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Fit wie ein Turnschuh

Es gibt sicherlich zahlreiche Gründe, sich einen Vierbeiner anzuschaffen. Er haart, zerfetzt Schuhe, kläfft andere Mitmenschen an und hat schlechten Atem. Ganz nebenbei zwingt er seinen Eigentümer aber dazu, sich zu bewegen. Was durchaus positiv zu bewerten ist.

Tricks um in Form zu bleiben und seine Gesundheit zu stärken, gibt es einige: Man kann zum Beispiel ins nächstbeste Fitnessstudio gehen, dort Gewichte pumpen und intensives Cardiotraining betreiben. Allerdings wird jedem Naturliebhaber bei dieser Art von sportlicher Betätigung etwas fehlen: die Natur. Denn 80er-Muckibudenmucke und schlechtes Neonlicht versprühen nicht unbedingt den gleichen Charme, wie zwitschernde Vögel, die gerade den Frühling begrüßen.

Das Problem, zumindest für den Normalsterblichen mit leicht ausgeprägter Couch-Potato-Mentalität: der innere Schweinehund. Die ultimative Antwort, diesen zu überwinden und einen guten Grund zu haben, bei Wind und Wetter vor die Tür zu gehen, ist ein Hund. Denn ein handelsüblicher Kläffer – zumindest, wenn er nicht zur Schönwetter-Fraktion gehört – will raus. Egal ob es stürmt, schneit oder schüttet, wie aus einem Kübel. Deshalb stammt die Redewendung „Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür“ mit großer Wahrscheinlichkeit auch von einem Nicht-Hundebesitzer.

Hunde sind nun mal nicht da, um den ganzen Tag auf dem Sofa zu lümmeln und sich deutsches Unterschichtenfernsehen reinzupfeifen. Auch ein Hundebesitzer kann einen gesünderen Lebenswandel an den Tag legen als das nachhaltige Daumentastaturtraining beim Netflix-Binge-Watching. Also Hund anschaffen, besser noch einen aus dem Tierasyl adoptieren (aber bitte vorher reichlich über die Konsequenzen nachdenken und sich gut überlegen, ob man über die nötige Zeit verfügt) und schon wird der Besitzer selbst aktiv, und bewegt sich, draußen, bei Wind und Wetter. Ich schwöre Ihnen, es ist so und es tut gut.

Auch ein Hundebesitzer kann einen gesünderen Lebenswandel an den Tag legen als das nachhaltige Daumentastaturtraining beim Netflix-Binge-Watching.

Immer mehr Gesundheitsforscher vertreten nämlich die Meinung, dass moderate Bewegung einen vergleichbaren Effekt hat, wie schweißtreibendes Training. Viel ausschlaggebender sei der Zeitaufwand. Eine Stunde mit dem Hund spazieren zu gehen, ist also schon nicht schlecht. Sollten Sie es dennoch etwas sportlicher mögen, die Anzahl an Hundesportarten entwickelte sich in den letzten Jahren ähnlich rasant wie das Auftauchen immer neuer Trendsportarten beim Menschen: Agility, Treibball, Flyball, Dog Dance oder doch Hundefrisbee? Am besten, etwas was zu ihrem Vierbeiner passt. Es gibt mittlerweile sogar „Doga“ also Yoga für den Hund. Wau! Wow! Ziel dieses Trainings: Die Beziehung zwischen dem Hund und seinem Menschen zu stärken, zusätzlich sollen Zweibeiner und Vierbeiner entspannen und ihre innere Ruhe finden. Wer’s braucht…

Denn eigentlich gibt es nichts Entspannenderes als bei heftigem Regen (den ich eigentlich gar nicht mag) mit dem Hund im Wald spazieren zu gehen, man trifft nämlich in der Regel auf niemanden. Keine fluoreszentgekleideten Jogger und keine herumplärrenden Mamils (steht für „middled aged men in Lycra“) mit teuren vollgefederten Carbon-Mountainbikes, die auf breiten Waldwegen umhertuckern. Bei starkem Regen ist die Ruhe vollkommen. Und die kann man genießen. Hund sei Dank. 

Foto: Karin B./Pixabay

Hubert Morang

Stellvertretender Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft, Multimedia

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Author: Philippe Reuter

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