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Besser mit als ohne

Wenn sich das trübe November-Wetter ankündigt, dann sollten Winterreifen in unseren Breitengraden auf den Autos montiert sein. Großangelegte Tests zeigten, dass die bekanntesten Reifenmarken Bestnoten erzielten. Die Preisunterschiede sind zum Teil recht erheblich.

Autofahrer haben in der Regel eine innige Beziehung zu ihrem Fahrzeug, das gehegt und gepflegt wird. Nach außen stellt man sich und seinen Status mit dem fahrbaren Untersatz dar, symbolisiert in gewissen Teilen, zu welcher Sorte Mensch man gehört. Überspitzt könnte man behaupten, dass der Besitzer einer 2CV eher zu den Hippies und unangepassten Menschen zählt, der Golf-Kunde ein unauffälliger und angepasster Zeitgenosse ist und der Fahrer eines dicken Benz damit zeigen möchte, dass er es vermeintlich zu Wohlstand gebracht hat. Alle verbindet allerdings eine Gemeinsamkeit, und zwar die Tatsache, dass ihre Autos auf vier Rädern rollen und diese schmalen Pneus stellen die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße dar.

Besonders in den Wintermonaten, wenn man immer damit rechnen muss auf Schnee, Schneematsch oder nasser – eventuell sogar gefrorener – Fahrbahn unterwegs zu sein, steht und fällt die Leistungsfähigkeit eines Pkw mit der Qualität der montierten Reifen. Und gerade bei diesen komplizierten und wechselhaften Witterungsbedingungen sollten die besten Winterschuhe aufgezogen sein, denn sie sorgen im wahrsten Sinne des Wortes für Stabilität. Wunder können aber auch sie nicht vollbringen. Wer bei Schnee und Eis zu schnell unterwegs ist, den schützen die besten Winterreifen nicht vor unliebsamen Überraschungen.

In unseren Breitengraden scheint sich zumindest immer mehr durchzusetzen, in den Wintermonaten auch für die korrekte Bereifung zu sorgen. Dennoch wird geschätzt, dass etwa fünf Prozent „Umrüstverweigerer“ trotz der Pflicht zur „angepassten Bereifung“ im letzten Winter auf Sommerreifen unterwegs waren, und etwa 15 % hatten die für wirklich winterliche Straßen eher ungeeigneten Ganzjahresreifen am Wagen.

Gefährlicher ist allerdings die Unkenntnis über das hohe Gefahrenpotenzial bei der Nutzung von Sommerreifen im Winter. Nach einer internationalen Untersuchung schätzen über die Hälfte der Befragten die Bremswegverlängerung zu niedrig ein, denn in der Praxis verdoppelt sich der Bremsweg auf schneenasser Fahrbahn, je nachdem ob man Sommerreifen oder Winterreifen aufgelegt hat. Bei Reifentests gehört daher immer dieser Vergleichstest zum Standardprogramm der Untersuchungen. Der neue WinterContact TS 850 P und TS 850 SUV von Conti bietet beispielsweise sicheren Tritt auf Schnee und trockener Fahrbahn. Die bisher veröffentlichten Testergebnisse vom ADAC, ÖAMTC, Stiftung Warentest und einer Reihe von Fachzeitschriften führen den WinterContact TS 850 P jedenfalls alle auf der Spitzenposition, so dass man diesem Pneu durchaus vertrauen kann.

Der neue Premium-Winterreifen für die gehobene Mittel- und Oberklasse sowie SUV zeichnet sich durch ein bifunktionales Profillayout aus. Das Ergebnis von dieser Doppelstrategie im Reifenbau ist gutes Schnee- und Trockenhandling, was sich daher sowohl bei echtem Schnee oder Matsch auszahlt, wie auch auf Straßen, die zwar winterlich kalt, aber gänzlich schneefrei sind. Ausgiebige Testfahrten demonstrierten eindrucksvoll, wie sicher der asymmetrische Spezialist für Fahrspaß auf verschneiten und trockenen Straßen ist.

Auffällig sind vor allem die verbesserten Resultate gegenüber dem Vorgängermodell beim Handling auf Schnee und trockener Fahrbahn sowie beim Bremsen. Das wurde möglich durch die neue Profilauslegung des asymmetrischen Winterreifens für die gehobene Mittel- und Oberklasse. Bei gleichzeitig mehr Lamellen auf gleicher Lauffläche bedeutet dies stark vereinfacht ausgedrückt auch mehr Aufnahme von Schnee beim Fahren. So haben die Entwicklungsingenieure von Continental mehr Profilblöcke auf der Lauffläche anbringen können, und damit die Zahl der Griffkanten in Querrichtung deutlich gesteigert.

Der neue Winterreifen der Spitzenklasse verfügt über gute Selbstreinigungskräfte, was nichts anderes bedeutet, als dass der Schnee leichter und schneller aus dem Reifenprofil wieder herausgedrückt wird. Preislich bleibt alles beim Alten, und somit muss für das neue Produkt nicht tiefer in die Tasche gegriffen werden als beim Vorgänger.

Es gibt übrigens keinen Pneu, der in allen Bereichen gleich gut ist. Nichtsdestotrotz haben die Reifentests der angesprochenen Automobilclubs und Fachzeitschriften bei über 35 Fabrikaten ergeben, dass wie erwartet die Premiumhersteller die besten Winterreifen produzieren und in allen Tests hat sich in den gängigen Größen 185/60 R 15 und 195/65 R 15 (also für die Masse der Kompaktwagen) zudem ein deutlicher Sieger mit dem Conti WinterContact TS 850 und 850 P herausgeschält. Je nach Größe schnitten der Bridgestone Blizzak LM-32S, der Dunlop Winterresponse 2, der Uniroyal MS Plus 77, der Michelin Alpin A4 und der Goodyear Ultragrip 9 mit respektablen Ergebnissen ab. Die Preisunterschiede der einzelnen Reifenmarken fallen dabei noch recht groß aus, so dass sich ein Preisvergleich beim Fachhändler durchaus lohnt. Von Billigprodukten sei aber auf jeden Fall abgeraten, wobei übrigens nur knapp die Hälfte der befragten Autofahrer überhaupt wusste, welche Winterreifenmarke am eigenen Wagen montiert war.

Foto: Continental

Foto: Continental

(Text: Roland Baumann / Fotos: Continental)

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Author: Philippe Reuter

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