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Chronik der Woche 1: Schwieriger Neustart

Den Beginn des neuen Jahres verbinden viele Menschen mit dem Wunsch, das alte definitiv abzuhaken. Die Probleme sind geblieben: 2016 stand unter dem Vorzeichen der weltweiten Terrorgefahr, 2017 begann mit einem weiteren Anschlag.

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Spuerkeess – Zur Kasse gebeten

Wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung muss die Spuerkeess 14 Millionen Euro Geldstrafe an den deutschen Fiskus bezahlen. Ermittelt worden war gegen eine Reihe von Finanzhäusern, darunter auch gegen die ehrwürdige Bank im Besitz des luxemburgischen Staates. Laut Pressemitteilung hat sich die Spuerkeess mit den deutschen Behörden auf diese Summe geeinigt, weist jedoch jegliche Schuld von sich und betont, alle Geschäfte gesetzeskonform abzuwickeln. Mit der Einigung wolle die Bank nur ihre Mitarbeiter vor einem möglichen Strafverfahren schützen. Peanuts im Vergleich zur Strafe, welche die Deutsche Bank, die Medienberichten zufolge ein echtes „Horrorjahr“ erlebte, in den USA bezahlen muss: knapp drei Milliarden Euro plus ca. vier an Entschädigungen. Gedroht hatten sogar fast 14 Milliarden.
Foto: Editpress-Archiv

490_0008_14684683_28_06_2016_editpress_315124Mudam-Chef Lunghi – Brief zum Abschied

Enrico Lunghi wird 2016 gerne vergessen, er hat sich in einem offenen Brief bei seinen Unterstützern bedankt. Gegen die Urheber der sogenannten Lunghi-Affäre hat der ehemalige Mudam-Chef Klage eingereicht. Er wolle damit „jedem den Mut geben, sich gegen in der Öffentlichkeit erhobene falsche Anschuldigungen zur Wehr zu setzen“. Lunghi verlässt das Kunstmuseum nach eigenen Worten „sehr traurig, aber ohne Reue“ und kündigte an, weiter in der hiesigen Kunstszene aktiv mitzumischen. Das für die RTL-Sendung „De Nol op de Kapp“ geführte Interview mit Lunghi löste einen Skandal aus, in dessen Folge die Sendung abgesetzt wurde und RTL-Chef Alain Berwick seinen Rücktritt einreichte.
Foto: Isabella Finzi (Editpress)

Naturschutzgesetz – Zu wenig Bio

Der im vergangenen Juli vorgestellte Entwurf zur Reform des Naturschutzgesetzes reicht nach Ansicht von „natur&ëmwelt“ nicht aus. In ihrem Gutachten bewertet die Umweltschutzorganisation den Reformansatz zwar als positiv, sieht aber nach wie vor einigen Nachbesserungsbedarf, vor allem in puncto der sektoriellen Leitpläne. „natur&ëmwelt“ fordert nicht zuletzt auch einen deutlicheren Wechsel in Richtung Biolandwirtschaft. Die kommt in Luxemburg nach wie vor zu kurz.

Zahl der Woche: 1.297

Kaiserschnitte gab es im Jahr 2015 in Luxemburg, laut Jahresbericht der „Inspection générale de la sécurité sociale“. Dagegen standen 4.118 gewöhnliche Entbindungen.

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Wintereinbruch – Weißer Jahresbeginn

Winterlich hat sich Luxemburg zum Jahresbeginn gezeigt – hier bei Limpach. Am zweiten Morgen des Jahres fielen, wie angekündigt, Schneeflocken und erschwerten den Autofahrern das Vorankommen. In der Nacht zum Montag hatte es geschneit und sich mancherorts eine fünf- bis fünfzehn Zentimeter dicke Schneedecke gebildet. Die Räum- und Streudienste hatten sich allerdings auf den Wintereinbruch eingestellt und waren rechtzeitig unterwegs. Aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche Berufstätige noch in Urlaub sind und Schulferien sind, blieb ein Verkehrschaos aus.
Foto: Dan Paulus

490_0008_14564972_10_05_2016_editpress_305181Elektrizität – Unter Strom

Ganze zehn Anbieter von Strom gibt es auf dem Luxemburger Markt. Nur sieben von ihnen beliefern Privatkunden. Dies geht aus den „chiffres clés du marché de l’électricité“ der Aufsichtsbehörde hervor. Klarer Marktführer ist die Envos-Luxembourg-Gruppe, Nachfolgefirma der Cegedel, mit einem Anteil von 74 Prozent, gefolgt von der vor allem in der Hauptstadt aktiven Gesellschaft Leo mit knapp 14 Prozent. Auf Platz drei liegt Sudstroum aus Esch, der 6,5 Prozent der Privathaushalte beliefert. Nur 20,5 Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms wird auch hier hergestellt. Einen deutlichen Rückgang gab es 2015 bei der Stromproduktion, während die Produktion von erneuerbarem Strom angestiegen ist.
Foto: Isabella Finzi (Editpress)

Zitat der Woche

„Die Digitalisierung wird zu Umstrukturierungen führen. Insgesamt denke ich aber,
dass wir als Finanzplatz auch nächstes Jahr wachsen werden.“
ABBL-Präsident Yves Maas am 29. Dezember im Journal

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Unternehmertum – Gründerzeit ist angebrochen

Das Unternehmertum ist in Luxemburg weniger ausgeprägt als in den meisten anderen europäischen Ländern. Zumindest gibt es hierzulande vergleichsweise wenige Unternehmer. Allerdings gibt es laut einer Statec-Umfrage eine Trendwende: Mehr als zehn Prozent der Einwohner des Großherzogtums sind Unternehmensgründer. Damit liegt Luxemburg nach Estland an zweiter Stelle im europäischen Start-up-Ranking. 45 Prozent der Befragten glauben, dass eine Unternehmerkarriere eine gute Wahl sei. Bei knapp zehn Prozent ist sie aus der Not. Der typische Firmengründer ist männlich, jung, gebildet und Immigrant: Bei den Einwanderern liegt die Unternehmerquote bei 15,1 Prozent. Die am meisten vertretene Branche bei den Existenzgründern ist mit 40 Prozent der Bereich Geschäftsdienstleistungen, gefolgt von Firmen mit Verbraucherorientierung: Einzelhandel, Restaurants und Hotels.

Steuerreform – Alles wird gut

Es sei die gerechteste Steuerreform, die je gemacht wurde, sagte Finanzminister Pierre Gramegna, als er die Neuerungen vorstellte, die zum 1. Januar in Kraft traten. Von den Gewerkschaften sind sie als „gute Reform mit einigen Gerechtigkeitslücken“ bezeichnet worden. Nach Statec-Berechnungen fällt die Besteuerungsrate von Haushalten durch die Reform durchschnittlich von 21,9 auf 20,2 Prozent.

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Jonk Demokraten – Gut für den Kreislauf

Einen Teil der Strategie, die der US-Visionär Jeremy Rifkin für Luxemburg empfiehlt, bildet die „circular economy“. Die Jonk Demokraten Lëtzebuerg (JDL) legten nun konkrete Vorschläge vor, wie diese Kreislaufwirtschaft aussehen kann. Ein erster Schritt soll die Senkung der Mehrwertsteuer von 17 auf 7 Prozent bei Reparaturen von Kleidern, Schuhen und Fahrrädern sein. Zudem sollen die Reparaturen von Haushaltsgeräten bis zu 50 Prozent und höchstens 1.000 Euro steuerlich absetzbar sein. Die jungen Liberalen haben sich Schweden zum Vorbild genommen: Dort hat das Parlament beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Reparaturen ab dem 1. Januar 2017 zu halbieren.
Foto: Isabella Finzi

Stefan Kunzmann

Journalist

Ressorts: Politik, Investigativ, Aktuelles

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Author: Martine Decker

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