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Die Toten Hosen

In diesem Sommer spielen Campino und seine Jungs leider nur wenige Konzerte und die „Am Anfang war der Lärm“-Show im Züricher Stadion war im Nu ausverkauft. Wie auch das Konzert in der Rockhal, aber mit viel Glück lässt sich noch ein Ticket ergattern.

Foto: Paul Ripke

Dem Traumfänger von der „Zeit“ vertraute Campino vor Jahren an, dass er als Kind viel mit sich allein gewesen ist und von den Jungs aus der Nachbarschaft nur dann zum Spielen gerufen wurde, wenn die anderen gerade nicht konnten. Demnach verbringt Andreas Frege, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, viel Zeit in seiner eigenen Welt, taucht stunden- oder auch tagelang ab oder spielt in seiner Fantasie Fernsehserien nach. Wenn er nicht für den Radiosender in seinem Kopf die Langspielplatten imaginärer Bands vorstellt. Die erste reale Band, in der er mitmischt, probt noch im Keller eines Schrebergartenhäuschens, und Schwester Judy ist Campinos erster Fan. 1982 gründet der gebürtige Düsseldorfer schließlich „Die Toten Hosen“, die sich mit ihrem engagierten Punkrock eine immer größer werdende Fangemeinde in der linksalternativen Szene erspielt. Die Tatsache, mit drei Akkorden immer wieder neue Generationen für ihre Musik zu begeistern, beschert der Band Millionen verkaufter Alben und diverse Spitzenplatzierungen in den Charts. Und dann geschieht ausgerechnet im Jubiläumsjahr 1997 das Unfassbare: Eine 16-jährige Niederländerin kommt im Gedränge im Rheinstadion in Düsseldorf ums Leben. Die Toten Hosen sagen daraufhin alle weiteren Auftritte ab und kehren erst ein Jahr später auf die Bühne zurück – um bis heute zu bleiben. Zwischendurch tritt Campino auch mal ins Kameralicht und übernimmt in Wim Wenders‘ Film „The Palermo Shooting“ eine Hauptrolle, aber ans Aufhören mit Musikmachen denkt keines der Bandmitglieder. „Solange Johnny Thunders lebt, solange bleib ich ein Punk, solange es was zu trinken gibt, dauern alle unsere Feste an.“ Diese Zeilen vom 1986er Album „Damenwahl“ liefern nach wie vor das Motto der Toten Hosen.

Heute Abend um 20 Uhr in der Rockhal.

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Martine Decker

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