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Chronik der Woche 42: Indian Summer

Die Bäume verfärben sich, der Himmel ist hellblau. Im Südwesten laufen die kreativen Köpfe auf 1535 Grad heiß, in der Hauptstadt wird Street Food gekocht – und andere kriegen Grippe mit Fieber. Vom „heißen Herbst“ wird aber meistens nur in der Politik gesprochen.

490_0008_14154468_17_03_2015_Editpress_010789Landwirtschaft – Ernster Strukturwandel

Die Landwirtschaft hatte im Sommer unter der Hitze zu leiden. Abgesehen davon steht sie vor einer bedrohlichen Krise. So sehen es zumindest die Agrarverbände. Die Lage sei „ganz ernst“. Auf einer Pressekonferenz beklagten sie den Strukturwandel. Den Bauern macht zu schaffen, dass die Produktionskosten in den letzten Jahren stark anstiegen, aber die Preise für die Produkte stabil geblieben seien. Vielen fehlt das Geld. Zudem macht ihnen die große Zahl von Umweltauflagen zu schaffen. Nicht zuletzt haben das EU-Embargo für landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Russland und das russische Einfuhrverbot den Agrarproduzenten zu schaffen gemacht. Nun wollen die Organisationen ein Dringlichkeitstreffen mit Premier Xavier Bettel (DP). Der war letzte Woche aber erstmal in Russland. (Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante)

Staatsbürgerschaft – Neuer Anlauf

490_0008_14263834_08_10_2015_Editpress_046128Félix Braz will die Einbürgerung gerechter und einfacher gestalten. Dazu hat der grüne Justizminister einen Vorentwurf für die Reform des Nationalitätengesetzes vorgestellt. Darin wird die nötige Mindestaufenthaltsdauer wieder von sieben auf fünf Jahre gesenkt. Weitere Änderungen gibt es bezüglich der Sprachklausel und des „droit du sol“. Zudem wird die Einbürgerung durch Option wieder eingeführt: eine Prozedur, die einer persönlichen Erklärung entspricht. Die Regierung hat bei dem Entstehungsprozess des Entwurfs die CSV mit ins Boot genommen. Deren Fraktionschef, Oppositionsführer Claude Wiseler, lobt diese Vorgehensweise. Ob es in allen Fragen zu einem Konsens kommt, ist noch offen. (Foto: Editpress/François Aussems)

Zahl der Woche: 60

Millionen Euro investiert Tabakhersteller Heintz van Landewyck in eine neue Fabrik auf „Fridhaff“ bei
Diekirch. Die alte Fabrik in Hollerich hat bald ausgesorgt.

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Großherzog – Karussell und Flugangst

Zuerst war es der Abgang des Hofmarschalls, dann der des Vermögensverwalters, schließlich folgte die Pressesprecherin: Das Personalkarussell ist Teil einer Umstrukturierung am großherzoglichen Hof. Zu den Neuerungen gehört das Kabinett des Großherzogs, das von Michel Heintz geleitet wird. Er soll das Staatsoberhaupt über das politische Geschehen informieren, Audienzen vorbereiten und Reden schreiben. Die Arbeit bei Hofe, an dem knapp hundert Personen arbeiten, soll generell professioneller werden. Neu wird auch ein Mitarbeiterstab sein, der Großherzogin Maria Teresa zuarbeiten soll und an dessen Spitze Guy Schmit steht. Die bisherige Pressesprecherin Isabelle Faber wird ersetzt von einem „Comité de Pilotage“. Der Grund dafür, dass Maria Teresa ihren Gemahl nicht bei einigen Auslandsreisen begleitete, ist auch geklärt: Sie hat panische Flugangst.

490_0008_14265703_manifestation_anti_TTIP_place_ClairfonDemo gegen Freihandelsabkommen – TTIP versus Umweltschutz und soziale Rechte

Rund 1.800 Menschen kamen am Samstag auf die Place Clairefontaine, um gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) zu demonstrieren. Organisiert wurde die Demo von mehreren Organisationen und Gewerkschaften. TTIP sei nicht nur ein Angriff auf den Natur- und Umweltschutz, sondern auch auf die sozialen Rechte, sagte OGBL-Chef André Roeltgen. Die Demonstranten forderten, dass das Parlament klar Stellung gegen TTIP bezieht. (Foto: EDITPRESS/Jean-Claude Ernst)

490_0008_14263118_Carte_d_abonnement_CarlohTransportwesen – Von „Vel’oh“ zu „Carloh“

Die EU-Transportminister haben letzte Woche ihr Treffen auf Kirchberg genutzt, um eine Spritztour mit dem Fahrrad durch die Stadt zu machen – und die Stadt Luxemburg setzt jetzt verstärkt auf Car-Sharing. Dafür wurden 1,5 Millionen Euro in die neue Firma „Carloh“ investiert. Ein Carloh-Wagen kann via Telefon oder per Internet reserviert werden. Mit einer elektronischen Karte sperrt man das Auto auf, bezahlt wird mit der Kreditkarte. Jeder Kunde erhält eine Abrechnung und Daten zu den Fahrten. Stationen gibt es fünf.

Zitat der Woche

„Die Attraktivität von Luxemburg ist jetzt weniger gefährdet als vorher.“ Finanzminister Pierre Gramegna (DP) über den Austausch von Tax-Rulings am 9. Oktober im „Land“

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490_0008_14265385_11_10_2015_Editpress_046678Strassengastronomie – Leckereien auf Rädern

Das erste Festival für Straßengastronomie hat einen großen Anklang gefunden. Bei Herbstsonne strömten am Sonntag neuntausend Besucher in das von der Vereinigung „Food Art“ organisierte Fest in die hauptstädtischen Rotondes. Dort gab es an 20 mobilen Restaurants, sogenannten Food Trucks, aus Luxemburg und der Großregion die Leckereien als „Street Food“ anboten: Burger und Pizza bis zu Hummer, Tacos, Pasta, Salate und Bio-Feinkost. Allerdings ist es für die Food Trucks hierzulande sonst nicht so einfach: Die öffentlichen Verwaltungen geizen mit Genehmigungen, so dass die fahrenden Gastronomen oft auf private Grundstücke ausweichen müssen. (Foto: EDITPRESS/Jean-Claude Ernst)

490_0008_14265399_20151012_L_Journ_e_Internationale_du_dOrganspenden – Strampeln für guten Zweck

Organspenden können Leben retten – ob bei schweren Krankheiten oder bei Unfällen. Mit dem Organspenderpass kann man zu Lebzeiten seine Bereitschaft ausdrücken, seine Organe nach dem Tod zu spenden. Um darauf hinzuweisen, fand am Sonntag, am Internationalen Tag der Organspende, ein „Charity Indoor Spinning Marathon“ in der LuxExpo statt. Dabei waren mehrere hundert Personen, die in verschiedenen Teams jeweils 90 Minuten strampelten, angefeuert von Fitness-Coachs und Musik. Besuch bekamen die „Strampler“ von Prinzessin Claire. (Foto: Martine Feller)

Kongress der Lebensretter – Digitale Feuerwehr

Das Rettungswesen bekommt ein neues Einsatzleitzentrum, verbunden mit neuer Hard- und Software, die ab kommendem Jahr laufen soll. „Mehr und bessere Leistung“ erwartete sich davon Paul Schroeder, Direktor der „Administration des services de secours“ (ASS), auf dem Kongress der „Fédération nationale des corps de sapeurs-pompiers“. Zudem beginnt im November die Umrüstung des Rettungswesens auf den Digitalfunk. Schroeder hat die Reform im Innenministerium maßgeblich mitgestaltet. Die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute ging in den letzten 15 Jahren um 22 Prozent zurück, die der Jugendfeuerwehrleute um 30, die der Freiwilligen bei der „Protection civile“ um 18 Prozent.

490_0008_14265960_MONTAGE_COVER_2015In eigener Sache – Oldtimer-Buch V

Das von vielen erwartete Buch „Autos, die in Luxemburg Geschichte machten, Band 5“ sollte heute auf dem Markt sein. Wegen technischer Probleme bei der Druckerei ist es zu einer Verzögerung gekommen. Wir liefern das Buch so bald wie möglich aus.

Stefan Kunzmann

Journalist

Ressorts: Politik, Investigativ, Aktuelles

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Author: Philippe Reuter

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