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Da wo der Hammer drängt

BMW ließ die neuen M2 und M5 Competition auf dem Ascari Race Resort von der Leine. Wie trällerte einst Konstantin Wecker: Genug ist nicht genug! Muss es ja wissen, ist ja auch ein Münchner „Bua“.

Kunden eines M5 sind nach internen Umfragen weniger empfänglich für Trips zur Rennstrecke und den Track Days als das die Käufer eines M2, M3 oder M4 sind. Doch der kleine M2, eigentlich schon unser Lieblings-M, weil näher dran am klassischen „Esprit“, wurde jetzt aufgerüstet, bekam einen TwinTurbo für den Reihensechser aus dem M3/M4 eingepflanzt und verschafft sich so einen entscheidenden Vorteil gegenüber der schwäbischen Konkurrenz, wo A-Klasse von AMG und Porsche 718 heuer mit lediglich vier Töpfen unterwegs sind, oder wie der Audi RS3 auf deren fünf kommen. Der M2 ist passé, es lebe der M2 Competition.

Die Nomenklatur der M-Familie wurde ebenfalls angepasst, denn jetzt steigt die Skala in Richtung Rennstrecke vom M Performance über den M High Performance via den M Competition bis hinauf zum M CS (das steht für „Cup Sport“). Spätestens hier kriegt sogar Luis Trenker dann den Höhenkoller, wenn die Drehorgel bis zum Zenit hochdreht und beim M2 Competition bereits eine maximale Leitung über ein breites Drehzahlband bereitstellt: 410 PS von 5.250 bis 7.000 Umdrehungen und 550 Newtonmeter von 2.350 bis 5.200 U/min – das sind immerhin 85 Nm mehr als beim abgelösten M2. Der Vorgänger musste sich auch mit einem einzelnen Turbo begnügen, deshalb gestaltet sich die Kraftentfaltung im Neuen noch einmal einen Tick linearer. Eine massive Domstrebe aus Carbon, die sich wie ein Bumerang vor dem Block ausbreitet, gibt dem Auto zusätzliche Steifigkeit und eine bessere Lenkpräzision, die es nach der Vitaminspritze benötigt.

In Grenzen halten sich ebenso die wenig fundamentalen Veränderungen beim Äußeren.

Die Außenmaße sind fast identisch geblieben (der Competition ist 7 mm kürzer und liegt 4 mm tiefer auf dem Asphalt), auch das Platzangebot innen ist gleich. Die Instrumente sind digital, die Niere und die Frontschürze wurden geändert, die Auspuffanlage den neuen Eckdaten entsprechend angepasst. Der Keuschheitsgürtel der dynamischen Stabilitätskontrolle DSC wurde für zusätzlichen Fahrspaß etwas gelockert. Ein aktives Sperrdifferenzial arbeitet blitzschnell, verarbeitet dabei Gier- und Lenkwinkel, Gaspedalstellung und Bremsdruck, Drehmoment und Radumdrehungen. Das Resultat ist beeindruckend. Fazit: Der M2 Competition wurde in fast allen Belangen noch einmal verbessert, und weil das so ist, wurde sein Preis gesenkt. Nein, war nur ein Witz, natürlich wurde auch der Tarif nach oben hin angepasst.

Beim Übergang vom großen Bruder M5 zum Competition-Modell wurden aus dessen 4,4-Liter-V8 noch einmal zusätzlich 25 PS herausgekratzt. Bei 1.865 kg Kampfgewicht ist das nicht die Welt, aber der normale M5 war mit 600 PS ja auch bereits eine Wucht. Jetzt sprintet der Competition in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und in nur 10,8 s von 0 auf 200 km/h. In diesem Schwergewicht wurde entgegen dem M2 allerdings auch das Fahrwerk verhärtet, damit es die Masse durch die Kurve bringt. Das hat einige kleine Einbußen beim Komfort, die sich allerdings in Grenzen halten. In Grenzen halten sich ebenso die wenig fundamentalen Veränderungen beim Äußeren, wo es viele neue Farbnuancen und Logos und Zierleisten und dergleichen gibt, die aber wie gewohnt alle in Gold aufgewogen sein wollen. Wer sie nicht auf Anhieb erkennt, kann sie in der Preisleiste kaum übersehen. Zehntausend Euro mehr für 25 PS, das muss man erst einmal verinnerlichen.

M2:
+ Jetzt mit wunderbarem Twin-Turbo-Reihensechser
+ Der Handschalter bleibt im Programm
+ Dick, aber nicht zu dick aufgetragen
+ Kein adaptives Fahrwerk nötig
+ Direktwahltasten für Motor und Lenkung
+ Aktives M-Differenzial

M5:
+ Jetzt härter gelagert als zuvor
+ Allradantrieb mit Hinterradvorteil

M2:
Klang jetzt bassiger aber konventioneller
Brutale Preisgestaltung

M5:
Härteres Fahrwerk etwas unkomfortabler
Sehr brutale Preisgestaltung

M2 Competition

2.979 cm3
302 kW/410 PS
@ 5.250-7.000 U/min
550 @ 2.350-5.200 U/min
(*4,2)-4,4 s 0-100 km/h
250 (*280) km/h

Preis: ab 62.200 Euro
Verbrauch: (*9,2)-10,0 l/100 km
CO2: (*209)-228 g/km

(* mit Automatik-getriebe)

M5 Competition

4.395 cm3
460 kW/625 PS @ 6.000 U/min
750 @ 1.800-5.800 U/min
3,3 s 0-100 km/h
250 (*305) km/h

(* mit optionalem M Driver’s Package)

Preis: ab 125.996 Euro
Verbrauch: 10,8 l/100 km
CO2: 243-246 g/km

Eric Netgen

Chefredakteur autorevue

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Author: Philippe Reuter

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