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Chronik der Woche 6: Unendliche Weiten

Endlich wurde der erste luxemburgische Satellit ins Weltall geschossen, darauf haben wir schließlich alle gewartet, oder? Dabei gab es auch hier unten tolle Neuigkeiten: eine volle Staatskasse, pünktliche Züge und protestierende Studenten.

Fotos: Fabrizio Pizzolante, Tania Feller, Didier Sylvestre, Isabella Finzi, Stefan Osorio-König, Jean-Claude Ernst (alle Editpress), SIP

Lehrermangel – Auf den Barrikaden

Um den akuten Lehrernotstand an den Grundschulen des Landes zu beheben, plant das Ministerium, Hochschulabsolventen ohne Lehramtsstudium in einer 240-stündigen Fortbildung für den Lehrerjob fit zu machen. Viele Lehramtsstudenten sind dagegen. Sie befürchten, dass sich der Unterricht verschlechtere. Zudem finden sie es ungerecht, dass sie selbst vier Jahre Uni und eine dreijährige Stage-Zeit hinter sich bringen müssen, während der Bachelor in nur drei Jahren erreicht werden kann und noch dazu keine didaktische oder pädagogische Komponente enthalte.

Wetter – Endlich mal Winter!

Kaum zu glauben, aber es gibt ihn noch, den guten alten Winter mit Schnee und kalter Luft. Im Norden des Landes fielen in der Nacht zu Sonntag bis zu zehn Zentimeter Schnee, aber auch das Moseltal war von einer weißen Schicht überzogen, zwar nur hauchdünn, aber immerhin. Nach den verregneten und viel zu warmen letzten Wochen war das nicht unbedingt zu erwarten. Kalt soll es jetzt auch noch werden.

Aktionsplan – Antibiotika

Durch den viel zu hohen Einsatz von Antibiotika sind viele Keime resistent geworden. Dadurch wirken die Medikamente oft nicht mehr. Luxemburg will jetzt etwas dagegen tun und einen nationalen Antibiotika-Rat schaffen. Dieser soll sich vor allem um Aufklärung und Vorbeugung kümmern und zum Ziel haben, die zunehmenden Resistenzen der Krankheitserreger einzudämmen.

Finanzen – Millionenüberschuss

In Luxemburgs Staatssäcklein stapelt sich das Geld: Ganze 358 Millionen Überschuss hat Finanzminister Pierre Gramegna zum Ende des letzten Jahres gezählt. Und dafür die gute wirtschaftliche Lage mit einem Wachstum von vier Prozent verantwortlich gemacht. Aber nicht nur, heißt es aus Regierungskreisen. Auch die eigene vorbildliche Haushaltsdisziplin sei ausschlaggebend für die volle Kasse. Etwas Eigenlob darf schon sein. Doch die Opposition kontert: Noch seien nicht alle Ausgaben von 2017 verbucht. Bis Ende März müsse schließlich noch abgewartet werden, um die tatsächliche Zahl zu erhalten.

Zahl der Woche: 2

Euro kostet seit Anfang Februar die Fahrt mit der Tram. Zuvor war sie kostenlos. Die gute Nachricht ist, dass das Ticket für andere Verkehrsmittel weiterbenutzt werden kann.

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Satellit – Kritik geerntet

Als „historischen Tag für Luxemburg“ bezeichnete die Regierung den vergangenen Mittwoch, nachdem vom amerikanischen Cape Canaveral aus der erste luxemburgische Militärsatellit erfolgreich ins All geschossen worden war. 15 Jahre soll der Satellit von SES auf Position bleiben und sowohl für zivile als auch für militärische Kommunikation zur Verfügung stehen. Zum Start der Rakete, die den Satelliten ins All gebracht hat, war eine ganze Delegation extra nach Florida gereist. Mit dabei das erbgroßherzogliche Paar, Premier Bettel und Vize Schneider. Stimmen aus der Oppostion beklagen, dass „Steuergelder verpulvert“ werden (KPL). Die Linke stellt eine parlamentarische Anfrage wegen der Beteiligung einer Firma an der Herstellung des Satellits, die im Verdacht steht, ebenfalls Teile von Atomwaffen zu produzieren.

Unfallserie – Gefahr für Fußgänger

Noch vor ein paar Monaten informierte das Auswärtige Amt in Deutschland auf seiner Website, dass Fußgänger in Luxemburg gefährlich leben. Nach wahrscheinlichen Protesten wurde dieser Hinweis kürzlich entfernt. Dabei hat er doch genau ins Schwarze getroffen: Als Fußgänger muss man hierzulande besonders aufpassen, wie die Serie an Unfällen allein in diesem Jahr beweist. Am frühen Samstagmorgen passierte wieder einer, im Bahnhofsviertel der Hauptstadt. Dass sich Autofahrer aber auch selbst aufs Korn nehmen, beweisen die bislang sieben Unfalltoten in diesem Jahr.

Anschlag – Joe Thein im Visier?

In der Nacht zu Sonntag sollen Böller auf das Haus von Joe Thein geworfen worden sein und mehrere Fenster beschädigt haben. Das zumindest behauptet der Politiker selbst auf seiner Facebook-Seite. Das frühere ADR-Mitglied war aus der Partei geschmissen worden, nachdem er einen Hasskommentar über Außenminister Asselborn auf Facebook geliked hatte. Vor einem Jahr gründete er seine eigene Partei, danach war es recht ruhig um den 26-Jährigen geworden. Bis letzten Sonntag.

Zitat der Woche

„In meinen Bereich fällt nur die Bestrafung dessen, was nicht erlaubt ist.“ Justizminister Felix Braz zum neuen Prostitutionsgesetz im Tageblatt am 3. Februar

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Polizei – Lichthupe unerwünscht

Wer andere Verkehrsteilnehmer mittels Licht oder Hupe vor Polizeikontrollen warne, handele fahrlässig und gefährlich, richtet die Polizei per Pressemitteilung aus. Es gehe bei solchen Kontrollen nicht nur darum, die Papiere zu kontrollieren oder Leute, die zu schnell unterwegs waren, dingfest zu machen. Manchmal werde eine Kontrolle auch zur “Täterfahndung” eingerichtet, heißt es, wie beispielsweise nach Raubüberfällen oder Kindesentführungen.

Statistik – Pünktlicher Zugverkehr

Auf eine parlamentarische Anfrage hinsichtlich der Verspätungen im CFL-Zugverkehr zitiert Verkehrsminister Bausch die jüngste Statistik. Darin heißt es, dass 94 Prozent aller Fahrten pünktlich begonnen und 91 Prozent auch pünktlich geendet hätten. Lediglich auf der Linie 60 habe es durch den neuen Fahrplan regelmäßig Probleme gegeben, dort sei es auch zu aggressivem Verhalten von Seiten einiger Passagiere gekommen. Wer die Pünktlichkeitszahlen nicht glauben kann, dem sei gesagt, dass bei der Bahn eine Verspätung von bis zu fünf Minuten noch als pünktlich durchgeht. Als verspätet gilt eine Fahrt erst ab der sechsten Minute.

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

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Author: Martine Decker

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