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Chronik der Woche 15: Dauernörgler

Das Frühjahr geizte vergangene Woche nicht mit seinen Reizen, doch die Wochenaktualität schien etwas Trübsal zu blasen. Wie gut, dass es mit dem Besuch des portugiesischen Premiers ein bisschen Schulterklopfen gegen den Trend gab.

Fotos: Isabella FInzi, Jean-Claude Ernst (2), Fabrizio Pizzolante (2), Alain Rischard (2)(alle Editpress)

Offizieller Besuch – Bom Dia

Der portugiesische Premierminister Antonio Costa wurde letzten Mittwoch in Luxemburg empfangen. Eines der Hauptthemen war die Rolle der portugiesischen Sprache, welche in Form eines neuen schulischen Angebots, als „Cours complémentaires“, den portugiesischen Schulkindern helfen soll. Der Empfang war auch die Gelegenheit für beide Regierungen insgesamt fünf Abkommen in unterschiedlichen Bereichen zu unterzeichnen.

Ausbau der A3 – 2 x 3

Die A3, im Volksmund salopp unter dem Namen Düdelinger Autobahn bekannt, wird auf drei Spuren in beide Richtungen ausgebaut. Endlich, werden alle leidgeprüften Autofahrer sagen, die tagtäglich auf einer der meistbefahrenen Autobahnen mit „Stop-and-go“ oder eben Stau eine Geduldsprobe auf sich nehmen. Doch einen Grund gleich in Jubelstürme auszubrechen, gibt es nicht. Der Ausbau wird 2023, wenn alles nach Plan läuft, fertiggestellt sein. Ob die drei Spuren in beide Fahrtrichtungen wirklich als Heilmittel durchgehen, wird man erst dann sehen.

Zahl der Woche: 1,8

Prozent beträgt auf ein Jahr gesehen die Inflation. Im Vergleich zum letzen Monat gab es mit lediglich 0,1 Prozent kaum Inflation zu verzeichnen.

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Funiculaire – Ein weiteres Puzzlestück

11,8 Meter lang und 3,5 Meter breit. Dies sind die Ausmaße des Innenraums des „Funiculaire“, welcher den Bahnhof Pfaffenthal mit dem Kirchberg verbindet. Ab dem 10. Dezember – pünktlich mit dem Winterfahrplan der CFL – wird die Standseilbahn in den Spitzenstunden 7.200 Personen pro Stunde transportieren. 20 Minuten sollen Pendler aus dem Süden und sogar 25 Minuten sollen die aus dem Norden durch die neue Verbindungsmöglichkeit gewinnen. Letzte Woche wurde die Standseilbahn präsentiert und legte ihre ersten Meter zurück und man darf gespannt sein, wie sie sich, zusammen mit der Inbetriebnahme der Tram, auf die Mobilität auswirken wird. Schick sieht das neue Teil auf jeden Fall aus.

„Mier hunn zwar e Wirtschaftswuesstem hei am Land, mä dee kënnt net all Mënsch gläich zegutt.“ Robert Urbé, Sprecher der Caritas am 5. April beim Radio 100,7

Léon Kraus verlässt GSP – Wogen glätten

In den vergangenen Wochen hatte es gewaltig beim „Groupe de support psychologique“ gekriselt. Hintergrund war die Tatsache, dass Léon Kraus, stellvertretender Leiter, beim Pädophilie-Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer von Belair, diesem öffentlich seine Unterstützung zugesprochen hatte. Der Leiter des GSP Charel Bruck hatte dies schärfstens kritisiert und schlussendlich seine Kündigung eingereicht. 14 weitere Mitglieder sind Bruck gefolgt. Nach einer Aussprache mit dem Direktor der „Administration des services de secours“ Paul Schroeder hat Léon Kraus jetzt seinen Rücktritt akzeptiert und es dürfte wohl wieder ein wenig Ruhe beim GSP einkehren.

In eigener Sache – Richtigstellung

Vergangene Woche hatten wir geschrieben, dass Justizminister Félix Braz eine „Cour suprême“ anstreben möchte, was falsch ist. Es soll ein „Conseil suprême de la justice“ geschaffen werden, die „cour constitutionnelle“ soll weiterhin bestehen bleiben.

Deltour geht in Kassation – Auf ein Neues

Der Whistleblower Antoine Deltour wird das Urteil aus der zweiten Instanz beim Luxleaks-Prozesses anfechten und einen Kassationsprozess auf sich nehmen. Dies gab Deltour bei der Generalversammlung seines „Comité de soutien“ bekannt. Der Whistleblower war in erster Instanz zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt worden. In zweiter Instanz war die Strafe auf sechs Monate reduziert worden. Ob der zweite Whistleblower Raphaël Halet auch in Kassation geht, ist noch nicht bekannt. Der Luxleaks-Prozess ist also noch nicht beendet.

Aktionswoche – Kampf gegen Alkohol

Mit einer Aktionswoche will das Gesundheitsministerium auf die (gesundheitlichen) Gefahren der Volksdroge Alkohol aufmerksam machen. Vom 13. bis zum 21. Mai soll der Alkoholkonsum deshalb verstärkt thematisiert werden. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch wies bei der Vorstellung der Kampagne darauf hin, dass Alkohol in unserer Gesellschaft allzu oft verharmlost werden würde. Schwerpunkt bei der Aktionswoche wird das Thema „Keen Alkohol ënnerwee“ sein, um erneut auf die Gefahren von Alkohol im Straßenvekehr hinzuweisen.

Kirchenfabriken – Syfel bleibt hartnäckig

Das Syndikat der Kirchenfabriken (Syfel) zeigte sich vergangene Woche bei einer Pressekonferenz ziemlich entschlossen. Vizepräsident Marc Linden erklärte erneut, dass in den Augen des Syndikats, die Konvention, welche von der Regierung und vom Bistum unterzeichnet wurde, keine Gültigkeit hätte. Zudem wetterte das Syndikat gegen Innenminister Dan Kersch. Dieser würde „Fehlinformationen“ in die Welt setzen, um die Kirchenfabriken zu diffamieren. Auf jeden Fall will das Syfel sich mit allen Mitteln gegen die Enteignungsprozesse wehren. Notfalls würde man sogar vor den Menschengerichtshof ziehen.

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Stellvertretender Chefredakteur
Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

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Author: Philippe Reuter

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