Home » Politik & Wirtschaft » Editorial » Chronik der Woche 01: Auf eine Neues!

Chronik der Woche 01: Auf eine Neues!

Die Räder rollen, die Minister verziehen wieder die Mundwinkel und die Jahresbilanzen und Berichte flattern uns mit hundert Stundenkilometern um die Ohren: Stürmisch und rasant tritt 2018 seinen zwölfmonatigen Ritt an.

Fotos: Jean-Claude Ernst, Gerry Schmit, Fabrizio Pizzolante (alle Editpress), Tim Reckmann, Thommy Weiss, Rike (pixelio.de)

Cyclo-Cross – Krimi auf Rädern

17 Sekunden Vorsprung, eine frühe Führung – Christine Majerus hätte nicht besser in
den internationalen Cyclo-Cross in Petingen starten können. Doch dann kam alles anders. Oder zumindest sah es kurz danach aus: Majerus verlor mitten im Rennen ihre Kontaktlinsen. Der Abstand zur Verfolgerin Elle Anderson schwand auf zwölf Sekunden. Und dennoch war die Luxemburgerin noch an der Spitze – bis sie stürzte. Rad an Rad leisteten sich Anderson und Majerus ein spannendes Rennen, aus dem Majerus im Sprint letzten Endes doch noch als Siegerin hervorging. Damit knüpft sie an den Erfolg aus dem Vorjahr an, genauso wie der deutsche Meister Marcel Meisen, der bei den Herren zum dritten Mal in Folge ganz oben auf das Siegertreppchen steigen durfte.

Kostenloser Transport – Nullnummer?

François Bausch ist skeptisch. Und das obwohl er immer wieder versucht, eine Lanze für den öffentlichen Verkehr zu brechen. Kostenlos – wie es der Abgeordnete David Wagner (Déi Lénk) forderte – sollte dieser dennoch nicht sein. Die Kosten würden sich jährlich auf 30 Millionen Euro zusätzlich belaufen. 891 Millionen Euro sieht der Staat dieses Jahr für die Planung von Mobilität und öffentlichem Transport vor. Abgesehen von den hohen Kosten, bezweifelte Bausch zudem kürzlich, dass die kostenfreie Nutzung mehr Menschen zum Umdenken bewegen würde. Ein Argument, über das sich diskutieren lässt.

Zahl der Woche: 100

Mit durchschnittlich 100 Stundenkilometern fegten am Mittwoch morgen Sturmböen über Luxemburg. Der Wetterdienst rief die „alerte orange” aus.

Teilen ...Email this to someoneShare on Google+Print this pageTweet about this on TwitterShare on Facebook

SELBSTKOSTENANTEIL – Gleich zur Sache

Geld vorzustrecken schmeckt nicht jedem. Patienten soll dies bei Arztbesuchen künftig erspart bleiben, genauso der dazugehörige Papierkram und das Warten auf die Rückzahlung – wenn es nach Jill Sterba ginge, die eine entsprechende Petition in die Wege geleitet hat. Wie beim Medikamententkauf oder der physiotherapeutischen Behandlung fordert sie eine unmittelbare Trennung der Kosten: Der Patient soll aus eigener Tasche nur das zahlen, was die CNS nicht übernimmt. Die Unterschriftenaktion heimste nach sechs Tagen 5.056 Unterschriften ein. Das Anliegen dürfte also bald in der Chamber auf den Tisch kommen und öffentlich diskutiert werden. Mehr Informationen zur Petition gibt es auf der Internetseite der Chamber.

Weniger Verkehrstote – Positiver Trend

Zwischen 2016 und 2017 ist die Zahl von Verkehrstoten im Großherzogtum deutlich gesunken. Waren es vor zwei Jahren noch 32 und 2015 sogar noch 36, fiel die Zahl 2017 mit 24 Todesfällen bedeutend. Paul Hammelmann, Präsident der Verkehrssicherheit, sieht Luxemburg auf dem richtigen Weg: „Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur ist gut, auch wenn es noch ein großes Problem gibt, nämlich das der Fußgänger.“ Besonders wichtig ist für letztere in der Dunkelheit gut sichtbare Kleidung zu tragen und allgemein auf Straßenübergange sowie Gefahrenstellen zu achten. Für die Autofahrer ist diesbezüglich eine Geschwindigkeitsreduzierung von 90 auf 80 Studenkilometer außerhalb geschlossener Ortschaften geplant.

Drogenbericht – Keine Entwarnung

Die Zahl der Drogenabhängigen, die als akute Problemfälle eingestuft werden, ist in Luxemburg rückläufig. Ein Grund zum Aufatmen ist das nicht. Immer früher greifen die Bewohner Luxemburgs zu Drogen. Durchschnittlich mit zwölf Jahren rauchen sie ihren ersten Joint. Immer neue Drogen gelangen auf den Markt, das Netz der Dealer ist dicht gewoben und schwer zu durchdringen. Selbst, wenn in gewissen Bereichen eine Besserung in Sicht ist – nicht zuletzt wegen der vielen Hilfsangebote – ist die Gesamtsituation bedenklich.

Zitat der Woche

„Den éischten Ament ass et richteg, wa mannerjäreg Flüchtlingen an eng Classe d’accueil opgeholl ginn.“

– Yves Schmidt von der Caritas, am 31. Dezember 2017, auf 100,7 über die Einschulung von Flüchtlingskindern.

Teilen ...Email this to someoneShare on Google+Print this pageTweet about this on TwitterShare on Facebook

Air Rescue Bericht – Retter mit Flügeln

3.000 Missionen fliegt die Air Rescue jährlich – und zwar weltweit. Nach einer Haiattacke flogen sie eine Frau von einer südatlantischen Insel zurück nach Europa, ebenso ein in Los Angeles geborenes Baby, das nur 1.200 Gramm wog. Auch Weihnachtsgeschichten wurden dieses Jahr geschrieben: Ein Patient wurde zu den Feiertagen nach Indien begleitet, für einen anderen wurde an Heiligabend ein Herz zur Organtransplantation eingeflogen. Jede Mission birgt andere Herausforderungen, so der Präsident René Closter. Die Großzahl der Fälle führt die Einsatzkräfte in die Großregion – es sind rund 1.000 in Rheinlandpfalz und dem Saarland. Die Air Rescue genießt einen hohen Stellenwert in Europa, hält sogar das exklusive Recht inne, Organe aus Frankreich zu transportieren. Neben sechs Rettungshelikoptern gehören auch fünf Ambulanzflieger zur Flotte. 184.000 Mitglieder vertrauen aktuell auf den Dienst.

Jahresbilanz Luxair – Sonnige Aussichten

Lowcost-Airlines können der Luxair nichts: Die Jahresbilanz 2017 der nationalen Fluggesellschaft kann sich, ein Jahr nachdem Ryanair seinen Weg zum Findel gefunden hat, sehen lassen. Durch die erhöhte Frequenz von Kurzflügen nach Genf, Mailand und London sowie reisefreudige Pendler, die am Wochenende heim fliegen, tragen dazu bei, dass sich Luxair vorerst auf heimischem Terrain behaupten kann. Doch auch die positive ökonomische Situation des Landes treibt die Kaufkraft an. Beliebt sind vor allem sonnige Destinationen wie die Kanaren, Ägypten und der Cap Vert. Die genauen Zahlen können Neugierige erst im April nachlesen.

Notfall an Neujahr – In letzter Sekunde

Nahe der Staumauer bei Esch-Sauer geriet eine Person gleich zum Jahresanfang ins Straucheln, als sie im Gewässer zu ertrinken drohte. Einsatzkräfte aus dem Norden eilten zur Hilfe. Aus eigener Kraft rettete sie sich ans Ufer, wo sie von Sanitätern betreut wurde. Sie ist wohlauf. Über die Hintergründe ist nichts bekannt.

Isabel Spigarelli

Ressorts: Wissen, Kultur

Teilen ...Email this to someoneShare on Google+Print this pageTweet about this on TwitterShare on Facebook
Author: alommel

Login

Lost your password?