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Chronik der Woche 36: Leben in der Bude

Mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen hat der Sommer noch einmal aufgedreht, bevor er sich vollends in den Süden zurückzieht, wie die Meteorologen voraussagen. Aber sonst scheint es wieder loszugehen.

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Polizei – Gewerkschaft hat nichts zu sagen

Am 22. Juni wurden die Ergebnisse des Polizeiaudits vorgestellt und dabei versprochen, diverse Schwachstellen zu beheben. Leider wurde bei der Erstellung des Audits auf die Stellungnahme der Polizeigewerkschaft SNPGL weitgehend verzichtet, wie die Gewerkschaft selbst sagt. Innenminister Etienne Schneider behauptet auf eine parlamentarische Anfrage hin das Gegenteil, alle Personalvertretungen hätten ausreichend Möglichkeiten gehabt, sich einzubringen. Jetzt, so die SNPGL, hoffe man aber, richtig eingebunden zu werden, wenn es um die Umsetzung der neuen Pläne geht.

Foto: Jean-Claude Ernst/Editpress

Audience procès Bommeleeër Sale TL 1.10 - 3eme JOUR

Polemik – Betteln geht nicht

Nachdem sich Rechtsanwalt Gaston Vogel in einem offenen Brief Luft gemacht hat über die „stinkenden Bettler“ in den Straßen der Hauptstadt, hat er jetzt behauptet, eindeutige Beweise dafür zu haben, dass es sich bei ihnen um Mitglieder von organisierten Verbrecherbanden aus dem Osten Europas handelt. Die Politik indes schreibt sich das Thema auf ihre Tagesordnung. Man unterstütze zwar nicht die derbe Ausdrucksweise, lassen Bürgermeisterin Polfer und Premierminister Bettel wissen, doch die Sache an sich gehöre sicherlich angegangen. Ist vielleicht gut so. Gucci, Prada und all die anderen werden sich freuen.

Foto: Archiv Editpress

Bahnreisen – Mehr Sicherheitspersonal

Nach dem vereitelten Anschlag im Hochgeschwindigkeitszug Thalys einigen sich Verkehrs- und Innenminister aus neun europäischen Ländern, darunter auch Luxemburg, darauf, die Kontrollen von Bahnreisenden und deren Gepäck sowohl auf den Bahnhöfen als auch in den Zügen zu verschärfen und damit die Sicherheit zu erhöhen. Zudem wird die Luxemburger Polizei eine Sondereinheit von 15 Beamten bilden, um weitergehende Vorgehensweisen auszuarbeiten, bestätigt Transportminister François Bausch (déi gréng) am Mittwoch.

Zahl der Woche: 3,6

Billionen Euro. Auf diese Größe ist das Volumen der Fonds, die in Luxemburg verwaltet werden, gestiegen.

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Facebook-Minister – Dunkle Wolken für Asselborn

Kaum zu glauben, aber wirklich wahr: Luxemburgs Außenminister und halbprofessioneller Radfahrer fährt seine persönliche Tour de France und hält alles auf einer speziell dafür eingerichteten Facebook-Seite fest. Dann vermutet irgendjemand über Twitter, Asselborns Einträge seien gefälscht und prompt blockiert das amerikanische Unternehmen die Seite. Erst auf eingehende Beschwerden und nach Prüfung der Personalien wird sie wieder freigeschaltet.

Foto: Facebook

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Inflation – Billiges Diesel, teures Obst

Autofahrer freuen sich: Der Preis für einen Liter Diesel rutscht unter die Ein-Euro-Grenze. Dafür wird in Luxemburg beim Kauf von Obst tiefer in die Tasche gegriffen. Ganze 5,95 Prozent mehr als im Vorjahr muss dafür berappt werden. Die Gesamtinflation liegt indes bei unbedeutenden 0,65 Prozent. Ob es da wohl zu einer Indextranche kommen wird? Zu wünschen wäre es. Allein wegen der teuren Obstpreise. Studien belegen nämlich, dass die Luxemburger immer dicker werden. Obst könnte helfen, wenn man es sich denn leisten kann. Blöd nur, wenn die Tüte Chips oder die Tiefkühlpizza deutlich billiger ist als ein paar Äpfel.

Foto: Fotolia

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Studie – Elektroschrott

Laut einer aktuellen Studie wird in Europa nur ein Drittel des Elektroschrotts richtig entsorgt. Von den jährlich etwa 9 Millionen Tonnen elektrischen und elektronischen Geräten, die in Europa auf dem Müll landen, kommen also nur 3 Millionen Tonnen dort an, wo sie fachgerecht recycelt werden können. Der Rest landet im Hausmüll oder wird in andere Länder ausgeführt, um dort entweder ausgeschlachtet oder weiterverwendet zu werden. Ein Großteil des Mülls aber wird innerhalb Europas verschoben, um dort mit den Innereien Handel zu treiben. Die Geräte sind nämlich nicht nur gespickt mit Giftstoffen wie Blei und Quecksilber, sondern stecken auch voller hochwertiger Rohstoffe, die Geld einbringen. Dadurch entstehe der EU ein geschätzter Schaden von bis zu 1,7 Milliarden Euro.

Foto: Frank Radel/pixelio.de

Zitat der Woche

„Wenn wir mit großen Migrationswellen konfrontiert werden, sind wir überfordert.“ Premierminister Xavier Bettel am 27. August 2015 im Luxemburger Wort.

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Urlaubsgeschichten – Vorbildliche Finder

Was für eine schöne Nachricht am Ende des Sommers: Eine luxemburgische Familie findet an der belgischen Küste eine riesige Auster und bringt diese ins Museum, damit auch jeder etwas von dem prächtigen Stück hat. 38 cm lang und etwa 25 Jahre alt soll die Auster sein, was nicht nur für belgische Verhältnisse, sondern weltweit völlig außergewöhnlich ist.

Foto: deredactie.be

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Agrarpolitik – Bauern mucken auf

Die französischen und belgischen Bauern haben es vorgemacht, jetzt ziehen die anderen europäischen nach. Und auch die luxemburgischen Bauern haben die Nase voll. Nicht nur vom heißen und trockenen Sommer, der für Ertragseinbußen von über 50 Prozent sorgt, sondern auch von zunehmenden Subventionskürzungen und immer strengeren Auflagen. Die fünf Bauernorganisationen werden der Regierung am 1. September einen Forderungskatalog vorlegen, in dem sie mehr Unterstützung und Förderung verlangen. Sollte es keine Einigung geben, wird mit Aktionen gedroht. In Frankreich hatten die Bauern unter anderem die Autobahnen blockiert, um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.

Foto: Archiv Editpress

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Lebenszeit – Eineinhalb Tage im Stau

Durchschnittlich 34 Stunden stand jeder Luxemburger im vergangenen Jahr im Stau. Das sind zwei mehr als im Jahr zuvor. Über die Ursachen der Staus wissen wir viel: Berufsverkehr, Grenzgänger, Tanktouristen. Nur Lösungen gibt es wenige: Auf die vielen Grenzgänger kann man nicht verzichten, auf die Tanktouristen will man nicht. Home Office und gleitende Arbeitszeiten wären Möglichkeiten, mit denen man den Berufsverkehr entlasten könnte. Die Niederlande hat es vorgemacht, dort gibt es seit ein paar Monaten ein Anrecht auf Heimarbeit.

Foto: Archiv Editpress

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

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Author: Martine Decker

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