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Chronik der Woche 37: Ab in den Wahlkampf

Der offizielle Startschuss für den Gemeindewahlkampf ist am Wochenende gefallen, und vielleicht bringt dieser ja etwas Schwung in den gemächlichen Trott der Aktualität. Denn richtig viel war auch in der ersten Septemberwoche nicht los.

Fotos: Alain Rischard (2), Fabrizio Pizzolante (beide Editpress), Pixabay.com (4)

Wetterbilanz – Besser als gedacht

Irgendwie wurde man über den Sommer das Gefühl nicht los, die warme Jahreszeit sei ziemlich kühl ausgefallen, doch ein Blick auf die von MeteoLux aufgestellte Bilanz für die Monate Juni, Juli und August zeigt, dass, wie so oft, das Gefühl täuscht. Im Durchschnitt lag die Temperatur bei 18,8 Grad, was 1,5 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1981-2010 liegt. Der 22. Juni war mit 35,4 Grad der wärmste Tag des Sommers, ein historischer Höchstwert für den Monat Juni. In besagter Periode war gleichzeitig der gemessene Niederschlag um zwei Prozent niedriger als in der Periode 1981-2010.

Dog Show – Mehr Kontrolle

Bei der diesjährigen Hundeausstellung in der Luxexpo war ein Hundeaussteller anwesend, welcher einen Teil seiner Hunde in einem Lieferwagen auf dem Parkplatz bei starker Hitze ohne Wasser hielt. Diese Tierquälerei wurde entdeckt, die Hunde konfisziert, und nun fordern sowohl die Veterinärinspektion wie auch die Luxexpo selbst, dass der Veranstalter „Fédération Cynologique Luxembourgeoise“ neue Bedingungen erfüllen und strengere Kontrollen durchführen muss, soll die Ausstellung 2018 erneut stattfinden.

Zahl der Woche: 179

ist der Platz, auf dem die uni.lu in der neuesten Ausgabe der „Times Higher Education World University Rankings“ geführt wird. Seit 2016 gehört die uni.lu zu den 200 besten Universitäten weltweit.

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Gemeindewahlkampf – Auf die Plätze, fertig, los…

Seit dem Wochenende schießen die Wahlplakate wie Pilze aus dem Boden, es wird geklebt und aufgestellt, was das Zeug hält, und sogar beim Einkaufsbummel am Samstag kommt man an den gedruckten Wahlprogrammen der einzelnen Parteien kaum noch vorbei. Einen Monat wird der Spuk dauern. Die Nummern für die Parteien, welche mindestens in 24 Proporzgemeidnen eine Liste präsentieren, wurde ebenfalls am Wochenende gezogen: landesweit sind „déi Gréng“ Nummer 1, die LSAP 2, CSV 3 und die DP 4.

Frank Engel – Billige Provokation

„Déi aktuell Regierung huet zanter Amtsuntrëtt déi gréisst Purge am öffentlechen Dingscht zanter der Zivilverwaltung virgeholl – et je pèse mes mots.“ Dieses Statement veröffentliche Frank Engel auf Facebook und provozierte (bewusst), indem er Ausdrücke wie „Purge“ und „Zivilverwaltung“ benutzte, welche an die Zeit der Nazibesetzung Luxemburgs anspielen. Hoffentlich lässt Engels Wortwahl nicht auf die Qualität des Wahlkampfs für die kommenden Nationalwahlen im Jahr 2018 schließen.

„Qui mieux qu’un enseignant sait ce dont a besoin l‘élève? De la crèche au lycée, c’est le même principe.“ Bildungsminister Claude Meisch am 7. September in der Wochenzeitung „Le Jeudi“.

Springprozession – Ein bisschen Polemik gefällig?

Der Echternacher Willibrordus-Bauverein sorgte mit einer Pressemitteilung für ziemlich viel Aufsehen und regte sich – kurz vor Beginn des Schuljahres 2017/2018 – über die Ferienordnung des Jahres 2018/2019 auf. In besagtem Schuljahr fallen die Pfingstferien nämlich vor den Pfingstsonntag und Pfingstdienstag, der Tag der Springprozession ist kein schulfreier Tag. Neben dem doch etwas merkwürdigen Zeitpunkt dieses Schreibens wird auch die Tatsache, dass Schüler, welche eine Entschuldigung einreichen, ohne Probleme nach Echternach dürfen, im Schreiben nicht erwähnt. Auch nicht, dass die Zahl der Pilger, auch wenn Ferien sind, rückläufig ist, unter anderem deshalb, wie es die katholische Kirche selbst auf ihrer Internetseite cathol.lu schreibt: „Il faut tenir compte de l’évolution de la société: Comme le Mardi de la Pentecôte tombe le plus souvent dans la période des vacances scolaires, beaucoup de familles en profitent pour se reposer à l’étranger.“

Google Datenzentrum – 33 Hektar stehen bereit

Google möchte bekanntlich eventuell ein Datenzentrum in Luxemburg errichten und benötigt dafür eine Fläche von 33 Hektar. Nachdem es etwas gedauert hat, diese Fläche zusammenzutragen, vor allem weil ein Mitbesitzer eines Grundstückes sich weigerte zu verkaufen, konnte Wirtschaftsminister Etienne Schneider letzte Woche einen positiven Abschluss der Verhandlungen vermelden. Die Entscheidung, ob der Internetgigant Google das Datenzentrum in der Gemeinde Bissen bauen möchte oder nicht, wird erst in den nächsten Wochen fallen. Vielleicht war das ganze Hin und Her in Luxemburg nicht viel mehr als ein Sturm im digitalen Wasserglas.

Umverteilungsprinzip – Flüchtlinge angekommen

Während das Urteil des Europäischen Gerichtshofs klar Schiff gemacht hat und nun auch Ungarn und Slowakei gegen ihren Willen Flüchtlinge aufnehmen müssen, sind in Luxemburg 48 weitere Flüchtlinge aus Italien angekommen. Luxemburg hat sich verpflichtet, im Rahmen des Umverteilungsprinzips bis Ende des Jahres 557 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland hierzulande eine neue Perspektive zu bieten. Bis jetzt sind 431 Flüchtlinge angekommen, und Luxemburg dürfte demnach seinen Verpflichtungen nachkommen.

Krankenkasse

Aus der Bilanz der Luxemburger Gesundheitskasse (CNS) für das Jahr 2016 geht hervor, dass insgesamt 813.124 Personen bei der CNS versichert sind, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund vier Millionen Rechnungen hat die Behörde in den vergangenen zwölf Monaten zurückerstattet. Welch ein Arbeitsaufwand! Vielleicht sollte die politische Ebene doch endlich mal über eine Ausweitung des Prinzips des „tiers payant“ nachdenken…

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Aktualität, Politik, Multimedia, Bandporträts

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Author: Philippe Reuter

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