Bin ich grün?
Dichte Wälder, gesunde Bäume, Grün, wohin das Auge auch blickt – das könnte jedoch bald der Vergangenheit angehö ren, denn pro Minute werden weltweit 35 Fußballfelder große Flächen Wald abgeholzt. Speziell im Amazonasgebiet, der grünen Lunge unserer Erde. Bio boomt. Neun von zehn Verbrauchern greifen auch hierzulande zumindest gelegentlich zu Bioprodukten. Dennoch tritt die Biolandwirtschaft in Luxemburg auf der Stelle. Ein Großteil der Waren muss des- halb auch importiert werden.
Durch die Erderwärmung schmelzen jährlich allein in der Arktis Eisberge von der Größe der Niederlande. Der steigende Meeresspiegel bedroht Küstenregionen. Was dagegen hilft, ist einzig und allein das Senken der CO2-Emissionen. Ein Schluck Mineralwasser aus der üblichen 1,5-Liter-Plastikflasche, dabei treibt auf den Ozeanen jetzt schon Plastikmüll von der Fläche Indiens, das in Sachen Landesgröße unter den Top 10 rangiert.
Es sind an und für sich solche News, die einen eigentlich wachrütteln müssten, wenn man sich mit Themen wie Natur, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt. Doch tun diese Nachrichten das wirklich? Ist es nicht so, dass wir solche Meldungen eher unreflektiert über uns ergehen lassen und sich längst eine Art von „Umwelt-Müdigkeit“ bei jedem von uns eingeschlichen hat? Unabhängig davon, dass wir nun das erste Mal in der Geschichte unseres Landes eine Regierung mit grüner Beteiligung haben, die gleich die Erfahrung machen musste, dass auch grüne Politik sich wirtschaftlichen Begebenheiten, sprich der Realpolitik, beugen muss.
Es soll hier allerdings nicht um Politik gehen und auch nicht darum, ob wir, d.h. die Einwohner Luxemburgs, nun mit der neuen Regierung von heute auf morgen „grüner“ geworden sind. Interessant sind vielmehr folgende Fragen: Bin ich grün? Und wenn ja, wie viel?
Hand aufs Herz: Es ist ja nicht so als würden wir alle in Ortschaften leben, die in Sachen Energiegewinnung autark sind. Und auch nicht so, dass jeder von uns auf den öffentlichen Transport setzt.
Jeder sollte sich einer Art von „Öko-Check“ unterziehen. Am besten tagtäglich.
Denn sonst wäre viel weniger Stau auf unseren Straßen. Fakt ist aber: Grün sein fängt bei jedem selbst an und ist demzufolge individuell messbar. Strom- und Wasserverbrauch. Mülltrennung. Essgewohnheiten. Jeder sollte sich einer Art „Öko-Check“ unterziehen. Am besten tagtäglich. Denn jeder Einzelne zählt. Und die Summe macht es letztlich.
Bei vielen von uns wird diese Bilanz wohl oder übel ziemlich nüchtern ausfallen. Wir müssen demnach mehr tun und besser auf unseren Planeten und seine Ressourcen achten. Aber wie soll das vonstatten gehen? Den Kontakt zur Natur wiederherstellen und versuchen, ihr wieder näher zu kommen.
Und vor allem neugierig sein. Und sich stets die Frage stellen, was man in seinem Alltag ändern kann. Oder haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, wie lange heute Morgen die Tür ihres Kühlschranks offen stand, als sie gemeinsam mit ihren Kindern den Frühstückstisch gedeckt haben?






