Und staunen darüber, wie beim „Zaepert“-Projekt rund 40 Künstler die abrissreife Halle des ehemaligen neuen Escher Schlachthofs in eine einzigartige Kunstgalerie verwandelt haben – unter mitunter extremen Bedingungen.
Fotos: Daisy Wagner
Verfluchter Regen! Und unangenehm kalt ist es auch. Doch niemand scheint sich daran zu stören. Man trägt Wollmützen und Anoraks und außerdem ist man ständig in Bewegung. Daniele Bragoni schleppt die Teile seiner Marmorskulptur über den Parkplatz und hat bei gefühlten Minustemperaturen sogar die Hemdsärmel hochgekrempelt. Jo Malano sprayt an seinem Graffiti. Raphael Gindt sucht nach einem Wasserhahn. Es wird gebohrt und gehämmert. Überall liegt Werkzeug. Zwischen weißen Gipstauben, Blumenerdesäcken und einem gestrandeten roten Wagen.
Wer Trash mag, wird begeistert sein über das, was in der Halle des ehemaligen neuen Schlachthofs passiert. „Et ass eng nei Erausfuerderung“, so Théid Johanns, der das Projekt „Zaepert“ zusammen mit Daisy Wagner, Jeff Keiser und Sergio Sardelli geboren hat. Im Vergleich zur vorherigen Kollektivausstellung „Quartier 3“, die in einem Einfamilienhaus stattfand, spielt sich der neue Event nicht in einzelnen Zimmern, sondern in einem gigantischen Raum mit vier Meter hohen Wänden ab. „Hei muss een sech fir d’éischt emol integréieren.“ Es geht nämlich nicht darum, einfach nur sein Ding zu machen, das Ganze soll sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen. „Et muss visuell funktionéieren, et dierf net kippen.“
Es geht nicht darum, dass jeder einfach nur sein Ding macht, das Ganze soll sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen.
Unter den rund 40 Künstlern, die mitmachen, sind bekannte Namen wie Gérard Claude und Dani Neumann, Generation Art-Ex-Kandidaten Joëlle Daubenfeld und Eric Mangen sowie viele junge Talente, die sich die Chance nicht entgehen lassen wollen, Teil einer ganz besonderen Bewegung zu sein. Es gibt keine Jury, keine Bewertung, keine Bewerbung, keine Verträge, jeder darf ausstellen – unter der Voraussetzung, dass er „en eegent Gesiicht huet“. Natürlich ist schon ein gewisses Level von Bedeutung, und so wenig es in Frage kommt, 40 abstrakte Maler auszustellen, so unvorstellbar ist ebenfalls, dass aus dem Kollektiv irgendwann ein „fester Club“ wie das LAC oder der CAL wird. „Mir wëllen eis net agrenzen, mee op bleiwen.“
Alle arbeiten „fir sech a gläichzäiteg fir de Raum“.



















