Wie immer in den Schulferien läuft das Leben im Ländchen geruhsamer als sonst. Dafür ist international jede Menge los. Vor allem die Auswirkungen der Panama Papers mischen Europa auf.
Chronik der Woche 15: Heiter und wolkig
Briefkastenfirmen – Je suis Panama
Ganz Europa ist in Aufruhr wegen der sogenannten Panama Papers, mit denen Anfang April Informationen über etwa 215.000 Briefkastenfirmen und deren Eigentümer veröffentlicht wurden. Der isländische Premierminister Gunnlaugsson tritt wegen Transaktionen seiner Frau zurück, und auch der britische Prime Minister Cameron muss zugeben, dass er einst in die Offshore-Konten seines Vaters investierte. Einzelpersonen aus Luxemburg mussten sich bislang nicht rechtfertigen, allerdings befinden sich unter den Top Ten der Geldinstitute, von denen die meisten Briefkastenfirmen verwaltet werden, vier luxemburgische Banken (siehe Hintergrund, Seite 12). Die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ titelt mit aufgebrachten Zigarrenrauchern, die den Schriftzug „Je suis Panama“ hochhalten. (Zeichnung: Charlie Hebdo)
Passagierzahlen – Findel legt zu
22,2 Prozent mehr Fluggäste als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres meldet der Flughafen Findel für die Monate Januar bis März. Der starke Anstieg der Passagierzahlen ist eine Folge der erweiterten Angebote verschiedener Airlines. So fliegt die Lufthansa täglich acht statt wie bislang zwei Mal Luxemburg an, jeweils vier Mal von Frankfurt und München. Auch EasyJet, KLM und British Airways bieten mehr Flüge an. Außerdem sind mit HOP! und LOT zwei neue Fluggesellschaften hinzugekommen. Die Luxair konnte zwar ebenfalls einen Zuwachs an Passagieren verzeichnen, blieb aber mit 10,1 Prozent hinter ihren Konkurrenten zurück. (Foto: EDITPRESS/Jean-Claude Ernst)
Tram – Arbeiten unterbrochen
Eigentlich sollten nur ein paar Rohre verlegt werden, doch bei den Bauarbeiten für die Tram werden beim Glacis die Überreste einer alten Kapelle freigelegt, die dort vor fast 400 Jahren gebaut wurde. Doch nicht die Bauarbeiter werden auf die alten Steine aufmerksam, sondern ein zufällig vorbeilaufender Historiker. Dieser sorgte für einen sofortigen Baustopp. Jetzt werden die Rohre an anderer Stelle verlegt. Um die Überreste der Kapelle kümmern sich Archäologen.
Uni Luxemburg – Platz 14
Jedes Jahr veröffentlicht das britische Magazin „Times Higher Education“ ein Hochschulranking junger Universitäten. Dabei werden insgesamt 13 Punkte in fünf Kategorien bewertet: Lehre, Forschung, Zitierung, internationale Ausrichtung und Drittmittel aus der Industrie. Dieses Jahr belegt die Uni Luxemburg darin einen beachtlichen 14. Platz. Diesen hat sie vor allem der Vielzahl an Zitierungen zu verdanken. Damit wird bewertet, wie oft Arbeiten der Universität in anderen Arbeiten zitiert werden. Auf den ersten Platz kam die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz, gefolgt von der Nanyang Technological University in Singapur. (Foto: Editpress/Isabella Finzi)
Frühlingswetter – Biker, aufgepasst!
Kaum zieht Frühlingswetter im Ländchen auf, werden überall auch schon wieder die Motorräder aus dem Winterschlaf geholt. Kleinere und größere Unfälle bleiben da bekanntermaßen leider nicht aus. Allein am Wochenende sind wieder Schwer- und Leichtverletzte zu beklagen. Im deutschen Grenzgebiet stirbt ein 29-Jähriger, als er in einer langen Kurve die Kontrolle über seine Maschine verliert. Gegenseitige Rücksichtnahme ist also angesagt. Die Polizei kündigt für die nächsten Wochen verstärkte Kontrollen an.
Rettung – Vermisster Hund gefunden
Manchmal gibt es auch richtig schöne Nachrichten, wie zum Beispiel die über den Hund Mali, der bereits seit drei Wochen von seinen Besitzern vermisst und dann in einer Felsspalte bei Berdorf im Mullerthal gefunden und von der Feuerwehr gerettet wird. Der gesundheitliche Zustand des Hundes sei gut, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Und die Besitzer sollen überglücklich sein.
Maut – Brummifahrer streiken
Gegen die am 1. April in Kraft getretene Einführung einer Kilometer-Gebühr für Lkws auf belgischen Straßen streiken betroffene Brummifahrer und blockieren tagelang Straßen und Autobahnen des Nachbarlandes. Die Folgen bekommt auch Luxemburg zu spüren. Abgesehen von langen Staus geht auch der Sprit an den grenznahen Tankstellen zur Neige, weil nicht nachgeliefert werden kann.
EZB – Kein Helikoptergeld
Noch im März hatte EZB-Chef Mario Draghi Geldgeschenke an die Bürger des Euroraums als „interessante Idee“ zum Anheizen der Inflation bezeichnet. Jetzt haben sich andere Führungsmitglieder der Europäischen Zentralbank dagegen ausgesprochen. Das sogenannte Helikoptergeld – die Rede war von 1.300 Euro pro Bürger des Euroraums – wird unter Fachleuten als eines der letzten Mittel gegen drohende Deflation eingesetzt, wenn alles andere nicht funktioniert hat. Seit einigen Jahren fällt die Inflation im Euroraum zu niedrig aus. Angestrebt sind jährliche zwei Prozent Preissteigerung, doch die Realität sieht anders aus. Was sich in Luxemburg unter anderem darin bemerkbar macht, dass die nächste Index-Erhöhung immer weiter verschoben wird. Doch dafür bleiben ja die Spritpreise stabil niedrig.







