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Banzai Bugatti

Banzai Bugatti!

Am Morgen der Abreise vom Tokioter Autosalon trafen wir rein zufällig die Teilnehmer der diesjährigen „Festa Mille Miglia“ auf einem Hotelparkplatz in Tokio-Narita. Diese „Italy-Japan Friendship Rally“ findet seit 1997 alljährlich statt und mobilisiert ein paar mehr oder weniger betuchte Enthusiasten, die auch zwischen zwei Rennen ihre Zeit nicht damit verbringen, einfach nur müßig am Hungertuch zu nagen. Wie im letzten Jahr gewann auch in diesem Jahr das Ehepaar Takemoto die Rallye, diesmal auf einem Bugatti T35 von 1926. Die italienischen Fabrikate waren in der Überzahl, aber auch englische Roadster und sogar ein paar Raritäten aus Frankreich waren vertreten, darunter – neben den Bugattis, die den Sieg unter sich ausmachten – ein Panhard Dyna 100 X85 und ein sehr seltener Simca 8 Sport,d er einem bekannten japanischen Simca-Sammler gehört.

In der internationalen Vintage-Ecke  standen ein Alvis 4.3 Litre Vanden Plas Tourer von 1937 (Startnummer 24), ein Aston Martin DB 2/4 von 1954 neben einer Alfa Giulietta Spider 750 von 1958, ein Aston Martin Mk 2 von 1934 (Startnummer 16) in grimmigem Racing Green, dann die beiden Bugatti T35 von 1926, daneben ein Bentley Standard 3 Litre von 1926 (Startnummer 5) neben einem MG Type N Magnett von 1935. Es war wie Weihnachten und Ostern zusammen für einen “Car Geek” wie unsereins.

Die Italiener waren bei dieser italo-japanischen Freundschaftsrallye natürlich gut vertreten, um nicht so sagen in der Überzahl. Viele Raritäten auf Fiat-Basis, von Frua, Bandini, Pininfarina, Stanguellini, oder vom Rennfahrer Sergio Sighinolfi ausgetüftelt, waren absolute Highlights auf dem Parkplatz. Im roten “Line-up” unten sind zu sehen (von links nach rechts): Bandini 100 Sport von 1947 (n° 29), Fiat 1100 Pininfarina Coupé von 1955 (n° 72), Fiat Ghia Coupé von 1954 (n° 59), Fiat Frua Coupé von 1953 (n° 56), Fiat Sighinolfi 1100 S von 1949, Lancia Flaminia Sport, OSCA MT4 der “Fratelli Maserati” von 1949 (n° 39) und Stanguellini 1100 Sport Bialbero von 1949 (n° 36).

Fast schon ein Exot in seinem eigenen Land, der Toyota 2000 GT von 1968. In italienischem Rot, versteht sich. Absolut selten auch der Arnolt Bristol von 1954. Der amerikanische Hersteller Arnolt mit Sitz in Chicago und Warsaw, Indiana, bot Abhandlungen von vier renommierten Autoherstellern an, allesamt für seine Zwecke von Bertone eingekleidet. Diese basierten auf Modellen von MG, Bentley, Aston  Martin und Bristol. 1955 schlenderte Lee Marvin durch die Hallen der Pariser Auto Show, sah den Arnolt Bristol und kaufte sofort einen. 1968 ging die Firma trotzdem bankrott.

Von links nach rechts: Arnolt Bristol von 1954 (n° 62) und Alfa Romeo GTA, Panhard Dyna 100 X85 von 1951 (n° 48), Triumph TR2 von 1955 (n° 70), Toyota 2000 GT von 1968 (n° 95), Simca 8 Sport von 1951 (n° 50) sowie Mercedes 300 von 1955(n° 78).

Eric Netgen

Chefredakteur autorevue

Author: Eric Netgen

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