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Genau jetzt

Gabriele Susanne Kerner, bekannt als Nena, steht bald wieder in Luxemburg auf der Bühne. Die Sängerin ist bekannt dafür, dass sie sich immer wieder neu erfindet. Im revue-Interview erzählt die Rockröhre, wie es ist älter zu werden und warum jeder Moment zählt.

Fotos: Firma Freimauer

Sie kommen am 16. Dezember nach Luxemburg, Sie waren schon einige Male hier, was kommt ihnen in den Kopf wenn Sie an Luxemburg denken?
Dass ich mich in Luxemburg immer sehr wohl fühle.

Auf was können sich ihre Fans freuen?
Auf meiner Setlist stehen Songs aus unterschiedlichen Nena-Zeiten und Lebensphasen. Ich spiele Lieder von meinem neuen Album „Oldschool“, und ohne die „99 Luftballons“ gehe ich sowieso nie von der Bühne. Was die Fans erwarten können? Eine laute, knackige Rockshow mit viel Gefühl. Ich freue mich schon sehr drauf.

Ihnen scheinten Mode und Style wichtig zu sein. Sie selbst haben auch eine Ausbildung zur Goldschmiedin absolviert. Was fasziniert Sie daran, und kreieren Sie manchmal auch noch ihren eigenen Schmuck?
Stimmt, ich habe vor vielen Jahren mal eine Goldschmiedelehre gemacht und damals auch eigenen Silberschmuck entworfen. Mein Werkzeug ist seitdem unbenutzt, aber irgendwann gehe ich das nochmal an und richte mir an einem schönen Ort einen eigenen Goldschmiedeplatz ein.

„Genau jetzt ist die Zeit, neue, freie Lebensideen zu entwerfen und zu leben.“

Wo nehmen Sie ihre Energie her, und glauben Sie an eine Kraft?
Energie entsteht durch bewusstes Atmen, Beten, Dankbarkeit… aber auch durch meine Konzerte, den Austausch mit dem Publikum, meiner Familie… Ich könnte endlos Beispiele für Energiequellen liefern, aber am Ende kommt es doch vor allem darauf an, dass man Liebe und Freude empfindet, für sich, für andere und für das, was man tut. Und ja, ich glaube auf jeden Fall auch an eine Kraft, die mit uns ist.

Würden Sie alles in ihrem Leben genauso noch einmal machen?
Ich würde sofort alles genauso noch einmal machen, aber nur, wenn es mich wirklich flashen würde, das zu tun. „99 Luftballons“ habe ich sicher schon einige tausend Mal gesungen, immer freiwillig (lacht). Das Lied fühlt sich bei jedem Konzert anders an, und ich entdecke darin immer wieder etwas Neues.

Was halten Sie davon, dass Frauen einem gewissen Ideal nacheifern müssen. Alles dreht sich um die ideale Figur, das ideale Gesicht. Schönheits-OPs sind die Regel, und Bulemie oder Magersucht gehören zum Alltag? Und was können wir dagegen tun?
Keine Frau muss irgendwelchen Idealen nacheifern. Wer das tut, entscheidet sich freiwillig dafür. Der Druck von außen ist ohne Zweifel stark, und trotzdem kann man die Eigenverantwortung ja nicht einfach irgendwo abgeben. Warum nicht einfach das eigene Ideal leben?

Haben Sie eine beste Freundin, und wie wichtig ist sie Ihnen?
Ja, ich habe eine beste Freundin, und sie ist mir sehr wichtig.

Was können Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Trefft Euch so oft es geht mit anderen Frauen, tauscht euch aus und stärkt Euch gegenseitig.

Gibt es Sachen, die Sie gar nicht können?
Bisher kann ich zum Beispiel kein Zopfmuster stricken oder ein Flugzeug fliegen. Ich kann noch keine Oper singen, Tennis spielen, oder einen FlickFlack machen… Aber Fakt ist: Alles was Mensch nicht kann, kann Mensch garantiert lernen! Wichtig ist nur, dass man Freude daran hat. Ich spiele gerne Gitarre und habe vor einem Jahr angefangen Fingerpicking zu lernen, eine Technik, von der ich dachte, dass ich sie niemals für mich erobern werde. Meine Begeisterung hat mir dies ermöglicht.

„Alles was Mensch nicht kann, kann Mensch garantiert lernen!“

Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?
Das Leben geht einfach immer weiter, und ich glaube, dass das sogenannte Älterwerden auch nur ein einseitiges, unnötiges Glaubensmuster ist, was für mich einfach nicht stimmt. Mit solchen starren Ansichten engen wir uns selber ein. Genau jetzt ist die Zeit, neue, freie Lebensideen zu entwerfen und zu leben.

Sie werden zusammen mit ihrer Tochter bei „The Voice Kids“ wieder als Jurorin mit dabei sein. Wie wichtig ist ihnen die „Tochter-Mutter“-Relation, und wie sieht diese aus?
Dass ich so schnell wieder auf dem roten Stuhl lande, hätte ich nicht gedacht, und auch noch zusammen mit Larissa, meiner Tochter – besser könnte es nicht sein. Larissa ist Künstlerin, hat viel Bühnenerfahrung, liebt Kinder und Musik. Wir beide sind als Team bei „The Voice Kids“ sehr gut aufgehoben. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit den männlichen Coaches und kann es kaum erwarten, die vielen jungen Sängerinnen und Sänger kennenzulernen, die sich dieser Herausforderung stellen und uns allen garantiert so manches Gänsehauterlebnis schenken werden.

nena2Eins ihrer Lieder heißt: „Genau jetzt“. Schaffen Sie es immer, im Hier und Jetzt zu leben?
Vergangenheit findet in unserer Erinnerung statt, und die Zukunft gestalten wir aus Hoffnungen, Wünschen und Projektion. Ich reise immer wieder gerne in beide Zustände, in das, was war, und in das, was vielleicht noch kommen wird, aber am liebsten lebe ich „Genau jetzt“.

Ohne was können Sie nicht aus dem Haus?
Wenn ich das Haus verlasse, habe ich immer einen Schal dabei, falls es mir um den Hals herum mal kühl wird.

Wenn Ihr Leben ein Film wäre, wie würde der Titel heißen und warum?
Ich habe darüber noch nie nachgedacht, aber so ganz spontan käme mir der Titel „Mach´s doch!“ in den Sinn. Warum? Weil ich mich in diesem Leben dafür entschieden habe, die Dinge, von denen ich träume, umzusetzen und allem, was neu und ungewohnt ist, offen zu begegnen.

www.nena.de

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Author: Martine Decker

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