderbaren Tierart zu befassen, las viel darüber und informierte mich, wo man diesen stolzen Tieren begegnen kann. Es gibt mittlerweile viele Veranstalter, die spezielle Reisen anbieten in die unterschiedlichen Nationalparks in Afrika. Unsere Wahl ist auf den Etosha-Nationalpark in Namibia gefallen. Wir haben uns als Safari-Anfänger zunächst für eine geführte Tour entschieden, denn durch die Guides bekommt man viel Hintergrundwissen.

„Ich habe mir Zeit genommen, um die Tiere und die Umgebung zu beobachten und konnte so alles auf mich wirken lassen.“ Miriam Mende

Wie lief die Tour genau ab?
Im Nationalpark gibt es zunächst eine Einführung. Uns wurde erklärt, welches Verhalten wir vermeiden sollten, beispiels-weise während der Fahrt das Auto zu verlassen. Die wichtigste Regel lautet, dass man die Tiere nicht in ihrem Lebensraum stört. Leider halten sich viele Leute nicht daran. Ich habe mir Zeit genommen, um die Tiere und die Umgebung zu beobachten und konnte so alles auf mich wirken lassen. Mit der Unterstützung der Guides, die genau wissen, wo sich die Tiere aufhalten, war dies auch sehr gut möglich.

Der Gepard: Steckbrief

Cheethas-Rock-(12)Lateinischer Name: Acinonyx jubatus
Heimat: Savannen, Steppen und Halbwüsten, hauptsächlich in Afrika
Größe: Bis zu 2,20 Meter lang, 70 Zentimeter misst der Schwanz
Körperbau: Der Gepard kann seine Krallen nicht einziehen, beim Sprint verhindern sie das Abrutschen der Pfoten. Damit kann er die maximale Kraft in Geschwindigkeit umwandeln. Der aerodynamische Körper wird durch den langen Schwanz ausbalanciert.
Gewicht: 25 bis maximal 60 Kilogramm
Alter: In freier Wildbahn werden Geparden bis zu acht Jahre alt, in Zoos können sie sogar älter als zehn Jahre werden.
Lieblingsessen: Ihre Beute sind kleine Huftierarten wie Gazellen oder Böckchen. Diese werden einfach überrannt, zu Fall gebracht und mit einem Biss in die Kehle erstickt. In Notzeiten frisst der Gepard auch Hasen, Kaninchen, Vögel.
Besonderheiten: Mit bis zu 110 km/h ist der Gepard das schnellste Landsäugetier der Welt. Er ist im Gegensatz zu anderen Raubkatzen tagaktiv, um Konfrontationen mit anderen Raubtieren aus dem Weg zu gehen.

Konnten Sie die Geparden auf Ihrer Tour auch anfassen?
Nein, bei meiner Safari im Etosha-Nationalpark war nur das Beobachten und Fotografieren möglich. Hautnah kann man die Geparden auf Gepardenfarmen in Namibia erleben, wo diese bedrohte Tierart einen besonderen Schutz erhält, und z.B. verwaiste Gepardenbabys aufgezogen werden. Dort ist es möglich als sogenannter Volunteer bei der Schutzarbeit mitzuwirken und Freiwilligenarbeit zu leisten. Dabei kommt man den Tieren wirklich sehr nah, denn man ist zuständig für die gesamte Pflege und Aufzucht der Tiere. Der Großteil der Fotos ist jedoch auf Cheethas Rock in Spanien entstanden, wo eine Familie Geparde privat auf einem riesigen Areal naturnah und artgerecht hält.

Wie fühlte es sich an, diesen Raubkatzen so nahe zu sein? Hatten Sie keine Angst?
Kurz vor meiner ersten wirklich nahen Begegnung mit einem Gepard war schon ein bisschen Angst vorhanden, aber diese Angst fiel in dem Moment von mir ab, als ich den Gepard schnurren hörte. Inzwischen empfinde ich bei den Begegnungen nur noch eine große Freude. Die Geparden sind äußerst friedlich, mögen es in menschlicher Gesellschaft zu sein und genießen menschliche Streicheleinheiten.

Welche Eindrücke nahmen Sie von den Begegnungen mit den Geparden mit nach Hause?
Geparden strahlen eine solche Ruhe aus. Natürlich sind sie auch wunderschön anzusehen. Für mich ist es aber vor allem die Verbundenheit mit einem eigentlich wilden Tier, die mir immer wieder Frieden und Glücksgefühle schenkt.

Cheethas-Rock-(14).hbjpgMiriam Mende
Die Deutsche, 40, ist seit 2006 als Sprachtherapeutin in eigener Praxis tätig. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit ihren Tieren und Tierfotografie. Ebenfalls hat Sie eine Ausbildung als Tierheilpraktikerin abgeschlossen. Miriam Mende lebt in Hessen und züchtet privat Maine-Coon-Katzen, die sie auch schon nach Luxemburg vermittelt hat.

Author: Martine Decker