Während Bud Spencer mittlerweile im Paradies seine Schellen verteilt und seinen Dampfhammer zum Einsatz bringt, ging es in Luxemburg rund. Prostitution, Polizeireform und Lux-Leaks sorgten für Diskussionen.
Chronik der Woche 27: Gott vergibt, Django nie
Lux-Leaks-Prozess – Wenn man vom Teufel spricht
Im Lux-Leaks-Prozess wurde das Urteil gesprochen. Der Whistleblower Antoine Deltour wurde zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt, der zweite Whistleblower Raphaël Halet zu 1.000 Euro Geldstrafe und neun Monaten Gefängnis auf Bewährung. Der dritte Angeklagte, der Journalist Edouard Perrin, wurde freigesprochen. Die Anwälte von Deltour und Halet haben bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Lesen Sie zu diesem Thema auch das Editorial. (Foto: Editpress/Herve Montaigu)
Polizeireform – Wolter haut den Lukas
Die angedachte Polizeireform sorgt noch immer für reichlich Diskussionsstoff. Die Verhandlungen zwischen der Polizeigewerkschaft und der Regierung stecken in der Sackgasse, und im Parlament wetterte der CSV-Abgeordnete Michel Wolter gegen die angedachte Reform. Unter anderem das Schließen der kleinen Kommissariate sei negativ, und Wolter legte vergangene Woche bei der Konsultationsdebatte im Parlament noch in Sachen Polizei-Audit nach. Er witterte einen Skandal, weil die Firma, die den Audit machte, jetzt für 1,5 Millionen Euro auch die Umsetzung der Reform begleiten würde. (Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante)

Foire agricole – Plattfuß in Ettelbrück
Die „Foire Agricole“ in Ettelbrück entpuppte sich an diesem Wochenende als richtiger Zuschauermagnet. Moderne Landmaschinen, Streichelzoo und die Verköstigung mit regionalen Produkten zogen tausende Besucher auf die Deichwiesen. Wer es am Wochenende nicht nach Ettelbrück verschlug, der konnte sich zum Beispiel in Bettemburg bei der „Nuit des merveilles“ verzaubern lassen, in Stadtbredimus amerikanische Autos bewundern oder beim „Gesondheetsdag“ in Düdelingen seine Gesundheit checken lassen. (Foto: Editpress/Isabella Finzi)
Fixe Radaranlagen – Quo vadis?
Nachdem vergangene Woche zwei Menschen bei einem Unfall im Kreisverkehr am Ende der Escher Autobahn ihr Leben ließen und sich mehrere Hunderte dort zu einem Gedenkmarsch trafen, beschloss Transportminister François Bausch, dass im Rahmen der zehn neuen Radargeräte, welche 2017 errichtet werden, auch ein fixer Radar am Ende der A4 errichtet wird. Im Transportministerium ist man der Meinung, dass die progressive Geschwindigkeitsreduzierung von 130 auf 110 auf 90 auf 70 auf 50 km/h, welche sich immerhin über knappe vier Kilometer erstreckt, nicht ausreicht. (Foto: Fabrizio Pizzolante/Editpress)
Smart Meter – Halleluja… Amigo
In Luxemburg werden in den nächsten Jahren der Gas- und der Stromverbrauch nur durch sogenannte „Smart Meter“ gemessen. Bei Neubauten werden sie direkt verbaut, und progressiv sollen 300.000 Strom- und 80.000 Gaszähler durch die neuen digitalen Zähler ersetzt werden. Sie ermöglichen eine Fernablesung und sollen Kunden helfen, Strom zu sparen. Die Zwangsbeglückung mit den Stromzählern 2.0 stößt nicht überall auf Gegenliebe. Vor allem datenschutztechnische Gründe werden angeführt. (Foto: Fabrizio Pizzolante/Editpress)
Cargolux – Heute ich… morgen Du!
Nach etwas mehr als zwei Jahren verlässt Generaldirektor Dirk Reich seinen Posten bei der Cargolux. Reich hatte im März 2014 den Posten übernommen und konnte für die Frachtfluggesellschaft im vergangenen Jahr einen Gewinn von 49 Millionen Dollar (2014 waren es lediglich 3 Millionen Dollar) erwirtschaften. Er verlässt die Airline aus privaten Gründen. Der Nachfolger von Dirk Reich soll Richard Forson (Foto) werden, und als Finanzchef soll Maxim Strauss eingesetzt werden.
Schulfach „Vie et société“ – Fäuste für ein Halleluja
Mit dem Einführen des Werteunterrichts müssen sich Religionslehrer in der Primärschule neuen Aufgaben widmen. 142 Religionslehrer haben ein Dossier beim Unterrichtsministerium eingereicht. 102 erfüllen die Mindestqualifikation, um in Zukunft in der Primärschule arbeiten zu können. Für die 39 anderen wird die Kategorie „Réserve d’auxiliaires éducatifs“ geschaffen, und sie können in verschiedenen Bereichen arbeiten.
Prostitution – Regierung räumt auf
Seit geraumer Zeit wird über den richtigen Umgang mit der Prostitution in Luxemburg diskutiert. Die Regierung will mit einem eigenen Modell vorgehen. So sollen zum Beispiel der Kampf gegen Zuhälterei und Menschenhandel verstärkt und härtere Strafen ausgesprochen werden. Ein Aktionsplan für Hilfsmaßnahmen und Ausstiegshilfen für Prostituierte soll ausgearbeitet werden.

Hubert Morang
Stellvertretender Chefredakteur
Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia






