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Chronik der Woche 13: Sonne und Finsternis

Manchen ist bei Lux-Leaks bis heute kein Licht aufgegangen, obwohl Unternehmen massiv in die Steuertrickkiste gegriffen hatten. In der Schule mogelten früher angeblich nur die Schüler, dachte man– bis auch hier undichte Stellen auftraten.

„SCHUL-LEAKS“ – Mogelnde Lehrer?

490_0008_14155117_19_03_2015_Editpress_011008Wenn Schüler mogeln, werden sie dafür bestraft. Doch was geschieht, wenn an Schulen leichtfertig mit vertraulichen Dokumenten umgegangen wird? Letzte Woche herrschte helle Aufregung, nachdem das Tageblatt gemeldet hatte, dass die Examensfragen des Lernzyklus 4.2 in einigen Teilen des Landes bereits im Vorfeld an Eltern weitergereicht worden waren. Die Leistungstests im vierten Zyklus der Grundschule entscheiden schließlich mit über das Schicksal der Schüler. Kopien der Testfragen sollen im Osten, Norden und Süden zirkuliert sein. Bildungsminister Claude Meisch (DP) kündigte auf einer schnell einberufenen Pressekonferenz an, dass die bereits geschriebenen Prüfungen über das mündliche und schriftliche Verständnis ausgewertet werden, aber für die Zeit nach Ostern eine zweite Testreihe durchgeführt werden soll. Es wurde Klage gegen Unbekannt eingereicht. Die Leidtragenden sind die Schüler.

GROSSREGION UNTER SCHOCK – Finstere Tat

490_0008_14153602_1703_4Ein schreckliches Verbrechen hat die Einwohner in der Großregion geschockt. Mehrere hundert Menschen sind vergangene Woche in Trier im Gedenken an die ermordete 16-jährige Laura-Marie Klein zu einem Trauermarsch auf die Straße gegangen. Das Mädchen war am Wochenende zuvor von einem Bekannten umgebracht worden. Der 24-Jährige hatte sie in der Nähe eines Bahndamms in Trier erstochen und war einen Tag später zu der Leiche zurückgekehrt, um sie zu verbrennen. Der Täter wurde am Sonntag von der Polizei gefasst. Auf Facebook wurden derweil Morddrohungen gegen den jungen Mann ausgesprochen.

Zahl der Woche: 0,6

0,6 Prozent betrug die Preissteigerungsrate 2014, was vor allem auf die niedrigen Ölpreise zurückzuführen ist.

LOGISTIK – Multimodaler Hotspot

490_0008_14150426_10_03_2015_Editpress_009743Die wirtschaftliche Entwicklung des Großherzogtums zeigt Licht und Schatten. Besonders hell strahlen soll künftig das „Centre multimodal“ in Bettemburg. Um die Finanzierung der zweiten Bauphase der multimodalen Plattform ging es letzte Woche im Parlament. In einer ersten Phase wurden 182 Millionen Euro für den bereits angelaufenen Bau freigegeben. Ende nächsten Jahres soll die Transportplattform betriebsbereit sein. Nach dem Abschluss der Straßenanbindung können in dem Terminal 300.000 Container pro Jahr abgefertigt werden, mehr als drei Mal so viel wie zurzeit. Das „Centre multimodal“ gilt als das Herzstück der Bemühungen, das Land zu einem europäischen Logistikzentrum zu machen. Die damit verbundenen 500 neuen Arbeitsplätze wären ein echter Hotspot.

PARTEIKONGRESSE I – Brandt in Mamer

Die LSAP hat bei ihrem Parteikongress im Mamer „Kinneksbond“ in einer Resolution eine umfassende Staats- und Verfassungsreform gefordert, um die Bürger stärker in die Entscheidungsprozesse einzubinden. Das Motto lautete nicht zufällig „Méi Demokratie woen“ – nach dem berühmten Satz der deutschen Sozialdemokratenikone Willy Brandt (1913-1992).

PARTEIKONGRESSE II – Grünlicht zum „Ja, Ja, Ja“

490_0008_14156229_21_03_2015_Editpress_011238Ein paar Tage nach dem Erscheinen der „grünen“ revue haben „déi gréng“ auf ihrem Parteikongress in Esch den grünen Frühling eingeläutet. Sam Tanson trat wegen ihrer Nomination für den Staatsrat nicht mehr an. Ihr folgt nun Françoise Folmer (links): Die 53-jährige Architektin und Unternehmerin trat bei den letzten Wahlen im Zentrum an, lebt aber mittlerweile im Norden. Der männliche Part des Tandems, Christian Kmiotek (rechts), wurde im Amt bestätigt. Für das Referendum am 7. Juni empfehlen die Grünen ein dreifaches „Ja“. Ganz im Gegensatz zur ADR: Die Alternativdemokraten sind für drei Mal „Nein“. Zum Nachfolger ihrer demissionären Generalsekretärin Liliana Miranda wählten sie auf ihrem Kongress in Gilsdorf Alex Penning.

Zitat der Woche

„Landesplanung darf keine intellektuelle Übung ohne Praxisbezug sein.“ Max Hahn, DP-Abgeordneter, am 20. März im „Wort“

ZITHA-KLINIK – Ambulanter Lichtblick

490_0008_12518516_20140327_L_zitha_DSC5687Der Staat beteiligt sich mit 55,6 Millionen Euro am Ausbau der hauptstädtischen Zitha-Klinik. Die Chamber billigte einstimmig den Gesetzentwurf zur Modernisierung. Unter anderem eine neue Dialysestation, ein neues endoskopisches Zentrum, eine Tagesklinik sowie modernere Operationseinheiten sind die wichtigsten Bestandteile des Projekts. Die Arbeiten sollen bis 2020 abgeschlossen sein. Die Klinik gilt übrigens im Bereich der ambulanten Behandlungen als Vorreiter in Luxemburg.

FONDS DU LOGEMENT – Schattenspiele

490_0008_12821174_20140516_E_Nonnenwiesen_4N_AR_2Daniel Miltgen war 25 Jahre lang das Gesicht des Fonds du logement. Über Erfolg oder Miss- erfolg der Institution kann man streiten. Jedenfalls wurde das Personal deutlich aufgestockt. Allerdings stieg die Zahl der Wohnungen nicht im selben Maße. Letzte Woche ist Miltgen, der zuletzt wegen Unregelmäßigkeiten – unter anderem in einer Affäre um ein Grundstück – und einer gestörten Kommunikation mit Ministerin Maggy Nagel (DP) in der Kritik stand, als Chef des Wohnungsbaufonds abberufen worden. Miltgen wehrt sich mit seinem Anwalt: Die Kündigung sei nicht rechtmäßig. Es gebe prozedurale Fehler, heißt es in einem Schreiben des Anwalts an die Ministerin. Der Geschasste war einst mit einem großherzoglichen Reglement angestellt worden. Ein solches müsse auch bei einer Kündigung erfolgen. Was Nagel bestätigte.

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Philippe Reuter

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