Nachgehakt

„Traurig warst du lange genug“

Traurig ist jeder mal, es gehört zum Leben dazu. Wie aber geht man damit um, wenn die Trauer nicht mehr aufhört? Ein Workshop mit den Diplompsychologen Elisabeth Simon (Foto) und Lutz Nelles versucht Antworten zu geben.

REVUE: An wen richtet sich Ihr Workshop?
Elisabeth Simon: Unser Workshop richtet sich in erster Linie an Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, die sich mit dem Thema „Verlust und Trauer“ auseinander setzen möchten, wobei eine Abhängigkeitserkrankung keine Voraussetzung für die Teilnahme darstellt. Wir verstehen Verlust sehr breit und beziehen sowohl den Verlust oder die Trennung von wichtigen Bezugspersonen wie auch Lebensumbrüche mit ein.

„Traurig sein“ und „Trauer“ — ist das dasselbe?
Traurig sein und Trauer ist nicht das Gleiche. Unter Trauer verstehen wir die Zeit nach einem Verlust, die sehr unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Als „Traurig sein“ oder „Traurigkeit“ bezeichnen wir das Gefühl, das mit dem Verlust einhergeht. Trauer und „Traurig sein“ sind jedoch eng miteinander verknüpft.

Ist der Abschied von einem Suchtmittel vergleichbar mit dem Abschied von einem verstorbenen Menschen?
Häufig wird das Suchtmittel zum einzigen und wichtigsten Begleiter, zum besten Freund. Die Abstinenzentscheidung ähnelt dann tatsächlich einem Abschied und geht nach unserer Erfahrung unter Umständen auch mit einem Trauerprozess einher.

In Bezug auf Trauer wird oft von „Trauerphasen“ gesprochen. Gibt es tatsächlich einen bestimmten Ablauf der Trauer, den Menschen durchlaufen?
Die so genannten Phasenmodelle dienen als Orientierungshilfe. Eine Vorhersage von Trauerverläufen ist letzten Endes nicht möglich, da viele Faktoren Einfluss auf die Verarbeitung eines Verlustes haben. Neben den Phasenmodellen stehen inzwischen weitere Prozessmodelle, die eher geeignet sind auch erschwerte Trauerverläufe zu erkennen. Allerdings sind individuelle Trauerverläufe auch damit nicht vorherzusagen.

Am 2. Juni von 10 bis 18 Uhr und am 3. Juni von 9 bis 15 Uhr, www.ama.lu asbl. 1a, rue Christophe Plantin L-2339 Luxembourg, 75 Euro, Anmeldung bis zum 1. Juni unter info@ama.lu oder Tel.: 26 78 28 58.

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