… dann sind sie nicht mehr aufzuhalten. Was für die Natur gilt, gilt auch für uns. Ob Maut, Petitionen, Gerichtsprozesse oder designierte Präsidenten – wir müssen mit ihnen leben. Der Traum vom nächsten Urlaub kann da nicht schaden.
Chronik der Woche 3: Wenn Steine rollen…

Neujahrsempfang – Presse unter sich
Der obligatorische Neujahrsempfang der Presse von Premier Bettel und dem Presserat lockt am Mittwochvormittag nicht einmal ein Drittel der fast 500 hauptberuflichen Journalisten ins Geschichtsmuseum (siehe auch Seite 64). Dabei ist Bettels Rede angenehm emotional. Denn einerseits betont er, wie wichtig eine gesunde und vielfältige Presselandschaft im Lande ist, weswegen auch die staatliche Pressehilfe erhalten bleiben soll. Andererseits wünscht er der berichtenden Zunft ein paar erfreulichere Nachrichten im neuen Jahr, verglichen zu dem, was 2016 zu vermelden war.
Foto: Isabella Finzi (Editpress)

Staatsbesuch – Merkel bei Bettel
Einen ganzen Vormittag nimmt sich die deutsche Bundeskanzlerin am Donnerstag für ihren Besuch im Großherzogtum Zeit, bevor es für weitere Termine nach Brüssel geht. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Premier Xavier Bettel und ein Treffen mit dem großherzoglichen Paar. Beim Thema PKW-Maut auf deutschen Autobahnen zeigt sich die Kanzlerin wenig gesprächsbereit, melden die Tageszeitungen am Freitag empört. Aber die Frau hat genügend andere Probleme, wie wir wissen. Nicht nur der Ausgang der weltweiten Wahlen und Referenden nagt an ihr. Auch sie selbst muss sich im September dem Votum der Wähler stellen.
Foto: Jean-Claude Ernst (Editpress)
Petition 698 – Heißes Eisen
14.724 Befürworter hatte die Petition, die Luxemburgisch als erste Amtssprache fordert, und wird damit als „Rekordpetition“ in die Geschichte eingehen. Doch auch etliche Gegner wurden auf den Plan gerufen und starteten eine Gegenpetition, was heftige Diskussionen über und unter der Gürtellinie zur Folge hatte. Jetzt werden politische Entscheidungen getroffen. Los ging es am Montag mit der ersten öffentlichen Anhörung im Parlament.
Foto: Isabella Finzi (Editpress)

„Die Nato hat Probleme. Sie ist obsolet.“ Der zukünftige Präsident der USA, Donald Trump, in einem Interview mit der britischen Times und der deutschen Bild
Wintereinbruch – Wind, Eis und Schnee
Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern begleitet von teils heftigen Schneefällen fegt Tief „Egon“ über Europa und stattet auch Luxemburg einen Besuch ab. In der Nacht zu Freitag muss die Feuerwehr 280 Mal ausrücken. Umgestürzte Bäume, zugeschneite Straßen und Unfälle auf glatten Fahrbahnen sind der Grund. Am Wochenende lässt zwar der Wind nach, Schnee und Kälte aber bleiben. Es kommt zu weiteren Unfällen. Diverse Busse und LKW bleiben liegen. Ein Ende der Kältewelle ist vorerst nicht abzusehen. Aber hey – es ist Winter. Da darf es kalt sein. Umso gemütlicher ist es im warmen Zuhause. Und spätestens im Sommer freuen wir uns sowieso über den frostigen Winter. Wenn es nämlich weniger Zecken, Mücken und Fruchtfliegen gibt.
Foto: Isabella Finzi (Editpress)

School Leaks – Verkehrte Welt
Knapp zwei Jahre nach der sogenannten „School Leaks“-Affäre kommt mit dem Prozessbeginn Bewegung in den Fall. Am vierten Verhandlungstag halten die Verteidiger der beschuldigten Lehrerinnen die Plädoyers und weisen drauf hin, dass man nicht von einer Verletzung des Berufsgeheimnisses sprechen könnte, weil die Prüfungsunterlagen nicht als vertraulich markiert waren. Die Argumentation erinnert an die US-amerikanische Mutter, die Ferrero verklagt hatte, nachdem ihr Kind durch übermäßigen Verzehr von Nutella übergewichtig wurde, obwohl die Nusscreme in der Werbung als gesund beschrieben wird. Wahrscheinlich ist es zuviel verlangt, eigene Schlüsse aus den Angaben über Kalorien und Fettgehalt einer Nuss-Nougatcreme zu ziehen. Genauso wie sich zu überlegen, dass Prüfungsinhalte vielleicht nicht zuvor die Runde machen sollten. Die amerikanische Mutter hat jedenfalls Recht bekommen.
Foto: Salih Ucar (pixelio.de)
Staatsschulden – Gesundes Luxemburg
11,29 Milliarden Schulden in der öffentlichen Verwaltung. Was unvorstellbar viel klingt, ist für den Staatshaushalt kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Mit einer Schuldenquote (bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt) von unter 22 Prozent steht das Großherzogtum ausgesprochen gut da. Es hat sogar die zweitniedrigste Schuldenquote der EU, nur Estland geht es mit 9,7 Prozent noch besser.

Flughafen Findel – Rekordjahr
12,4 Prozent mehr Passagiere zählte der Flughafen Findel im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind die Erwartungen von Betreiber Lux-Airport weit übertroffen. Als Hauptgrund des Wachstums werden die fünf neuen Airlines angegeben, die neuerdings von Findel fliegen: Hop!, Air France, LOT, Flybe und Ryanair.
Foto: Jean-Claude Ernst (Editpress)
Salon Vakanz – Warum in die Ferne schweifen?
Drei Tage lang Reisemesse auf Kirchberg. Wer da sein Fernweh nicht stillen kann, ist selber schuld. Aber muss es denn immer das weit entfernte Reiseziel sein? Es ist nämlich auch in Luxemburg ganz schön, sagt Staatssekretärin Francine Closener in ihrer Eröffnungsrede. Zumindest bestätigen das die steigenden Zahlen an Touristen, die ins Land kommen und sich von der „Authentizität“ des Großherzogtums überzeugen. Wie immer ist die Messe gut besucht: 23.000 Besucher werden gezählt. Groß im Trend dieses Jahr: Griechenland. Und der Geheimtipp? Sri Lanka.
Foto: Hervé Montaigu (Editpress)








