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Die Chronik der Woche 36: Take off

Langsam scheint die Aktualität aus den Tiefen des Sommerlochs abzuheben. Am Flughafen werden die Flugzeuge jedenfalls ohne Unterbrechung starten, auch wenn eine kleine Maschine für Verspätungen und Umleitungen sorgte.

Fotos: Jean-Claude Ernst (3), Hervé Montaigu (2), Didier Sylvestre (alle Editpress), Richard Bartz (wiki commons), paukereks (pixelio.de)

LuxLeaks III – Weiterer Gerichtstermin

Es war etwas ruhiger um den LuxLeaks-Prozess geworden, doch Mitte letzter Woche fragten die Anwälte der ehemaligen PwC-Mitarbeiter Antoine Deltour und Raphaël Halet einen Termin für den 23. Novembervor dem Kassationsgericht an. Beide gaben Dokumente ihres Arbeitgebers an Journalisten weiter, die offen legten, inwiefern große Unternehmen die Gesetzeslage des Großherzogtums nutzen, um unter anderem Profite kaum versteuern zu müssen. Nachdem das Urteil in zweiter Instanz gemildert wurde, bleibt abzuwarten, was ein Revisionsverfahren bringen wird.

Doch kein Streik – Einigung am Findel

Nach dem Hin und Her um die Frage, wer denn am Findel das Sagen hat, wurde nun laut dem zuständigen Minister François Bausch doch eine Einigung gefunden. Vor einigen Wochen äußerte die Flughafenverwaltung ANA Bedenken bezüglich des Abwanderns von Kompetenzen im Sicherheitsbereich an den Flughafenbetreiber LuxAirport. Die sollen nun weiterhin bei der ANA bleiben. Auch wird es nicht, wie befürchtet, zu einer Privatisierung der Verwaltung kommen.

Zahl der Woche: 4.685

Euro waren 2015 pro Einwohner vom Staat für Bildungszwecke vorgesehen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 1.405 Euro.

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Ein Stück China – Die BIL unter neuer Regie

Rund 90 Prozent der BIL-Aktien gingen für 1,48 Milliarden Euro vom katarischen Aktionär an die chinesische Holding „Legend“. Die übrigen zehn Prozent bleiben beim luxemburgischen Staat, könnten jedoch in Zukunft auch an die Holding verkauft werden. Letztere versicherte dem Staat, es gebe zumindest in den nächsten drei Jahren keinen Sozialplan. Dass man derartigen Versprechen durchaus trauen kann, hat die Arcelor-Mittal-Story in einer nicht allzu fernen Vergangenheit bewiesen.

Les visiteurs – Europas Zukunft

Vor gut einer Woche empfing Premierminister Xavier Bettel den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und den belgischen Premier Charles Michel in Sennigen. Das Trio unterhielt sich unter anderem über die Zukunft der Europäischen Union und gab bekannt, es würde demnächst ein Zehn-Punkte-Plan erstellt, der neben wirtschaftlichen Aspekten auch auf die Verteidigungs-, Immigrations- und Forschungspolitik eingeht.

3,8 Miilionenfacher Diebstahl – Die begehrte Biene

Seit Längerem ist bekannt, wieso die Anzahl der Bienen stetig abnimmt: Klimawandel und die Pestizide der zunehmend industrialisierten Landwirtschaft setzten den Völkern zu. Und während sich ihre Zahl verringert, steigt ihr Wert. Das erklärt zumindest, wieso ein Imker im Süden des Landes im Laufe des letzten Monats einen Verlust von fast 50 Bienenvölkern zu beklagen hat. Die entwendeten Honigproduzenten wurden auf einen Wert von rund 50.000 Euro geschätzt. Das Ausmaß der Tat lege nahe, so ein Imker auf RTL, dass die Verbrecher zu einem hohen Grade organisiert waren. Denn ein Bienenvolk samt produziertem Honig wiegt mindestens 50 Kilo, sodass einem derartigen Diebstahl zwangläufig eine effiziente Logistik zugrunde lag.

Zitat der Woche

„On aime bien l’Europe tous les trois. On n’a pas connu de guerre […]. On veut que l’Europe ça marche.“ Premierminister Xavier Bettel über das Treffen mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Belgien

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Gedenken an die Opfer – Generalstreik

Es ist nun 75 Jahre her, dass Gauleiter Simon die Wehrpflicht für junge Luxemburger der Jahrgänge 1920 bis 1924 ankündigte. Im ganzen Land traten daraufhin Arbeiter in den Streik. Angefangen mit Wiltz, wo sich rund 700 weigerten, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Um die 2.000 Stahlarbeiter in Differdingen und Schifflingen zogen am gleichen Tag nach. Die Vergeltung der Nazis ließ nicht lange auf sich warten: 85 Männer wurden verhaftet, von denen 21 von einem Standgericht zum Tode verurteilt wurden.

Einsamer Wolf – Nun herrscht Klarheit

Nachdem Mitte Juli acht Schafe einem Raubtier zum Opfer fielen, kursierte die Vermutung, es sei ein Wolf gewesen. DNA-Analysen vom Speichel in den Bisswunden haben nun unwiderlegbar ergeben, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Laut Pressemitteilung der Forstverwaltung war es ein Wolf der sogenannten Alpenpopulation, die sich von den französischen und italienischen Alpen aus verbreitet. So wurden bereits Tiere dieser Population in den Vogesen, in Lothringen und in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Der Bauer, der den Verlust der Schafe zu beklagen hat, wird gemäß eines Aktions- und Managementplans vollständig entschädigt.

Abwegig – Zwischenfall auf Findel

Mitte vergangener Woche kam es auf Findel zu Verspätungen, als eine kleinere Maschine beim Landeanflug von der Bahn abkam und steckenblieb. Der Flughafenbetreiber entschied sich daraufhin, den Flughafen komplett zu schließen, sodass einige Maschinen in Frankfurt-Hahn oder Lüttich zwischenlanden mussten. Lediglich die Maschine des französischen Präsidenten, der sich auf Besuch im Großherzogtum befand, durfte abheben.

Philippe Reuter

Journalist

Ressorts: Land und Leute

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Author: Martine Decker

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