In den Süden abhauen, sobald die Temperaturen fallen, ist nicht jedervogels Sache. Etliche Arten bleiben auch über die Wintermonate hinweg im Lande und beglücken uns während dieser allzu oft trüben Jahreszeit mit ihrer Federpracht und Gezwitscher.
Fotos: Tom Conzemius, Roland Felten, Raymond Gloden
Allgemein gilt die Auffassung, beim ersten Frost mit dem Füttern zu beginnen, denn erst ab diesem Zeitpunkt wird die Suche nach Insekten für Vögel zu einer echten Herausforderung. Während der kälteren Tage stehen insbesondere Körner, Samen und Früchte auf dem Speiseplan. Da der Trend immer mehr hin zu gestylten, künstlichen Gärten geht, in denen die Natur stetig in Schach gehalten wird und Vögel im Winter kaum Nahrung finden, wird Winterfütterung zusehends als unterstützende Maßnahme angesehen. Obwohl viele Tierfreunde schon Ende Herbst mit der Fütterung anfangen, warnen die Ornithologen von „natur&ëmwelt“ vor allem davor, nicht zu lange zu füttern. Die in Tierhandlungen angebotene, eher fetthaltige Nahrung für die Wintermonate ist für den Bedarf der Vögel im Frühling nicht geeignet. Dann steht nämlich die Brutzeit an und die Küken benötigen vorwiegend Proteine, sprich Insekten oder Larven, die es im Frühjahr bekanntlich zur Genüge gibt.
Beim Kauf der Nahrung sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass das Futter keine Ambrosiasamen enthält.
Sollte man sich dafür entscheiden, Amsel, Fink und Co. mit einer Futterstelle im Winter zu unterstützen, so empfiehlt es sich, letztere an einem gut sichtbaren Ort zu installieren, der Katzen nicht zugänglich ist. Schließlich soll das Festmahl nicht zur Todesfalle werden. Dabei ist es für die Vögel von Vorteil, die Futterstelle nicht allzu weit weg von Gebüschen oder Hecken anzubringen, die gerne als Deckung und Rückzugsort genutzt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist der Hygiene an der Futterstelle zu schenken, denn wo sich viele Vögel herumtummeln, verbreiten sich Krankheiten leichter. Der Futterplatz sollte so eingerichtet sein, dass es den gefiederten Gästen nicht möglich ist, durch die Nahrung zu trampeln und ihr Essen mit Kot zu verschmutzen. Futtersilos eignen sich hierfür hervorragend. Falls Sie dennoch auf ein klassisches Modell zurückgreifen, denken Sie unbedingt daran, es regelmäßig und gründlich mit heißem Wasser zu reinigen.
Beim Kauf der Nahrung sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass das Futter keine Ambrosiasamen enthält. Diese nicht einheimische Pflanze verbreitet sich rasant, wobei Allergiker intensiv unter ihren Pollen leiden. Ansonsten eignen sich Sonnenblumenkerne als gutes Allzweckfutter, das so ziemlich alle Arten fressen. Will man für eine größtmögliche Artenvielfalt sorgen, darf neben Körnern Weichfutter auf dem Büffet nicht fehlen.













