Im Zuge der Flüchtlingskrise haben sich in Deutschland die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte binnen zwölf Monaten verfünffacht. 2014 waren es 199 Übergriffe, im vergangenen Jahr 1.005. Über 900 wurden einem eindeutig rechtsradikalen Hintergrund zugeordnet.
Angesichts dieser Zahlen konnte man durchaus Angst haben, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis auch in Luxemburg ein solcher Anschlag verübt würde. Zwar verlief die fremdenfeindliche Attacke auf einen Wohncontainer für Flüchtlinge in Weiswampach glimpflich, dennoch zeigt sie, dass es auch hierzulande Zeitgenossen gibt, die bereit sind, ihren fremdenfeindlichen Gedankenmüll – den sie sonst nur täglich irgendwo im Internet absondern – auch mit Taten zu untermauern. Wenn die grauen mehrheitlich zu braunen Zellen mutieren, sind Leute zu vielem fähig. Leider.
Wenn die grauen mehrheitlich zu braunen Zellen mutieren, sind Leute zu vielem fähig.
Erschreckend auch, dass dieser Vorfall den einen oder anderen Facebook-Stammtischpöbler ermutigte, seine ganz eigenen Erklärungsversuche für den fremdenfeindlichen Übergriff herauszuposaunen. Die meisten Argumentationsreihen sind dabei lediglich das Wiederkäuen von rechtspopulistischen Thesen, wie sie in Deutschland von der AfD oder der NPD in einer mantraartigen Wiederholungsschleife gedroschen werden.
Desinformation, Demagogie, Dummheit und Dreistigkeit stehen immer wie selbstverständlich Pate. Und man kann durchaus befürchten, dass nach dem Weiswampacher Anschlag auch in Luxemburg der eine oder andere sich aufgestachelt fühlt, zur Tat zu schreiten.
Die Justiz hat in den vergangenen Monaten in mehreren Urteilen gezeigt, dass sie im Falle von Volksverhetzung hart durchgreift. Im Falle von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte dürfte die Justiz deshalb bei einer Verurteilung wohl kaum Milde walten lassen. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, pflegt der Volksmund dazu zu sagen.







