Editorial

Who’s that girl?

 Man muss wirklich kein diplomierter Psychologe sein, um es sofort zu erkennen. Sein Gesichtsausdruck spricht schließlich Bände: Erbgroßherzog Guillaume ist verknallt. Und zwar richtig. Bis über beide Ohren. In den zahlreichen Interviews, die der Thronfolger anlässlich seines 30. Geburtstags gegeben hat, waren die Aussagen über die – bislang noch nicht bekannte – Frau an seiner Seite begleitet von jenem Funkeln und Strahlen in den Augen, zu dem nur schwer Verliebte fähig sind.

Kurzum: Prinz Guillaume schwebt im siebten Himmel. Wunderbar! Man merkt förmlich, wie diese Neuigkeit für ein Aufatmen in Luxemburg gesorgt hat. Nicht, dass wir in irgendeiner Weise daran gezweifelt hätten, dass der fesche Prinz nicht früher oder später seine Märchenprinzessin finden würde – das nicht. Vielmehr ist es einfach schön, nach all den weniger erfreulichen Nachrichten von Eurokrisen, Ministerrücktritten und Staatsverschuldungen, endlich einmal wieder etwas Positives vermelden zu können.

Erbgroßherzog Guillaume ist verknallt. Und zwar richtig. Bis über beide Ohren.

Wenn man Prinz Guillaume zuhört, wie er förmlich von seiner Freundin schwärmt, geht auch einem eingefleischten Nicht-Romantiker das Herz auf. Und fallen in diesem Zusammenhang dann noch Begriffe wie „Traumhochzeit“, „Volksfest mit allen Luxemburgern“ und „große Kinderschar“ schellen bei allen Journalisten die Alarmglocken. Helle Aufregung in den Redaktionsräumen, Kalender werden konsultiert, welches denn ein geeigneter Termin für eine „Royal Wedding“ im kommenden Jahr sein könnte. Anbieten würde sich der 23. Juni. Der Nationalfeiertag fällt 2012 auf einen Samstag, somit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, und auch die Andeutung des Erbgroßherzogs in Richtung „Volksfest“ würde Sinn machen. Denkbar wäre auch das sympathische Konzept, für das sich Prinz William und seine Catherine entschieden haben: Sie haben an einem Freitag geheiratet und den Untertanen somit einen zusätzlichen Urlaubstag beschert.

Aber dies ist natürlich alles reine Spekulation. Genau wie wir über Guillaumes Herzdame lediglich spekulieren können. Was wir wissen: Sie kommt nicht aus Luxemburg, er kennt sie seit fünf Jahren, und seit eineinhalb Jahren sind die beiden ein Paar. Meine These: Vor fünf Jahren hat er sie auf den Olympischen Winterspielen in Turin getroffen. Bekanntlich sind die sportlichen Großereignisse ja ein Top-Event, wenn es um die Knüpfung zarter Bande in Adelskreisen geht. Denken wir nur an Carl Gustav und seine Silvia, an Mary und Frederik aus Dänemark, und auch Albert hat seine Charlène auf einer Sportveranstaltung kennen gelernt. Nach dem ersten Treffen ist man sich vielleicht sympathisch, aber fühlt sich mit 25 – so alt war der Erbgroßherzog damals – eventuell noch zu jung, um eine feste Beziehung einzugehen. Dann im Februar 2010 folgt die Olympiade in Vancouver, man trifft sich wieder und – zack – Amors Pfeil hat ins Herz getroffen. So könnte es gewesen sein. Oder ganz anders. Doch bevor ich mich weiter in wilden Spekulationen übe, bitte ich Sie, liebe großherzogliche Familie, dem ein Ende zu setzen und das Geheimnis zu lüften: Die Vorweihnachtszeit ist schließlich ein Klassiker bei der Bekanntgabe von Verlobungen im Hochadel. Aber das nur so als Idee…

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