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Christian Berkel

Im Rahmen des 4. Internationalen Symposiums über Kunst und Psychiatrie im vergangenen Oktober las der bekannte deutsche Schauspieler aus dem Tagebuch von Vaslav Nijinsky. Weitere Lesungen finden in Mersch und in Marnach statt. Foto: Carola Studlar

Ob als „Kriminalist“ im ZDF, in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ oder im kommenden Remake der amerikanischen TV-Serie „Solo für O.N.C.E.L.“ – Christian Berkel ist einer der markantesten Schauspieler Deutschlands. Im Auftrage des Centre Kompass, das neue Wege geht, um ein breiteres Publikum auf die Probleme von Menschen mit psychischen Störungen aufmerksam zu machen, las der beliebte Darsteller bereits im Oktober aus den Tagebüchern von Vasvlav Nijinsky, dem wohl berühmtesten Balletttänzer des frühen 20. Jahrhunderts. Die meisten waren damals von der Verwandlungsfähigkeit, der Grazie und der außergewöhnlichen Sprungtechnik des Mitglieds der Truppe von Sergei Djagilew, mit welcher er durch ganz Europa und die USA tourte. Und da seine Fähigkeit, einen Sprung scheinbar in der Luft anzuhalten, als vollkommen galt, ist der Name Nijinsky bis heute ein Synonym für perfekte Tanzkunst. Mit einem Nervenzusammenbruch, den er 1919 während einer privaten Aufführung in einem Hotel erlitt, endete seine Karriere ziemlich abrupt. Als im Nachhinein eine schwere Schizophrenie diagnostiziert wurde, verbrachte Nijinsky den Großteil seines restlichen Lebens in verschiedenen psychiatrischen Kliniken und Pflegeheimen. Die Tagebücher, aus denen Christian Berkel vorlesen wird, entstanden in der Zeit zwischen dem 19. Januar und dem 4. März 1919, dokumentieren auf einzigartige Weise sein Erleben während der Anfangszeit der Erkrankung und geben einen realistischen Eindruck davon, wie sich die Persönlichkeit eines Menschen unter dem Einfluss einer Schizophrenie aufzulösen droht. Begleitet wird der Vorleser von den Pianisten Romain Nosbaum und Kevin Tamanini, die Werke von u.a. Robert Schumann und Claude Debussy spielen, die zum Repertoire von Nijinsky gehörten.

Am 31. Januar im Kulturhaus Mersch, am 28. Februar im Cube 521 in Marnach.

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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