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Das lokale Leben on air!

Die Coronakrise legt seit Wochen den Alltag lahm, doch so unglaublich es auch klingen mag, sie hat viele unserer Mitmenschen erfinderisch gemacht. Ein motiviertes Trio hat ein Programm für lokale Radiosender entwickelt, das regional die Zuhörer informiert und unterhält.

Neben den täglich nicht sehr positiven Nachrichten und der Decke, die uns doch noch auf den Kopf zu fallen droht, bringt uns die Quarantäne, dank der zahlreichen Netzwerke und der ausgesprochen vielfältigen Kreativität vieler unserer Mitmenschen, doch eine gerechte Dosis an Aufheiterung. Neben Kochkursen, Musik aus der Stube, Fitnessübungen, Yogakursen oder Mundschutz-Nähanleitungen haben drei „Minettsdäpp“ Zeit in ein innovatives und lokales Konzept investiert: eine Sendung für lokale Radios.

„Wir wollen unseren Zuhörern vor allem etwas Positives anbieten und aus dieser Krise etwas Positives ziehen.“ 
Steve Kugener vom Lokalradio

„Eigentlich wollten wir anfangs einen Podcast erstellen, mit lockeren und lokalen Themen“, verrät Steve Kugener. „Doch mit der Coronakrise kam alles ein bisschen anders.“ Denn seit der Pandemie steht das alltägliche Leben fast still und einer der einzigen Orte, wo sich die Leute noch austauschen können ohne das Haus zu verlassen, sind größtenteils die sozialen Medien. „So entstand die Idee, ein traditionelles Medium, das Radio, zu nutzen und dieses mit den neuen Medien zu kombinieren, um so viele Zuhörer wie möglich zu erreichen.“ Und so entwickelte sich das „Lokalradio“. Ein Programm, das sich zurzeit auf das lokale Leben der Gemeinden im Süden des Landes fokussiert und zweimal die Woche, Montag und Freitag, von 18 bis 20 Uhr live bei „Radio LRB“ gesendet wird. Später gibt es dann eine Wiederholung bei „Radio Diddeleng“ und auf allen gängigen Plattformen, die Podcasts veröffentlichen. „Das Radio ist leider ein Medium, das auf lokaler Basis in den letzten Jahren ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Dem wollen wir, zusammen mit meinen Kollegen Dave Neiertz und Klot Kieffer, ein Ende bereiten.“

Jede Woche kommt ein Akteur der jeweiligen Gemeinden zu Wort, lokale Geschäftsleute informieren über die verschiedenen Leistungen, die sie den Bewohnern während der Pandemie anbieten können, oder wie die Bürger sie unterstützen können. „Die verschiedenen Gemeinden können uns jederzeit mitteilen, welche neue Initiativen sie ins Leben gerufen haben, um zum Beispiel den Bewohnern den Alltag zu erleichtern“, erklärt Steve. Die Interaktivität wird bei diesem Projekt groß geschrieben. So können die Zuhörer Sprachnachrichten ins Studio schicken, um Familie und Freunde zu grüßen, die sie aktuell vielleicht nicht besuchen können. Zusätzlich gibt es Beiträge vom SNJ (Service National de la Jeunesse) und es wird großer Wert darauf gelegt, lokale und nationale Musiker in den Vordergrund zu setzen.

„Wir wollen unseren Zuhörern vor allem etwas Positives anbieten und aus dieser Krise etwas Positives ziehen. Aktuelle Nachrichten über das Coronavirus überlassen wir den nationalen Sendern“, betont Steve Kugener. „Wir haben auch sofort die Unterstützung der Gemeinden Bettemburg, Roeser und Düdelingen bekommen. Sie waren von unserem Konzept sofort begeistert. Es ist ein Non-Profit Projekt, das uns wirklich am Herzen liegt“, möchte der Moderator klarstellen. Seine Liebe für das Radio entdeckte er bereits mit 15 Jahren, als er seine erste Sendung beim Sender „Radio LRB“ moderierte. Mit 17 startet er eine erfolgreiche Karriere beim Musiksender „Eldoradio“. Doch seit einigen Jahren ist der 33-Jährige nicht mehr „on air“ gewesen. „Es ist eine unbeschreibliche Freude. Wir verfügen beim Radio LRB über ein Studio mit professionellem Material“, erklärt Steve. „Es wäre zu schade, darauf zu verzichten. Leider begeistert das Medium Radio die Jugend nicht mehr wie vielleicht noch vor 15 Jahren. Es fehlt an Nachwuchs. Vielleicht gelingt uns mit unserem Projekt, junge Leute für dieses eher traditionelle Medium zu begeistern. Ich hoffe es auf jeden Fall.“

Das Projekt liegt dem Trio aus dem Süden am Herzen und soll auch nach der Corona-Pandemie weiter existieren.

„Radio LRB“ deckt mit seiner Frequenz den ganzen Süden des Landes und die Hauptstadt ab. Das ist eine beträchtliche Chance für das „Lokalradio“. „Wir haben auch andere Lokalsender kontaktiert, doch bis auf Weiteres haben wir noch keine ausschlaggebende Rückmeldung bekommen“, sagt der Moderator. Das Projekt liegt dem Trio aus dem Süden am Herzen und soll auch nach der Corona-Pandemie weiter existieren.

Vielleicht ändert sich, wie zahlreiche Experten aus diversen Bereichen der Meinung sind, die Menschheit nach dieser Krise wirklich ein bisschen und legt wieder mehr Wert auf das lokale Leben, das Miteinander und den sozialen Zusammenhalt. Dort hätte sicher auch ein Radioprogramm, ganz im Interesse der Bevölkerung, seinen Platz.

Fotos: Lokalradio

Weitere Informationen finden Sie unter www.lokalradio.lu und auf www.facebook.com/lokalradio.lu
Radio LRB – 103,9 FM: www.lrb.lu
Radio Diddeleng – 103,6 FM: www.radiodiddeleng.lu

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Jérôme Beck

Journalist

Ressorts: Wissen, Lifestyle

Author: Martine Decker

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