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Chronik der Woche 34: Blick nach vorne
Chronik der Woche 34: Blick nach vorne
Die Terroranschläge in Spanien werfen einen langen Schatten auf die nationale Aktualität, die sich unter anderem um Dissens in der Luft- und Raumfahrt drehte. Für Gesprächsstoff sorgte jedoch auch eine Anschaffung der Polizei.
Fotos: Jean-Claude Ernst (Editpress) (2), ESO, Tesla, Police Grand-Ducale, Siegfried Weisenburger (wiki), Philippe Reuter

Wer hat das Sagen? – Streikbereitschaft am Findel
In dem seit Monaten anhaltenden Streit um eine vermutete Privatisierung und Kompetenzverlagerung von der Flughafenverwaltung ANA (administration de la navigation aérienne) hin zur Flughafengesellschaft lux-Airport scheinen sich die Fronten zu verhärten. Bei der ANA stehen unter anderem Sicherheitsbedenken an der Tages-
ordnung. Grund für das Chaos ist die bevorstehende Zertifizierung des Flughafens, der nun nur noch
von lux-Airport betrieben werden soll. Die ANA würde dem Unternehmen zuarbeiten. Die Mitarbeiter der Behörde bemängeln, ihre sicherheitsrelevanten Einwände seien vom Minister für Nachhaltigkeit François Bausch ignoriert worden. In einem Schreiben der zuständigen Gewerkschaften RPAA und GLCCA wurde ein Streik in Aussicht gestellt.
Terror in Spanien – Der Alltag im Visier
Es ist kaum zu fassen, mit welcher Brutalität und Verachtung die Attentäter in Barcelona vorgegangen sind. Auf der Las Ramblas raste ein Auto in die Menschenmenge, tötete dabei 13 Passanten und verletzte mehr als 100 weitere. Acht Stunden später kam es zur zweiten Attacke in Cambrils, bei der eine Person ums Leben kam sowie alle beteiligten Attentäter. Eine Zeit lang kursierte das Gerücht, es befinde sich auch ein Luxemburger unter den Opfern, was sich jedoch bis zum Redaktionsschluss nicht bestätigte.

Zahl der Woche: 180
Schausteller werden dieses Jahr auf der Schobermesse präsent sein.
Fantastic Four – Ohne Beute
Mitte letzter Woche lauerten offenbar zwei Unbekannte den beiden Angestellten einer Tankstelle in Frisange auf, die um sechs Uhr ihr Geschäft öffneten. Mit einer Schusswaffe zwangen die Täter die beiden Frauen, ihnen Zugang zur Kasse zu verschaffen, um anschließend mit dem Geld das Weite zu suchen. Unterwegs zum Fluchtauto wurden die Täter jedoch von vier mutigen Zeugen abgefangen, mussten Geld und sogar die Waffe zurücklassen und flüchteten mit einem Automit französischem Kennzeichen über die Grenze. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Which Way to the Front? – 70-jährige Verspätung
Die Einwohner von Selscheid und Brachtenbach im Norden des Landes wurden am vergangenen Mittwoch von der Polizei aufgefordert, sich nicht in den nahe gelegen Wäldern aufzuhalten. Grund hierfür war die Sprengung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Die fachgerechte Beseitigung des 250 Kilogramm schweren Überbleibsels des Krieges wurde vom Service de Déminage de l’Armée Luxembourgeoise (SEDAL) vorgenommen.

The Fast & The Furious – Blaulicht und E-Mobilität
Die Polizei rüstet sich für umweltschonende Verfolgungsjagden. Der Fuhrpark der Behörde soll um zwei Vehikel vom Typ Tesla S erweitert werden. Es ist laut RTL-Informationen ein gemeinsames Projekt des Nachhaltigkeitsministeriums und der Polizei, das zum Ziel hat, die Fahrzeuge zwei Jahre lang auf ihre Tauglichkeit für den allgemeinen Staatsdienst zu testen. Die Polizei sei deshalb die richtige Wahl gewesen, weil sie über eine eigene Autowerkstatt verfüge. Hier sollen die Autos als Streifenwagen ausgestattet werden und für die Autobahnpolizei zum Einsatz kommen. Wie aus diversen Foren zu vernehmen ist, stößt diese 100.000 Euro-Anschaffung (das Stück) auf viel „Internet-Empörung“, und auch bei der Polizei ist man sich nicht sicher, ob es eine gute Idee ist. Doch dafür gibt’s ja eine Testphase!
Zitat der Woche
„Deshalb greift das Luxemburger Gesetz ins Leere. Es stellt rechtlich gesehen ein Nullum dar.“ Prof. Dr. Stefan Hobe am 16. August im Interview mit RTL zum Thema Space Mining.
Spaceballs – Weltraumwirtschaft
Seit Bekanntwerdens des ehrgeizigen Spacemining-Projekts, das Investoren ins Land holen und Luxemburg eine Vorreiterrolle in der Branche verschaffen soll, hagelt es nur so an Kritik. Das von der Chamber Mitte Juli gestimmte Gesetz steht vor allem von Seiten der Linken unter Beschuss. Das Projekt basiere auf einem wirtschaftlichen Wachstum ohne Grenzen, würde zur Bereicherung einiger Milliardäre führen, während der Staat das Risiko trage. Zudem fuße das Gesetz auf einer fraglichen Interpretation von internationalen Verträgen. Letzteres bestätigte nun ein Experte für Weltraumrecht der Universität Köln gegenüber RTL. Professor Stephan Hobe argumentierte, Luxemburg hätte nicht die Kompetenzen, Weltraum-Legislatur zu produzieren. Dem entgegnete der zuständige Minister Schneider, man habe sich vielerseits beraten lassen, auch bei der Uni-Luxemburg. Laut Marc Baum von déi Lénk würde der nicht öffentliche Bericht der Uni jedoch zur Schlussfolgerung kommen, dass das Vorhaben der Regierung gewagt sei.
Les Grandes Vacances – Macron kommt!
Nach einer Arbeitsvisite von Premierminister Xavier Bettel bei seinem französischen Pendant kündigt die Regierung nun die Visite von Emmanuel Macron in Luxemburg an. Es sei ein Gespräch über europäische Angelegenheiten geplant sowie über die bilateralen Beziehungen insgesamt.

Falling Down – Äddi Aussicht
Seit Juni verschaffte der City Skyliner auf der Place de la Constitution
den Besuchern eine fabelhafte Aussicht in rund 80 Metern Höhe. Jetzt ist jedoch Schluss mit den Höhenflügen – zumindest so lange, bis die Schobermesse beginnt.
Philippe Reuter
Journalist
Ressorts: Land und Leute
Author: Martine Decker