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Ein Stück vom Paradies

Strahlend blauer Himmel, azurblaues Wasser, weiße Häuser – das ist die Costa del Sol. Von Estepona nach Nerja erstreckt sich die spanische Sonnenküste über 143 Kilometer. Eindrücke mehrerer Reisen.

320 Tage im Jahr scheint die Sonne an der Costa del Sol. Das Klima ist ausgeglichen. Egal, zu welcher Jahreszeit es einen gen Süden zieht. Während der Sommermonate finden natürlich viele Touristen nach Spanien und insbesondere nach Andalusien. Doch selbst während der ruhigeren Monate zeigt sich die Küste von ihrer schönsten Seite. Dann herrschen immerhin noch 15 bis 20 Grad – und der Himmel erscheint noch viel tiefblauer als im Sommer. Obwohl Orte wie das Bergdorf Frigiliana im Winter in eine Art Schlaf fallen, macht es sie nicht uninteressanter: Die weißen Häuser, die bunten Fester und Türen, das Blau des Himmels und das Orange der Früchte, die an den Bäumen hängen, kreieren unglaublich schöne Farbkontraste. Obendrein treffen Berge und Küste hier aufeinander. Kein Wunder, dass es bereits mehrmals zum schönsten Dorf Andalusiens gekürt wurde. Kurz vor Ostern erwacht Frigiliana plötzlich wieder. Dann steht der Frühlingsputz an und es wird frisch gestrichen, weshalb es noch wochenlang nach Farbe im Dorf riecht. Die Spanier sind stolz auf ihre Heimat und wollen sie von der besten Seite zeigen.

Geografisch gesehen ist man nicht weit von Afrika entfernt, und das spürt man, sieht man, riecht man.

Ein weiteres Highlight auf der 143 Kilometer langen Küste ist Málaga. Die Stadt mit rund 570.000 Einwohnern verfügt über 300 Restaurants im historischen Zentrum und über 37 Museen. Trotz des jährlichen Touristenansturms ist es eine Stadt, die nicht nur von Touristen lebt. Die Einheimischen sind ebenso präsent, insbesondere je später der Abend wird. Die „Malagueños“ lieben es, sich zurechtzumachen, auszugehen, zu leben. Das merkt man auch, wenn die „Feria“ in der Stadt ist, so wie jetzt gerade. Die „Feria de Agosto“ ist das größte Spektakel der Küstenregion. Sie gehört zu den ältesten europäischen Festivals: Sie wird seit 1491 zelebriert und dauert zehn Tage. Sogar kleinere Orte an der Costa haben ihre „Feria“, wo Farbenpracht auf Flamenco trifft, selbst wenn der Jahrmarkt hier meist nur ein Wochenende dauert.

Ganz besonders an Málaga und der Region ist der maurische Einschlag. Geografisch gesehen ist man nicht weit von Afrika entfernt, und das spürt man, sieht man, riecht man. Der Wind, der über die Costa del Sol fegt, trägt nicht nur Wüstensand mit sich, die Luft duftet nach exotischen Gewürzen von Übersee. Auf den Spuren der Mauren, Phönizier und Römer lassen sich fantastische Bauten wie die Palastanlage Alcazaba oder die Burg Gibralfaro entdecken. Auch der Hafen und der botanische Garten zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Luft duftet nach exotischen Gewürzen von Übersee.

Überzeugen kann die Costa del Sol nicht zuletzt durch ihre wunderbare Mittelmeerküche mit vielen Produkten aus der Region und gutem Wein. Zu den Spezialitäten zählt unter anderem eine Aioli-Soße, die aufgrund der Hitze ohne Eier zubereitet wird. „Porras“ (Churros) werden ebenfalls gerne an der Küste verputzt – nicht unbedingt auf dem Jahrmarkt, so wie wir es kennen, sondern mit heißer Schokolade zum Frühstück. In sogenannten „Chiringuitos de Playa“ kann man die Seele baumeln lassen und den Meeresblick genießen. In diesen besonderen Lokalen werden üblicherweise „Espetos de Sardinas“ zubereitet. Die Sardinen werden auf einem alten, ausrangierten Boot gegrillt, das zu einem großen Grill umfunktioniert wurde. Dann wird der Fisch auf Bambus aufgespießt, mit Zitrone serviert und mit den Händen gegessen. Es ist ein einfaches (Fischer-)Essen. In seiner Einfachheit ist es aber ebenso genial.

Bei wem die Lust auf eine kulinarische, mentale oder tatsächliche Reise an die Sonnenküste geweckt wurde, dem sei das kürzlich bei Editions Schortgen erschienene Band „Costa del Sol – Weiße Dörfer, Rezepte und Meer“ zu empfehlen, das weder als reines Koch- noch Reisebuch zu verstehen ist, es mit seinen 400 Fotos aber ohne weiteres schafft, Fernweh zu wecken.

Fotos: Editions Schortgen

Alcachofas con almejas Artischocken mit Venusmuscheln

Für 4 Portionen
Zubereitung: 20 Minuten

Zutaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Stängel glatte Petersilie
Olivenöl zum Braten
300 g TK-Artischocken-Spalten
oder aus der Dose
200 ml Weißwein
200 ml Gemüsebrühe
500 g Venusmuscheln
20 g Pinienkerne

Zubereitung
Zwiebel, Knoblauch und Petersilie fein hacken.
Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten. Die Artischocken hinzufügen
und anbraten. Mit Weißwein und Brühe ablöschen und eine Minute einkochen lassen.
Die Venusmuscheln hinzufügen, den Topf mit einem Deckel abdecken und die Muscheln garen, bis sie sich geöffnet haben. Die Pinienkerne zu den geöffneten Muscheln geben und vorsichtig vermengen.
Die fertigen Muscheln mit Petersilie bestreuen, und mit frischem Baguette servieren.

„Costa del Sol – Weiße Dörfer, Rezepte und Meer“,
24,50 Euro
ISBN 978-99959-36-77-8.

Françoise Stoll

Journalistin

Ressorts: Lifestyle, Multimedia

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Author: Martine Decker

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