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Chronik der Woche 50: Entschleunigt

Während so kurz vor Weihnachten das Leben im Ländchen an Fahrt verliert, kocht es anderswo noch einmal richtig hoch. Doch das Fehlen schlechter nationaler Nachrichten sind ja genau genommen ziemlich gute Neuigkeiten.

490_0008_14701663_339550_original_r_by_christian_evertsbMinisterrat – Pressehilfe

Um die Qualität und Vielfalt der hiesigen Presselandschaft zu erhalten, bleibt die staatliche Pressehilfe vorerst bestehen. Doch auch reine Online-Medien sollen zukünftig Zuschüsse erhalten. Bis zu 100.000 Euro jährlich, abhängig von Größe und Budget. Voraussetzung ist allerdings, dass hauptberufliche Journalisten dort arbeiten und das Produkt nicht als reine Werbeplattform dient. Die Regelung gilt so lange, bis die gesamten Pressehilfe reformiert wird, woran bereits gearbeitet wird.

(Foto: Christian Ewertsbusch/pixelio)

490_0008_14699176_06_12_2016_editpress_342084Bildung – Pisa-Schock, mal wieder…

Als am Dienstagvormittag die Ergebnisse der diesjährigen PISA-Studie veröffentlicht werden, erhält Luxemburg wieder einmal unterdurchschnittliche Werte. Aber ein ernsthafter Aufschrei wie bei den vergangenen Ausgaben bleibt aus. Bildungsminister Claude Meisch bezweifelt gar den generellen Nutzen der Studie für das Land, weil Luxemburg nicht wirklich vergleichbar wäre mit anderen Ländern. Die Medien reden sich indes ein, dass es schon ein Erfolg wäre, den unterdurchschnittlichen Platz wenigstens nicht verschlechtert zu haben. Schließlich seien mittlerweile wesentlich mehr Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen. Und die sind ja bekanntlich schlechter als die Einheimischen. Stimmt alles. Trotzdem ist es erstaunlich, dass ein Land, das mit zu den Spitzenreitern bei den Ausgaben für Bildung gehört, im unteren Mittelfeld landet, wenn es um die Leistung der Schüler geht.

(Foto: Editpress/Tania Feller)

Zahl der Woche: 12

Prozent der Arbeitnehmer in Luxembuerg sind Niedriglohnempfänger. Sie verdienen zwei Drittel oder weniger als der Durchschnitt.

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490_0008_14698089_04_12_2016_editpress_341849Kleeschen-Gate – Stille Post

CSV-Chef Marc Spautz wühlt mit einem Facebook-Eintrag die Politik auf. Er behauptet, dass die Tradition der Kleeschenfeier aus dem gesellschaftlichen Leben verdrängt werden soll. In einigen Grundschulen seien sogar das Singen von Nikolauslieder und der Besuch des Kleeschens bereits verboten. Spautz beruft sich dabei auf eine geheime Quelle. Bildungsminister Meisch erklärt, dass es solch ein Verbot an keiner Schule des Landes gibt und vermutet billigen Wahlkampf hinter der Aktion. Irgendwie passend, dass zeitgleich in Deutschland das Wort „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gekürt wird, was Pippi Langstrumpf ungefähr so erklären würde: „Ich mache mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“.

(Foto: Editpress/Herve Montaigu)

490_0008_14564846_10_05_2016_editpress_305105LuxLeaks – Auf ein Neues…

Zwar wurden die angeklagten Whistleblower Antoine Deltour und Raphaël Halet nur zu kurzen Haftstrafen verurteilt und der beteiligte Journalist Edouard Perrin freigesprochen, trotzdem sind die Anwälte von Deltour und Halet in Berufung gegangen. Denn im sogenannten LuxLeaks-Prozess geht es ums Prinzip: Handeln Whistleblower im Sinne der Allgemeinheit? Tun sie uns allen etwas Gutes, wenn sie geheime Machenschaften von Unternehmen und Staaten öffentlich machen? Eine eindeutige Rechtssprechung gibt es da bislang noch nicht. Die Anzahl der Großkonzerne, die mit Luxemburg ein sogenanntes Tax-Ruling abgeschlossen haben, soll übrigens innerhalb der beiden letzten Jahre um 50 Prozent gestiegen sein -– trotz LuxLeaks. Und laut der Hilfsorganisation Oxfam steht Luxemburg auf Platz sieben der weltweiten Steueroasen.

(Foto: Editpress/Jean-Claude Ernst)

Zitat der Woche:

„Die Steuerreform kommt vor allem den Klein- und Mittelverdienern entgegen“ Finanzminister Pierre Gramegna (DP) am 10. Dezember im RTL Radio

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490_0008_14461911_491_0008_655744_parrot784Mobilität – Per Bus und Bahn

Abends feiern und trotzdem sicher nach Hause kommen? Kein Problem mehr, zumindest für die Bewohner des Südens. Dort stellt das interkommunale Syndikat TICE jetzt Nachtbusse an den Wochenenden und den Vorabenden der Feiertage zur Verfügung. Doch damit nicht genug: Auch die CFL führt zwei Nachtzüge auf der Linie 60 ein. Nicht zu vergessen die Night-Rider-Angebote, die es in vielen Südgemeinden ohnehin gibt. Gründe genug also, das Auto stehen zu lassen und weder sich und andere zu gefährden.

(Foto: Isabella Finzi/editpress)

Spuerkees – Schließungen

Die BCEE wird im kommenden Jahr sieben ihrer 72 Filialen schließen. Grund seien demografische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie ein verändertes Kundenverhalten. Entlassungen werde es trotz der Schließungen keine geben.

490_0008_14528450_071549Radargeräte – Unter Verdacht

Seit Anfang des Jahres sind sie in Luxemburg in Gebrauch. Jetzt hat ein Amtsgericht in Mannheim die Zuverlässigkeit des „PoliScan Speed“ bezweifelt, das auch in Deutschland verwendet wird. Der Messbereich entspricht nicht den deutschen Richtlinien. Auf Luxemburg hat das Urteil wohl erst einmal keinen Einfluss, da die Rechtslage anders ist. Beschwerden werden aber entgegengenommen.

(Foto: Editpress/Isabella Finzi)

490_0008_14700420_20161209_winterlights_palaisLuxembourg light nights – Erleuchtet

Das Original kommt aus der deutschen Hauptstadt. Seit 2004 werden dort jedes Jahr zum Festival of Lights zahlreiche Wahrzeichen der Stadt bunt erleuchtet oder mit Projektionen zum Leben erweckt. Seit vergangenem Jahr findet das Festival unter dem Namen „Luxembourg Light Nights“ nun auch in unserer Hauptstadt statt. Ein bisschen kleiner zwar, aber dafür nicht weniger interessant, wovon sich zahlreiche Besucher am Wochenende überzeugen konnten. Mit projizierten Bildern und Musik wurde Einblick in die Unterlagen und Fotos aus den Archiven des großherzoglichen Hofes gegeben.

(Foto: Martine Feller)

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

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Author: Philippe Reuter

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