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Edito: März macht mobil

Unsere Gesellschaft muss sich heute zahlreichen Herausforderungen stellen, welche wegweisend sein werden für die Zukunft der Menschheit. Vom Klimawandel über die Sicherstellung von Nahrungsmitteln und Wasserversorgung bis hin zur Garantie einer globalen Bildung, die gleiche Chancen für alle ermöglicht, um nur diese Beispiele zu nennen. Aber auch eine durchdachte, nachhaltige, effektive und vernetzte Mobilität wird eine Rolle spielen, wenn es darum geht, wie sich unser Alltag in nicht allzu weiter Ferne gestalten wird.

Dass das eigene Auto – egal ob mit Verbrennungsmotor, Hybrid- oder Elektroantrieb – so langsam an seine Grenzen stößt, zeigen die Staubilanzen von ADAC und Co. Auch in diesem Sommer wurden in vielen Regionen und Ländern neue Rekordstaus gemeldet. Eine Entwicklung, die seit Jahren anhält und bislang ist kein Ende der Fahnenstange in Sicht. Dass man in Luxemburg nicht auf die Sommermonate warten muss, um seine Geduld auf die Probe zu stellen, zeigt der ganz normale Alltag. Stau ist der tägliche Begleiter eines jeden Autofahrers und das Straßennetz zu Spitzenstunden mehr als nur ein bisschen überlastet. Die „Freude am Fahren“ mutiert in der Regel viel eher zum „Frust am Fahren“…

Dabei sind die Alternativen – das weiß mittlerweile jedes Kind und selbst im Auto-vernarrten Luxemburg dämmert genau dies immer mehr PS-Aficionados – längst attraktiver. Die Regierung investiert massiv in den öffentlichen Transport. Die Hoffnung: Mit dem Stichdatum vom 1. März 2020 und der damit einhergehenden gratis Nutzung, sollen möglichst viele Autofahrer darüber nachdenken, den eigenen Wagen mal öfter (und wieso nicht immer) bei ihren Pendelfahrten in der Garage stehen zu lassen. Und auch wenn die Gratis-Nutzung sich in Marketing-technischer Sicht gut macht, die Zeit nach dem 1. März wird zu einem Schlüsselmoment in Sachen Transport hierzulande werden. Große Pannen und ewige Verspätungen werden nämlich diejenigen in ihrer Meinung bestätigen, die glauben, in der eignen Blechkarosse sei man immer noch am besten aufgehoben. Transportminister Bausch täte gut daran, genau dies allen Akteuren im Vorfeld in Erinnerung zu rufen.

„Freude am Fahren“ mutiert in der Regel viel eher zum „Frust am Fahren“…

Nicht weniger wichtig als der öffentliche Transport wird in Zukunft auch die sanfte Mobilität – und hier vor allem das Fahrrad – werden. Und auch in diesem Bereich ist schon einiges passiert, aber es gibt noch jede Menge Luft nach oben. Wer sich regelmäßig mit dem Fahrrad bewegt, merkt schnell, dass zum Beispiel Fahrradwege (wenn es denn wirklich welche sind und es sich nicht nur um Alibi-Farbstreifen auf dem Asphalt handelt) ziemlich oft in einem Recht desolaten Zustand sind und Flickwerk statt Grundsanierung oft an der Tagesordnung ist. Wer sich davon überzeugen will, der braucht nur in den „Aessen“ (zwischen Sanem und Ehleringen) auf dem Fahrradweg zu fahren. Dort steht seit Ewigkeiten ein Schild mit der Aufschrift „Chaussée déformée“, um den Drahteselfan vor Gefahren zu warnen. Arbeiten werden aber scheinbar keine durchgeführt…

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

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Author: Philippe Reuter

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