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Edito: Endlich Urlaub

Anfang August ist definitiv Urlaubszeit. Das merkt man unter anderem daran, dass der Stauwahnsinn am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit vor allem während der drei Wochen des „congé collectifs“ fast inexistent ist. Ein großer Teil der Bevölkerung scheint auf jeden Fall zu dieser Zeit das „dolce far niente“ zu genießen und sich irgendwo (im Ausland) zu entspannen.

Wenn man sich nicht nur auf das eigene Gefühl wegen des ausgebliebenen Verkehrschaos verlässt, sondern sich auf stichfeste Zahlen beruft, ist es tatsächlich so, dass die Bevölkerung hierzulande gerne verreist und sich dieses Reisen auch gerne etwas kosten lässt. Im Jahr 2016 haben 390.000 Bewohner von 481.000 im Alter von über 15 Jahren mindestens eine Reise mit mindestens einer Übernachtung gemacht. Drei Viertel haben laut der Zahlen vom Statistikamt Statec mindestens vier Tage übernachtet und waren insgesamt fünf Tage weg. Lediglich 19 Prozent der Bevölkerung (91.000 Menschen) sind letztes Jahr nicht verreist. Die drei häufigsten genannten Gründe hierfür sind Familienzwänge (20 Prozent), gesundheitliche Probleme (20 Prozent) und die eigenen Finanzen (15 Prozent).

Verreisen hat eine positive Auswirkung auf das Wohlbefinden.

Im europäischen Vergleich ist Luxemburg in Bezug auf die finanziellen Möglichkeiten zu verreisen Nummer zwei. Laut Eurostat sollen 2015 nur 13 Prozent der Bevölkerung nicht das Geld gehabt haben, in den Urlaub zu fahren. Besser war nur noch Schweden, wo sich lediglich 8,2 Prozent keine Reise leisten konnten. Der Durchschnitt liegt laut Eurostat bei einem Drittel der Menschen in der EU, die nicht die Möglichkeit haben, sich für eine Woche ins Ausland abzusetzen und mal so richtig auszuspannen. In Rumänien (in der Statistik von Eurostat Schlusslicht) verfügen 67 Prozent der Bevölkerung der Menschen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um zu verreisen.

Dass das Verreisen in andere Länder, das Entdecken neuer Orte oder das Kennenlernen neuer Kulturen einen positive Auswirkung auf das eigene körperliche und psychische Wohlbefinden hat, ist längst bewiesen. Der Tapetenwechsel hilft vielen zumindest zeitweilig, Abstand vom Alltag zu kriegen und vom Arbeitsstress abzuschalten. Kurz: Im Urlaub ist man einfach entspannter.

Und dennoch ist auch im Urlaub nicht alles Gold, was glänzt. Der Tourismuswissenschaftler Jeroen Nawijn hat 2010 eine typische „Urlaubs-Glückskurve“ beschrieben: Am Anfang ist die Laune meistens noch schlecht, erst nach zwei bis drei Tagen steigt die Stimmung steil an und fällt zum Ende des Urlaubs wieder ab. An- und Abreise seien laut dem Niederländer eine Teilerklärung hierfür. Zum Ende des Urlaubs käme allerdings auch noch die Tatsache hinzu, dass der Urlauber weiß, dass der Arbeitsalltag wieder ansteht. Der während dem Urlaub aufgebaute Gute-Laune-Zustand schmilzt bei den Meisten also schneller dahin als eine Kugel Vanilleeis bei 40 Grad am Strand. Aber der nächste Urlaub ist vielleicht ja gar nicht so weit entfernt…

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Aktualität, Politik, Multimedia, Bandporträts

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Author: Martine Decker

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