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Eva Paulin

Den meisten ist sie als Theaterregisseurin bekannt. Mehr als 50 Inszenierungen an fast allen luxemburgischen Theaterbühnen gehen seit den 1990er Jahren auf ihr Konto. Doch Eva Paulin hat noch eine weitere Leidenschaft: die Malerei.

Weil ihr Elternhaus ein Studium der bildenden Kunst als ein zu unsicheres Fundament für die Zukunft der Tochter ansehen, studiert Eva Paulin Romanistik und Orientalistik sowie Bühnenbild und Kostümkunde. Die Liebe verschlägt sie nach Luxemburg, wo sie sich zunächst als frei schaffende Bühnenbildnerin, später als Theaterregisseurin einen Namen macht und das Theaterfestival in Steinfort mitbegründet. Erst vor drei Jahren erfüllt sich die gebürtige Österreicherin einen ihrer Kindheitsträume und reist nach Montreal, um sich dort drei Monate lang nur der Malerei zu widmen. 2012 stellt sie dort auch erstmals aus: „Echo-qui étiez-vous?“ sei wegweisend für ihre künstlerische Suche nach dem Sinn des Menschenlebens. Eine Suche, die sie mit „Face II Face“ fortsetzt. Die neue Ausstellung vereint Bilder von Köpfen, die wie verdichtete Materie aus dem Hintergrund auftauchen, sich hin und wieder verbinden, mit dem eigenen Schatten verschmelzen oder einfach nur im Raum schweben. Wie Gedanken. „Ich kenne weder die Namen der Dargestellten noch ihre Geschichten, aber trotzdem erzählen die Bilder von Menschen, die entweder glücklich oder unglücklich sind, sich freuen oder sich ärgern.“ Als Betrachter fällt es nicht schwer, sich mit den angedeuteten Gefühlen zu identifizieren, jeder kennt sie, und eigentlich ist nicht mehr verlangt. Für Eva Paulin sind die Kopfbilder innere Kreise, Objekte der Fiktion, festgehaltene Momente. Es gibt ein davor und ein danach, eine Entwicklung, Veränderungen. Klingt etwas kompliziert, ist es keineswegs. Man muss sich die Köpfe als Türen vorstellen, die sich auf das eigene Ich öffnen. So entsteht ein Dialog, ein Ort der Bewusstwerdung.

Vernissage am 19. September um 18 Uhr in Ute’s Galerie in Schrondweiler. Ausstellungsdauer: bis 30. September. Geöffnet von 15-18 Uhr.

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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