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Fitness mit interaktiver Technologie

Ständig muss sich die Fitnessbranche neu erfinden, um den Erwartungen der immer größer werdenden Nachfrage an sportlichen Aktivitäten gerecht zu sein. Mit neuesten Innovationen und Technologien soll neues Interesse geweckt werden. Auch in Luxemburg.

Wo sind denn hier die Fitnessgeräte? Keine Hantelbank, kein Laufband, kein Crosstrainer und kein Stepper. Sogar die kalte Neonbeleuchtung, die in den meisten Fitnessstudios üblich ist, gibt es hier nicht. Es herrscht eine eher gedämpfte Atmosphäre in dem fast leeren Raum. Nur auf dem Boden befinden sich lumineszierende Linien und quadratische, sowie runde Formen, die für eine eigenartige Beleuchtung sorgen.

Es kommt einem vor, als befinde man sich im Inneren eines Arcade-Videospiels aus den 70er Jahren, mit einer Mischung aus dem berühmten elektronischen Lichtgame „Senso“ und dem total verrückten Gesellschaftsspiel „Twister“. „Man taucht in eine ganz besondere Atmosphäre ein“, betont Frédéric Meyer, der Geschäftsführer von „Touch and Play“. „Während der Sitzung werden Sie von LEDs, Musik und dem interaktiven Bodenbelag regelrecht imprägniert.“

Es kann eine interessante Alternative für Leute sein, denen es normalerweise schwer fällt, in ein Fitnessstudio zu gehen.
Christophe Tironi, Sportlehrer

Zusammen mit seiner Frau Laurence haben beide dieses Konzept, das ursprünglich aus Spanien stammt und in vielen Metropolen für Furore sorgt, nach Luxemburg importiert. Vogue, Elle, Cosmopolitan, die Huffington Post und zahlreiche andere Presseorgane weltweit, sind von der neuen Fitnessmethode regelrecht begeistert. Mit Hilfe von neuen Technologien, wird den Kunden hier in einem 45-minutigen Kurs ein hochintensives Training angeboten, das sowohl interaktiv als auch unterhaltsam sein soll.

„An acht verschiedenen Stationen führen die Teilnehmer jeweils eine Übung durch, die auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmt sind“, erklärt Frédéric. „Auf jeder Station können über 500 verschiedene Bewegungsabläufe angeboten werden.“ Das dank dem Informatiksystem, auf dem alles beruht. An der Wand hängt ein interaktiver Bildschirm, der als Steuerzentrale dient. Ein Fingertip genügt, um das revolutionäre Programm zu starten.

„Es ist ein Videospiel in realer Größe, aber anstatt mit einem Controller zu spielen, spielt man mit dem ganzen Körper“, erklärt Laurence Meyer. Dagegen sehen die klassischen Fitnessstudios eher altmodisch und langweilig aus. Das Konzept wurde allerdings ursprünglich für Spitzensportler entwickelt. „Intensive, aber kurze Übungen sind körperschonend“, erklärt Frédéric. Der schnelle Wechsel von Anstrengung und Erholung ist auch die perfekte Kombination, um Kalorien zu verbrennen. „Wir arbeiten mit einer Methode, die sich EPOC (Exercise Post Oxygen Consumption) nennt. Während einem hochintensivem Intervall-Training entsteht eine Sauerstoffdefizit. Das bedeutet, dass auch 48 Stunden nach dem Training immer noch Kalorien verbrannt werden.“

Nach dem offiziellen Pressebericht kann man mit diesem Gymnastikunterricht bis zu 1.000 Kalorien in nur 45 Minuten verbrennen. Christophe Tironi ist Sportlehrer und hat sich bereit erklärt, die neue Methode für revue auszuprobieren. Wie jeder andere Kunde auch, wird er von einem Sport-Coach während seinen Übungen betreut. „Der Coach ist anwesend, um die verschiedenen Übungen zu demonstrieren, die die Teilnehmer durchführen müssen“, erklärt Laurence Meyer. „Er ist auch präsent, um Sie während der Ausführung der verschiedenen Bewegungen zu korrigieren oder indem er die Übungen entsprechend an Sie anpasst.“

Mithilfe eines interaktiven Brustgurts, den die Sportler tragen, kann der Coach auf dem Bildschirm präzise Messergebnisse mitverfolgen. Angefangen wird aber mit einigen Aufwärmungsübungen. Dann startet der Coach das Trainingsprogramm. Das Stimmungslicht und die Musik ändern sich je nach Übung. Das gibt dem Ganzen eine gewisse Dynamik. Christophe Tironi wird auf Ausdauer, Kraft, Gleichgewicht, Geschwindigkeit und Reaktivität getestet. Die Bewegungen sind intensiv und schnell. Der 28-Jährige kommt nach einigen Minuten schön ins Schwitzen, doch das Lachen vergeht im nicht. Er scheint begeistert. „Man kommt schon ins Schwitzen“, verrät der Sportslehrer, „und verbrennt genug Kalorien. Vielleicht nicht gerade 1.000, aber diese Methode ist sicherlich sehr effizient.“

An den Wänden und am Boden blinken farbige LED-Lichter an und aus. Der Sinn der Übung ist es, sie so schnell wie möglich zu berühren. Dazu kommen eine Ballübung und Bauchmuskelübungen, das Ganze immer noch im intensiven Rhythmus. Jede der acht Übungen dauert 45 Sekunden und dazwischen wird jedes Mal eine kurze Pause eingelegt.

„Die haben das Rad natürlich nicht neu erfunden“, meint Christophe Tironi. „Trotzdem ist die Umgebung und das Ambiente, das hier geschaffen wurde, einfach einzigartig. Es kann eine interessante Alternative für Leute sein, denen es normalerweise schwerfällt, in ein Fitnessstudio zu gehen. Das Konzept ist attraktiv, mit viel Musik, vielen Lichtern und die Präsenz eines Sportcoachs ist natürlich auch sehr interessant und motivierend.“ Dieser eher außergewöhnliche Gymnastikunterricht eignet sich, laut Hersteller, für alle Altersgruppen ab sechs Jahren, da sich das innovative Fitnessprogramm an jeden Teilnehmer anpasst.

Fotos: Philippe Reuter

Mehr Informationen: www.touch-and-play.lu

Jérôme Beck

Journalist

Ressorts: Wissen, Lifestyle

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Author: Martine Decker

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