Seit über 400 Jahren ist Schokolade eines der beliebtesten Genussmittel der Welt. Doch der Weg von der Kakaobohne bis zur Tafel Schokolade ist lang. Wo kommt Kakao eigentlich her und wie entsteht das köstlichste Naschwerk, seit es Süßigkeiten gibt?
Fotos: Gast Zangerlé, Pixabay
Was gibt es Besseres nach einem Spaziergang im Schnee? Ganz klar, ein großer Becher heißer und süßer Schokolade. Am liebsten mit Milch und vielleicht noch einem cremigen Sahnehäubchen obendrauf. Es gibt kaum einen Menschen auf der Welt, der nicht dem genussvollen Zauber des Kakao verfallen ist. Einer Frucht, die bereits vor über 2.500 Jahren in Südamerika angebaut wurde, zunächst von den Olmeken, später von den Maya und schließlich von den Azteken. Als „Geschenk der Götter“ war Kakao damals heilig und so wertvoll, dass die Samenkapseln sogar als Zahlungsmittel verwendet wurden und ihr Verzehr der Oberschicht vorbehalten war.
Die Angehörigen dieses antiken Volkes würden wahrscheinlich verständnislos den Kopf schütteln angesichts der heute üblichen Zubereitungsart. Statt heiß, süß und milchig tranken sie ihren „Xocolatl“ kalt, mit Chili gewürzt und mit Wasser aufgeschäumt. Erst die spanischen Eroberer, denen das Getränk zu bitter schmeckte, fügten ihm Zucker und ihnen bekannte Gewürze wie Zimt hinzu. Das Aztekenreich wurde von ihnen zerschlagen, seine Kultur ausgemerzt, doch den Kakao brachten die Spanier als wertvolle Handelsware Ende des 16. Jahrhunderts liebend gerne mit in ihre Heimat. Von Spanien aus trat der Kakao seinen Siegeszug rasch nach ganz Europa an.
Erst durch das Conchieren wird aus der Rohmasse ein Edelprodukt.










Einen wahren Schatz für Wissbegierige und Schokofans hat der Autor Georg Bernardini mit seiner jüngsten Veröffentlichung geschaffen. Auf fast 1.000 Seiten erfährt der Leser alles, was es über Kakao und Schokolade zu wissen gibt. Der Meisterconfiseur stellt nicht nur 4.000 Produkte von 550 Marken aus 70 Ländern in einem umfangreichen Schokoladenguide vor, sondern erzählt die spannende Geschichte des Kakaos, verrät Insider-Informationen über Marken, Hersteller, Produkte, Herstellungstechniken und Zutaten und betrachtet die zum Teil ausbeuterische Produktion von der ethisch-kritischen Warte aus. Weitere Kapitel behandeln das immer beliebtere Kombinieren von Schokolade mit Wein, Whisky und Rum, „Bean-to-Bar“ sowie „Raw Chocolate“ und Superfood.

