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Belgische Ampelkoalition

Eigentlich war es ein auf die Kunden und Händler zugeschnittenes Event, aber weil der PR-Mann von Mercedes BeLux so lieb war und uns dazu einlud, wir zudem noch nie auf dieser legendären Rennstrecke unsere Runden drehen konnten, sagten wir natürlich sofort zu: AMG Track Day in Zolder… Gentlemen, start your engines!

Fotos: Tino Jacobs, Jeroen Peeters, Eric Netgen

Mobile Fitness-Clubs wie die M GmbH aus Bayern, Ferdinands Pferdestall aus Stuttgart oder die Mercedes-AMG GmbH aus Baden-Württemberg genehmigen sich und ihren Kunden regelmäßig den einen oder anderen „Track Day“ auf einer schönen Rennstrecke. Das schmiedet die „Community“ zusammen und sorgt für nachhaltigen Tonus in den Auftragsbüchern, denn wer auf diese Art – vielleicht sogar zum allerersten Mal in seinem Leben – mehr als nur die unteren zehn Prozent des Potenzials seines schnellen Autos ausloten darf, überlegt sich womöglich, ob er nicht ein neues, noch einen Tick kräftigeres Fortbewegungsmittel braucht. Das ist die Überlegung der Hersteller, eine ganz simple Rechnung, die zumindest bei den männlichen Kunden öfters aufgeht, weil sie direkt am Hirn vorbei ins Rückenmark trifft.

In Zolder standen die Freizeitpiloten also Spalier, während die nicht fundamental neue, aber immer noch viel Sex Appeal ausdunstende AMG-Riege für die Strecke aufbereitet wurde. Darunter waren zwei für so genannte Taxi-Fahrten reservierte GT4, mitsamt „Spinal Tap“-Potenziometer für ABS und Traktion, die nicht nur bis „10“ sondern bis „11“ reichten, wie die Bilder aus dem gelben, dereinst vom belgischen Pressekollegen Stéphane Lémeret chauffierte Geschoss aus der GT4 European Series belegen.

Danach wurden dann die zivilisierteren Modelle zum Selberlenken wie eine Blechhaut übergestreift, die aus diversen GT 63 S als Coupés oder Viertürer, C 63 S, CLA, E-Klasse T-Modell, GLE und so weiter und so fort bestanden. So ging es den ganzen Tag nach dem Ringli-Ringli-Rosen-Prinzip im munteren Reigen um den Rundkurs, die Autos wurden im offenen Schlagabtausch gewechselt und nur eine einzige Empfehlung hatte man uns mit auf den Weg gegeben. Und zwar: Vorsicht vor den Kerbs! Es hatte die ganze Nacht wir aus Kübeln gegossen und nun hieß es in Zolder „Land unter“, folglich waren die bunt kolorierten Bordsteine in den Kurven aalglatt und keineswegs als Sprungbrett geeignet. Reifen weg!

Das hielt die hitzköpfige Schar aber nicht davon ab, so gut wie alle sonstigen Regeln der Zivilisation auszuhebeln und den Asphalt mit Hilfe von Abgasen und Reifenabrieb noch vor dem Mittagessen porentief abzutrocknen. Zu guter Letzt ging es dann abschließend in einer A-Klasse auf die Schlitterpiste, wo der Ernstfall zwischen Wasserfontänen erprobt wurde. Kaum war die Rennstrecke getrocknet, wurde der Handling-Parcours künstlich bewässert. Die spinnen, die Schwaben!

Die Autos waren an sich nicht wirklich neu, deshalb gilt jetzt ausnahmsweise die Regel vom Reden aus Silber und dem Schweigen aus Gold. Ein paar schöne Bilder wollen wir unseren Lieben daheim aber trotzdem nicht vorenthalten. Kamera ab!

Eric Netgen

Chefredakteur autorevue

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Author: Eric Netgen

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