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Edito: Nach Sternen greifen

Von der Cyclocross-Weltmeisterschaft im heimischen Beles über die Tour de France, die dieses Jahr durch Luxemburg führte, von Gilles Mullers Tennis-Erfolgen bis hin zum historischen Sieg der Roten Fußball-Löwen und dem Einsatz der beiden Jeffs in der Zweiten Bundesliga – das Jahr 2017 war sportlich denkwürdig.

Allerdings war auch dieses Jahr wieder von negativen Ereignissen überschattet: angefangen bei erneuten Terror-Attacken sowie Naturkatastrophen wie den Erdbeben von Iran bis Mexiko und den verheerenden Wirbelstürmen Harvey, Irma und Maria, bis hin zu den Sexismus-Skandalen in der Folge der Affäre um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein.

Darüber hinaus bleiben hierzulande vor allem der Start der Tram und eventuell noch das Comeback des Wolfes im Gedächtnis. Oder vielleicht auch Microleidus Melusinae? Das Fossil, vor mehr als 20 Jahren entdeckt, entpuppte sich jetzt als Überbleibsel eines Fischsauriers. Das Skelett ist 185 Jahre Millionen alt.

Dass die dieses Jahr in Kraft getretene Steuerreform so lange überdauert, ist äußerst unwahrscheinlich. Vor allem die Wirtschaft reagierte verhalten. Dagegen sind die Pläne der Regierung in puncto Space Mining vor allem für kreative Start-ups vielversprechend. Die (Weltraum-)Mission von Minister Étienne Schneider, innovative Firmen des Sektors hierzulande anzusiedeln, klingt für manche wie Science-Fiction, für andere ist es eine durchaus vielversprechende Zukunftsmusik.

Auch wenn bei vielen Menschen Skepsis vorherrscht: Die Politik, allzu oft geprägt von Negativschlagzeilen, braucht positive Visionen für die Zukunft, die hoffnungsfroh stimmen. In Zeiten von Trump und Rechtspopulismus sind die Erfolgsgeschichten wie die von Frankreichs neuem Staatschef Emmanuel Macron wahre Lichtblicke. Er hat nicht nur den Ewiggestrigen etwas entgegenzusetzten, sondern auch die europäische Idee mit konkreten Vorstellungen aufgeladen. Auch auf nationaler Ebene braucht der Reformeifer neuen Schwung. Die Regierung von Premierminister Xavier Bettel ist noch nicht wirklich aus dem Stimmungstief heraus. Politisch waren sicherlich die Kommunalwahlen das wichtigste Ereignis. Sie brachten in einigen Gemeinden einen Wechsel und in anderen die Bestätigung der Verhältnisse. Inwiefern sie richtungsweisend für das Wahljahr 2018 sind, ist ungewiss.

Sicher ist, dass die Wirtschaft 2017 als Erfolgsjahr verbuchen kann. Das Wachstum war ordentlich und wird aller Voraussicht nach auch in den kommenden 365 Tagen keine Sorgen bereiten. Zukunftsorientiert zeigen sich dabei vor allem jene, die sich Gedanken darüber machen, wie nachhaltig das Wachstum sein kann und sein muss. Die Diskussion über die Visionen des US-Amerikaners Jeremy Rifkin erzielte schon ihre positive Wirkung. Rifkin als der Anti-Trump hat eine Debatte losgetreten, die uns noch weiter beschäftigen wird. Die digitale Revolution und ihre Auswirkungen ist das Thema unserer Zeit.

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

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Author: alommel

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