Der Luxemburger Produktdesigner Olaf Recht lässt aufhorchen: Seine Entwürfe für Lampen und Möbel sind auf das Nötigste reduziert. Mit diesem zeitlosen, skandinavischen Design schickt er sich an, die Branche aufzumischen. (Foto: Ute Metzger)
„Ob ich als Designer die alte Glühbirne vermisse? Eigentlich nicht. Der Glühdraht und die Lichtqualität haben zwar ihren ästhetischen Reiz. Doch es gibt heute schon gute Alter-nativen. Ich finde es spannend, diese neuen Techniken zu erforschen, anzuwenden und auszureizen. Neben der Energieersparnis hat LED den Vorteil, wenig Hitze zu erzeugen“, sagt Olaf Recht über das EU-Dekret verordnete „Aus“ der Glühlampe vor über zwei Jahren. Ohnehin würden die modernen Energiesparlampen bald sowieso nicht mehr von einer Glühbirne zu unterscheiden sein, erklärt er.
Die Welt der Lampen und des Lichts − in diese taucht der 39-jährige Luxemburger voller Leidenschaft ein. Als selbstständiger Produktdesigner kann er sich seine Arbeitszeit frei einteilen. So sitzt er täglich in seiner Wohnung in Kopstal viele Stunden am Computer, zeichnet neuartige Modelle oder biegt und lötet Drähte. Dieses handwerkliche Arbeiten sei spannend und bereite ihm Spaß.
„Ich war schon als Kind kreativ und habe vieles selbst gebaut – darunter auch einige Halogenlampen“, erinnert sich Olaf Recht an die Anfänge und muss schmunzeln. Natürlich sei der Deutsche Ingo Maurer, einer der hellsten Köpfe in der internationalen Lampendesignerwelt, ihm schon früh ein Begriff gewesen. Und das hat er vor allem seinen Eltern zu verdanken. In den 80er Jahren hatten sie einige von Maurers Lichtquellen zu Hause stehen. „Schon damals fand ich die Verspieltheit seiner Modelle interessant. Er war neben den selbst gebauten Niedervolt-Halogenlampen meines Onkels eine Inspiration für mich“, verrät der Lampenkreateur, der in Fentingen und in Sennigerberg seine Kindheit verbracht hat.
Ist die Lampe ein alleinstehendes Objekt, dann ist für Olaf Recht das Spiel mit dem Licht wichtig.
Licht inspiriert. Doch anderes als beispielweise ein Sofa muss eine Leuchte keine er-gonomischen Kriterien erfüllen. Die Freiheit des Lampendesigners scheint (fast) grenzenlos, die Leuchte als Skulptur mit doppeltem Reiz – mit einem Tag- und einem Nachtgesicht. Was macht für ihn eine perfekt, schön designte Lampe aus? „Es gibt Lampen für viele verschiedene Anwendungen und ihr Einsatz hängt stark vom Umfeld ab“, so Olaf Recht. Ist die Lampe ein alleinstehendes Objekt, dann ist für den Luxemburger das Spiel mit dem Licht wichtig. Von leblosen Leuchten, die schon fast zu perfekt sind, hält er dagegen nichts. Das sei uninteressant. „Die Form sollte immer ehrlich und pur sein – mit einem starken Charakter“, meint der blonde Designer. Und genau so kann man auch seinen eigenen Designstil beschreiben: „Mein Stil ist definitiv skandinavisch angehaucht. Mir liegt die nordische Kultur und ihre Lebensanschauung.“ Sinnlose oder dekorative, opulent verschnörkelte Elemente sind nicht sein Ding. Alles ist aufs Nötigste reduziert und soll versuchen mehr oder weniger zeitlos zu sein. Dass er sich momentan vom klassischen Konsumenten-Produktdesign − das sind Modelle mit sehr kurzer Lebensdauer, die schnell durch neue Trends und Technik ersetzt werden − bewusst fernhält, überrascht deshalb nicht.















