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Die Filmokina 2014

Im Zweijahrestakt pilgert die Crème de la Crème der Fotografie-Industrie nach Köln auf eine der wichtigsten Messen der Branche: die Photokina. Wir waren für Sie mit von der Partie.

In diesem Jahr bahnt sich ein harter Konkurrenzkampf an. Die Rede ist vom Konkurrenzkampf im Videobereich. Während 2012 noch der Fokus auf den spiegellosen Kameras mit wechselbaren Objektiven, den sogenannten Systemkameras, lag, müssen Foto-Kameras eben heutzutage auch filmen können. Zumindest sind die Marktschwergewichte wie Canon und Nikon felsenfest davon überzeugt.

Die neue Spiegelreflex von Canon, die 7D Mark II, sowie Nikons D810 sind in der Lage, in hoher Auflösung (HD) zu filmen. Hochwertige Fotos schießen die High-End Geräte ohnehin. Dass die Konkurrenz in dieser Hinsicht nicht schläft, war vor allem am Samsung-Stand offensichtlich. Selbstbewusst stellten die Koreaner die neuste ihrer Errungenschaften vor: Die NX1. Mit einem hochauflösenden digitalen Sucher ausgestattet, überzeugt die brandneue Systemkamera durch ihren performanten Prozessor, der durchgehend bis zu 70 Bilder in vier Sekunden schafft und Video in 4K aufnimmt. Die gleichzeitig vorgestellten NX-Linsen hinterlassen jedoch nicht den besten Eindruck.

Immer mehr Hersteller bieten Miniatur-Kameras an.

Für Ablenkung sorgten auf Hochglanz geschminkte Foto-Models, die über Stunden hinweg als lebende Dekoration ausharrten und fürs Publikum „turnen“ mussten. Uns fiel trotz der augenscheinlichen Ablenkung insbesondere das Samsung 50-150mm mit seinem schwerfälligen Zoom-Ring und seiner etwas holperigen Anfertigung auf. Hochwertige Linsen herzustellen, bedarf eben Erfahrungswerten, die sich Samsung noch nicht aneignen konnte. Hier besteht definitv noch Verbesserungsbedarf.

Selbstbewusst präsentierte sich auch Zeiss. Mit dem Unterschied, dass hier die Qualität durchgehend stimmte. Der deutsche Hersteller aus Jena von Nobel-Linsen glänzte mit der Einführung der Otus-Reihe. Das 85mm der Reihe geht zwar nicht unter 4.000 Euro über die Ladentheke, doch Zeiss-Kunden lassen sich im Allgemeinen weniger von derartigen Summen abschrecken. Auf unsere etwas peinliche Frage hin, ob Zeiss nun endlich hochwertige Objektivdeckel mitliefert, wurde uns etwas zögerlich versichert, dass das Problem zumindest bei den neuen Otus-Linsen behoben sei.

Neben dem Trend, überall eine Film-Kamera einzubauen, bringen indes immer mehr Anbieter Miniatur-Kameras auf den Markt und hoffen wohl damit, an den Erfolg der portablen GoPRO anzuknüpfen. Wegen ihrer geringen Größe und Handlichkeit ist das Konzept besonders bei Sportlern beliebt, die ihre Heldentaten und gelegentliche Unfälle auf Video festhalten möchten und ins Netz stellen.

Der Polaroid Cube ist nur eines von vielen Beispielen. Mit diversen Halterungssystemen lässt sich das Gerät überall da anbringen, wo es gebraucht wird. Bis zu 90 Minuten kann damit gefilmt werden. Von einer bahnbrechenden Neuheit kann in diesem Fall natürlich nicht die Rede sein. Der Cube zeigt jedoch, inwiefern das Filmen an sich auf der Photokina an Bedeutung gewonnen hat.

Miniatur-Kameras finden unterdessen Anwendung bei den famosen und nicht unumstrittenen Drohnen. Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass an jeder Ecke der Photokina ein Aussteller mit seinen Minifliegern lauerte. Jeder baut Drohnen, die immer weiter und zunehmend länger fliegen und filmen können. Fragen nach der Legalität und der Bewahrung der Privatsphäre geraten ins Hintertreffen. Kein Wunder, denn die Nachfrage ist hoch. Sogar die Terrororganisation Isis benutzt diese Technik, um Stellungen der irakischen Armee und der Widerstandskämpfer der Peschmerga auszuspähen.

In Halle 5 konnten sich die Besucher unterdessen die sagenumwobene Kamera Lytro Illum ansehen. Sie ermöglicht es, bei Fotos den Schärfepunkt bei der Nachbearbeitung festzulegen. Es kann also ganz ohne Autofokus fotografiert werden. Anders als herkömmliche Kameras, zeichnet die Lytro Illum das Bild nicht zweidimensional, sondern räumlich auf. Die knapp 1.000 Gramm schwere Innovation ist für rund 1.500 Euro zu haben.

Neben den großangelegten Marketing-Kampagnen der Marktführer stellten kleinere Betriebe in den insgesamt sieben Hallen vor allem Accessoires aus. Von den Looxis‘ essbaren Bilderrahmen über Belichtungsausstattung für den iPhone bis hin zu professionellem Licht von Qudos für Profi-Fotografen, die Photokina 2014 sprach jedermann an und machte klar, dass die Industrie sich im Umbruch befindet.

Philippe Reuter

Journalist

Ressorts: Land und Leute

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Author: Georges Noesen

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