Mit bis zu 200 km/h geht es für Chris Leesch auf dem Motorrad über die Rennbahn. Nach dem Studienabschluss will er sich jetzt ganz dem Motorsport widmen und den Sprung ins Profigeschäft wagen.
Text: Daniel Baltes (revue@revue.lu) / Fotos: Archiv Editpress, Patrice Aubert
Noch 15 Minuten bis zum Startschuss. Chris Leesch setzt die Kopfhörer auf. Musik ist sein Mittel, sich von der Hektik um ihn herum abzuschotten. Volle Konzentration, die Strecke fährt er vor dem Start bereits mehrmals im Kopf ab. Er zieht die Schutzjacke zu, steigt aufs Motorrad. Am Start sind alle Augen auf die Startlichter gerichtet. Chris Leesch darf sich jetzt nur noch auf zwei Dinge fokussieren: Schnelligkeit und maximale Präzision.
Bereits im zarten Alter von drei Jahren saß der junge Leesch zum ersten Mal auf einem Motorrad. Es war von Anfang an eine ganz besondere Beziehung zwischen ihm und dem Zweirad. Diese wurde nicht zuletzt von seinem Vater, der ebenfalls im Motorsport aktiv war, gefördert. Mit sechs Jahren fuhr Leesch dann bereits sein erstes Motorcross-Rennen. Obwohl ihm der Spaß hieran nie verloren ging, entschied er, vermehrt seiner Leidenschaft am Radsport nachzugehen. Bis zu seinem 16. Lebensjahr strebte er eine Karriere in diesem Sport an. Diese endete jedoch, ehe sie richtig beginnen konnte, mangels Spaß am kompetitiven Radsport.
Er selbst spricht von dem Chris mit Helm und dem Chris ohne Helm.
Als er dann mit 19, des Studiums wegen, in den Süden Frankreichs zog, bot sich ihm die Option, erstmals Straßenmotorrad zu fahren. „Im Gegensatz zu den meisten Piloten war ich schon sehr alt, um auf die Straßenmaschine umzusteigen“, erzählt er. „Die bereits vorhandene Basis aus dem Motorcross half mir aber, mich schnell weiterzuentwickeln.“ Jetzt, nachdem er seinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre erfolgreich abschließen konnte, will Chris Leesch sich voll und ganz auf den Motorsport konzentrieren. Der Traum im professionellen Sport Fuß zu fassen könnte Wirklichkeit werden.

Den Reiz am Motorsport macht für Leesch vor allem die Kombination aus sportlicher Leistung und mechanischem Können aus. Neben der besten Performance braucht man auch das beste Material, das beste Knowhow. „Es geht dabei natürlich auch um den sogenannten Kick, wenn man mit 200 km/h unterwegs ist“, fügt der junge Sportler hinzu. Allerdings unterstreicht der 21-jährige, dass viele den Motorsport und gerade das hiermit in Verbindung stehende Training sehr unterschätzen. Ein Großteil der Trainingsstunden wird nämlich abseits der Rennstrecke im Fitnessstudio verbracht. Neben der Technik sind auch Kraft und Ausdauer von höchster Wichtigkeit.









