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Bunte Bowls

In den sozialen Medien kommt man nicht mehr an den Food-Bowls vorbei. Was macht die farbenfrohen Schalen so besonders?

Eine Acai-, Buddha-, Rainbow- oder doch lieber eine Super-Bowl? In Luxemburg ist der Foodtrend derzeit in aller Munde. Maya Philippe, Geschäftsführerin des hauptstädtischen „Flowers Kitchen“, war eine der ersten, die dieses Konzept, mit Tages- und Wochenmenüs in Schüsselform, ins Großherzogtum brachte.

Sogenannte Food-Bowls sind Gerichte, die aus verschiedenen salzigen Komponenten bestehen und fein säuberlich getrennt in ein und derselben Schüssel angerichtet werden, ohne dass man sie vorher wie etwa bei einem Salat durchmischt. Die Basis bilden stärkehaltige Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln oder Reis, Proteine wie Bohnen, Hülsenfrüchte oder Tofu und natürlich viel Gemüse. Obendrauf gibt es ein Dressing oder einen Dip wie Chimichurri, Guacamole oder Hummus.

Zwei Grundideen stecken hinter den vollbepackten Schalen: Zum einen kreiert man damit eine einfache Mahlzeit, die möglichst viele Nährstoffe auf einmal beinhaltet. Zum anderen setzt man auf unverarbeitete Lebensmittel, also welche, die – im Sinne des Clean Eatings – naturbelassen sind. Der wahre Geschmack der verschiedenen Elemente rückt so in den Vordergrund. Und die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu unendlich, wie Maya weiß: „Die Bowls sind vielseitig einsetzbar. Sie eignen sich fürs Frühstück, Mittag- und Abendessen, können heiß oder kalt serviert werden.“ In ihrem Lokal werden die Schalen mit veganen Zutaten gefüllt. Fleisch-, Fisch- und Milchprodukte lassen sich allgemein aber auch in das Konzept integrieren, sofern man das möchte.

Die Food-Bowls lassen das Essen selbst für Gemüsemuffel attraktiver wirken.

Im „Urban Dictionary“ werden die Bowls als „Schüsseln voller Köstlichkeiten“ bezeichnet, „die sich leicht nach oben wölben, so wie der Bauch von Buddha“. Eine schöne Beschreibung, die zu Mayas täglichen Erfahrungen passt. „Unsere Kunden reagieren immer mit Begeisterung. Die bunten Farben lassen ihre Augen aufleuchten.“ Die 42-Jährige, die früher im Finanzsektor tätig war, verwirklichte sich vor zwei Jahren mit der Eröffnung ihres Etablissements einen Traum. Damals war sie selbst auf der Suche nach gesünderen Essmöglichkeiten im Berufsalltag. Daher entschloss sie sich, selbst etwas dazu beizutragen. Gesunde Foodtrends, zu denen die besagten Bowls zählen, kann sie demnach nur befürworten. Trotzdem warnt sie davor, zu glauben, dass es sich, wie oft angegeben, um eine Art Fastfood handelt. „Ganz so einfach ist es nicht. Die meisten Zutaten sind zwar roh, aber das Gemüse muss erst klein geschnippelt werden, was recht viel Zeit in Anspruch nimmt.“

In ihrer Blumenküche, die der industriellen Gastronomie trotzen soll, werden die Bowls hausgemacht und zeitnah zubereitet. Irgendwie muss die 42-Jährige bei dem Gedanken schmunzeln, dass eine einfache Schüssel das Essen für viele – selbst für Gemüsemuffel – so viel attraktiver wirken lässt, als wenn sie es auf einem flachen Teller anrichten würde. Mittlerweile existiert sogar ein reines Food-Bowl-Restaurant in einer Shopping-Mall hierzulande. Das Geheimnis ihrer Beliebtheit liegt wohl in der Ästhetik. Denn wie sagt man so schön? Das Auge isst mit.

Fotos: Philippe Reuter

Françoise Stoll

Journalistin / Gastronomie

Ressorts: Lifestyle, Multimedia

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Author: Philippe Reuter

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