Home » Wissen » Ernährungsmythen

Ernährungsmythen

Dass Spinat viel Eisen enthält, hat sich schon lange als modernes Märchen entpuppt. Wie aber sieht es mit anderen Weisheiten aus? Macht Brot wirklich dick? Und hilft Vitamin C bei Erkältungen? revue gibt Antworten.

FRISCHES GEMÜSE IST AM GESÜNDESTEN

Stimmt nur dann, wenn das Gemüse reif geerntet und auf kurzen Wegen zum Verbraucher gebracht wurde. Gemüse, das jedoch über weite Strecken transportiert werden muss, wird meist in unreifem Zustand geerntet und reift dann nach. Tiefkühlgemüse enthält dagegen viel mehr Vitamine, weil es reif geerntet und dann sofort tiefgefroren wird.


NACH 18 UHR ESSEN MACHT DICK

Stimmt nicht! Grundsätzlich ist es egal, wann man seine Kalorien zu sich nimmt, wenn man nicht mehr als seine Tagesration verspeist. Trotzdem ist es so, dass Kohlenhydrate die Ausschüttung von Insulin anregen, was wiederum den Abbau von Fett hemmt. Deshalb empfehlen Ernährungswissenschaftler, abends auf Kohlenhydrate zu verzichten.


BROT MACHT DICK

Stimmt so nicht. Es kommt nämlich auf das Brot an. Brot aus weißem Mehl hält nicht lange satt und regt stattdessen das Hungergefühl an. Vollkornbrot aber hat viele Ballaststoffe und Kohlenhydrate, die Energie liefern und satt machen.


KAFFEE ENTZIEHT DEM KÖRPER WASSER

Stimmt nicht. Wer viel Kaffee trinkt, muss zwar öfter aufs Klo, trotzdem wirkt der Kaffee nicht entwässernd, wird also in die tägliche Trinkmenge mit eingerechnet.


 SCHOKOLADE MACHT GLÜCKLICH

Stimmt bedingt. Denn sie macht nur die glücklich, die Schokolade mögen. Reize, die auf eine ohnehin schon positive Einstellung stoßen, aktivieren auch das Belohnungszentrum im Gehirn. Von alleine würde das die Schokolade nicht hinbekommen.


 SPINAT ENTHÄLT VIEL EISEN

Falsch! Auf diese Fährte schickte uns vor langer Zeit jemand, der beim Aufschreiben der Messergebnisse ein Komma falsch setzte. In Wirklichkeit ist der Eisengehalt von Spinat nicht der Rede wert. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen enthalten dreimal so viel Eisen. Dafür ist Spinat ein guter Lieferant für die Vitamine C und E und wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Aufwärmen sollte man Spinat aber nicht. Das enthaltene Nitrat könnte durch Bakterien in giftiges Nitrit umgewandelt werden.


 SCHNAPS NACH DEM ESSEN TUT DER VERDAUUNG GUT

Im Gegenteil. Zwar lindert der Schnaps kurzzeitig das Völlegefühl, doch verlangsamt er eher die Verdauung, anstatt sie anzuregen. Wer beim Essen völlig auf Alkohol verzichtet, verdaut dagegen am schnellsten. Und nicht zu vergessen: Alkohol hat jede Menge Kalorien.


 ROHKOST IST GESUND

Stimmt bedingt. Gemüse ist nie verkehrt, aber manchmal ist es doch besser in gekochtem Zustand. Bei vielen Menschen führt Rohkost zu Verdauungsproblemen und Blähungen.


 EIN GLÄSCHEN ROTWEIN HÄLT GESUND

Stimmt vielleicht. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es nicht, doch wenn man von den Inhaltsstoffen des Weines ausgeht, kann das sicherlich gut sein. Denn die Schalen der Trauben enthalten Substanzen, die sich positiv auf die Blutfettwerte auswirken. Auf Weißwein trifft dies allerdings nicht zu, da Weißwein nur aus dem Saft hergestellt wird und nicht aus den ganzen Trauben, wie der Rotwein.


 BEI BLUTHOCHDRUCK SALZARM ESSEN

Weder noch. Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es dazu nicht. Trotzdem raten Ernährungsexperten, lieber weniger als zu viel Salz zu sich zu nehmen.


 EIER ERHÖHEN DEN CHOLESTERINWERT

Stimmt nicht so ganz. Denn ein Ei enthält nicht mehr Cholesterin als ein Schnitzel oder ein Steak. Dafür enthalten
Eier aber wichtige Mineralstoffe und zahlreiche Vitamine.


 ZU VIEL FETT IST UNGESUND

Nicht ganz. Auch hier kommt es auf das Fett an. Zwar kann ein Übermaß an gesättigten Fettsäuren, die in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten sind, zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen, aber ungesättigte pflanzliche Fette haben genau den gegenteiligen Effekt.


 GRAPEFRUITKERNE WIRKEN GEGEN ENTZÜNDUNGEN

Stimmt eingeschränkt. Grapefruitkernextrakt wird aus den Kernen und den weißen Fruchtwänden der Grapefruit hergestellt, die beim Saftpressen als Rückstände anfallen. Sie enthalten große Mengen an Flavonoiden. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Der Extrakt wird deshalb auch als Mittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder im Hals angeboten, etwa zum Gurgeln.


 BEI DURCHFALL COLA UND SALZSTANGEN

Stimmt nicht. Der Gedanke, den Körper bei einer Durchfallerkrankung mit Mineralstoffen und Flüssigkeit zu versorgen, ist nicht schlecht. Doch in Cola und Salzstangen steckt so viel Zucker, dass beides den Durchfall zusätzlich anregen kann. Besser bei Durchfall sind leichte Tees.

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

Teilen ...Email this to someoneShare on Google+Print this pageTweet about this on TwitterShare on Facebook
Author: Philippe Reuter

Login

Lost your password?