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Fast wie geschmiert

Die Prognosen zeigen nach oben, Statec und Zentralbank überbieten einander in ihren positiven Wachstumsaussichten. Die Kritik am Wachstumsprinzip, scheint dabei auf der Strecke zu bleiben – und Nachhaltigkeit spielt auch kaum eine Rolle.

Luxemburger Wirtschaft – Im Wachstumsrausch

490_0008_14215459_log_2Luxemburg ist im Wachstumsrausch wie schon lange nicht mehr, trotz der Zunahme von Firmenpleiten. So prognostiziert es die Zentralbank (BCL). Alle Sektoren der Wirtschaft seien davon betroffen, heißt es im jüngsten BCL-Bulletin. Erklärt wird dies mit der verbesserten internationalen Konjunktur. Zudem habe die europäische Geldpolitik positive Folgen. Die Prognosen liegen zwischen 3,5 und 4,3 Prozent Wachstum, das vor allem durch die Exporte von Gütern und Dienstleistungen angetrieben wird. Eine Indextranche ist wegen der geringen Inflation erst Anfang 2016 fällig. Wenig Verbesserung gibt es bei der Arbeitslosigkeit: Sie soll bis 2017 nur geringfügig zurückgehen. Größter Arbeitgeber in Luxemburg bleibt ArcelorMittal. Der Stahlkonzern beschäftigt hierzulande 4.260 Mitarbeiter und ist damit das einzige Industrieunternehmen unter den Top Five in der vom Statec veröffentlichten Statistik. Unter den ersten zehn befindet sich mit Goodyear nur ein weiterer industrieller Betrieb. Die Dienstleistung überwiegt. Zweitgrößtes Unternehmen nach der Zahl der Beschäftigten ist die Post mit 4.230, gefolgt von der CFL mit 4.060. (Foto: Fabrizio Pizzolante/Editpress)

„Grexit“ oder nicht – Banken bleiben ungeschoren

490_0008_10033362_ABBLDie Luxemburger Finanzaufsicht CSSF hat den Handel mit Papieren verschiedener griechischer Institute an der Luxemburger Börse letzte Woche ausgesetzt. Die Banken in Luxemburg wären nicht direkt von einem „Grexit“ betroffen. Bei ihnen finden sich fast keine Anleihen des griechischen Staates. Diese wurden beim Schuldenschnitt 2012 entweder verkauft oder abgeschrieben, wie Serge De Cillia (Foto), Direktor der Bankenvereinigung ABBL, sagte. Auch mögliche Kredite Luxemburger Banken an griechische Schuldner sind nicht verloren. Denn auch wenn der griechische Staat pleitegeht, müssen die Unternehmen des Landes ihre Schulden begleichen. Außerdem handelt es sich bei den Krediten nur um einen kleinen Betrag. Auch die Fondsbranche hat in den letzten Jahren griechische Wertpapiere abgestoßen. (Foto: Isabella Finzi/Editpress)

Zahl der Woche: 410

Firmenpleiten gab es in Luxemburg im ersten Halbjahr 2015, meldet Creditreform. Damit stieg die Anzahl der Konkurse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um 3,02%.

Hitze – Mikrowelle „Annelie“

490_0008_14215233_01_07_2015_Editpress_029216Es war eine Frage der Zeit, bis die Hitzewelle durch das Hoch „Annelie“, welche die Temperaturen auf weit über 30 Grad klettern ließ, dazu führte, dass die Ozon-Warnschwelle überschritten wurde. Vergangenen Mittwoch wurden im Süden des Landes Werte von mehr als 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Ab diesem Messwert muss die Bevölkerung informiert werden. Körperliche Anstrengungen sollen möglichst vermieden werden. Auf den Autobahnen war Tempo 90 angesagt. Die Nächte brachten nur wenig Abkühlung – von tropischen Nächten spricht man, wenn die Temperaturen nach Sonnenuntergang nicht unter 20 Grad fallen. Da half tagsüber nur der Sprung kopfüber ins Schwimmbecken. Die für Sonntag erwarteten schweren Unwetter blieben aus. Zum Montag gab es immerhin eine leichte Abkühlung von ein paar Grad. (Foto: Isabella Finzi/Editpress)

Polizei-Audit und die Folgen – Mietnot bei Ordnungshütern

Das Audit über die Police Grand-Ducale hat Schwachstellen im Polizeiapparat aufgezeigt. Vor dem Treffen von Minister Etienne Schneider (LSAP) mit den Personalvertretern am 1. Juli gab es bereits Stunk. Pascal Ricquier, Präsident der Polizeigewerkschaft SNPGL, nannte die Reformpläne eine „Riesensauerei“. Zum einen würden etwa 150 Polizeibeamte „mehr als zehnfache“ Mieterhöhungen für ihre Dienstwohnungen erhalten, 50 weitere eine Mietkündigung. Teilweise zahlen Polizisten für eine Mietwohnung in der Nähe ihres Dienstpostens nur 200 Euro im Monat, einige sogar nur 100 Euro oder weniger. Nach einem Gesetz von 1963 darf eine Dienstwohnung nicht mehr als 20 Prozent des Gehalts kosten. Laut Ministerium sollen Dienstwohnungen für Polizisten, Zoll- und Armeeangehörige abgeschafft werden. Rund 290 Mieter von Dienstwohnungen bekamen kürzlich Briefe.

Zitat der Woche

„Die Zockerei muss ein Ende haben. Die Lösung erreicht Griechenland nicht mit Russland oder China, sondern nur mit der Europäischen Union.“ Außenminister Jean Asselborn (LSAP) über das griechische „Nein“ am 6. Juli im Tageblatt

Logement – Debatte wieder mal ohne Ministerin

490_0008_14200806_11_06_2015_Editpress_024748Nur mit einem gemeinsamen Kraftakt von Staat, Gemeinden und Bauunternehmen werde es gelingen, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in den Griff zu bekommen. So das Fazit einer Debatte im Parlament. Einmal mehr wunderten sich manche über die Abwesenheit von Wohnungsbauministerin Maggy Nagel (DP). An ihrer Stelle gab Staatssekretär und Parteikollege Marc Hansen zu verstehen, dass das Programm der Regierung auf einem guten Weg sei. Premier Xavier Bettel nahm seine Parteikollegin in Schutz und erklärte ihre Abwesenheit mit der Arbeitsteilung zwischen Nagel und Hansen. (Foto: Editpress/Isabella Finzi)

Pflegedienst – Kein Dialog

490_0008_14215170_02_07_2015_Editpress_029340Zwischen Pflegesektor und Gesundheitskasse gibt es keinen Dialog mehr. So sieht es zumindest Marc Fischbach, Präsident der COPAS, der Dachorganisation der Alten-, Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen. Der Vorwurf ist nicht zuletzt auf den verantwortlichen Minister Romain Schneider (LSAP) gemünzt. Fischbach kritisierte unter anderem die Sparmaßnahmen „ohne Rücksicht auf Verluste“. Sie hätten eine Reihe von Diensten in finanzielle Not gebracht. (Foto: Editpress/Isabella Finzi)

Centre Hospitalier – Neue Maternité

Im August wird das erste Neugeborene in der neuen Maternité des hauptstädtischen Centre Hospitalier das Licht der Welt erblicken. Die neue Entbindungsstation, in der bis zu 2.500 Geburten pro Jahr möglich sein sollen, wurde vergangene Woche vom großherzoglichen Paar eingeweiht. In der Maternité stehen künftig insgesamt 52 Betten zur Verfügung, 36 davon befinden sich in Einzelzimmern.

Luxtram – Designerbahn

„Urbos“ heißt das Modell des baskischen Herstellers CAF für die Luxemburger Tramfahrzeuge. Es soll sich zumindest optisch ins Stadtbild einfügen. Zudem wurden zwei Künstler – ein Farbspezialist und ein Lichtdesigner – für das Interieur beauftragt. Die erste Tram wird Anfang 2017 geliefert. Sie wird zunächst zwischen der LuxExpo und der „Rout Bréck“ pendeln. Ein Wagen kann bis zu 450 Passagiere fassen. Laut Betreiber kann man mit der normalen Version stündlich bis zu 10.000 Passagiere in eine Richtung transportieren. Die ersten Schienen werden im Mai 2016 verlegt, die Arbeiten an Wartungs- und Lagerhallen haben bereits begonnen. (Foto: LuxTram)
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Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Author: Philippe Reuter

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