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Chronik der Woche 2: Gut angekommen

Für Luxemburg beginnt das neue Jahr relativ ruhig. Zwar häuften sich die Polizeieinsätze, doch blieb es bei Sachschaden. Indes endeten die Kollektivvertragsverhandlungen bei Luxair erfolgreich, Cargolux muss in die Verlängerung.

Erfroren in Kasachstan – Kältetod
490_0008_14117280_02_01_2015_Editpress_003016Gegen Weihnachten fand die kasachische Polizei die Leiche eines 39-jährigen Luxemburgers zwischen Aqtau und Aqshuqyr. Nach Angaben der örtlichen Behörden und der kasachischen Presse soll der Mann sein Auto am Straßenrand geparkt haben, bevor er an Unterkühlung starb.

Zahl der Woche: 1,18

1,18 Dollar für einen Euro. Am Montag fiel die gemeinsame Währung auf den tiefsten Stand seit März 2006.

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Zu einfache Passwörter – Gehackte Kameras

Foto: Mats Tooming - Fotolia.com

Foto: Mats Tooming – Fotolia.com

Der Datenschutz ist ein zentrales Element in der digitalen Welt. Luxemburg hat ein Problem damit. Es besteht mächtig Nachholbedarf. Zahlreiche privaten Webcams und öffentliche Überwachungskameras wurden gehackt. Das CSV- Tandem Diane Adehm und Gilles Roth stellte vor diesem Hintergrund eine parlamentarische Anfrage unter anderem über künftige Maßnahmen. Premierminister Xavier Bettel (DP) wies in seiner Antwort darauf hin, dass die Kameras der Polizei nicht betroffen waren. Die Ermittlungen waren bisher erfolglos. Es sei zudem nicht gelungen, die Besitzer der gehackten Überwachungskameras ausfindig zu machen. Die Staatsanwaltschaft sei am 28. November über den Vorfall informiert worden. Der Zugang zu den Kameras sei schlecht geschützt gewesen, die Passwörter waren zu einfach.

Ein Hoch auf die TVA – Spritpreise
Der Dezember 2014 war ein guter Monat für Autofahrer in Luxemburg und in der Großregion: Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember, fiel der Diesel-Preis unter die symbolische Ein-Euro-Grenze. So billig war der Treibstoff zuletzt im Jahr 2010. Doch mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer, die am 1. Januar in Kraft trat, endet die gute Nachricht. 1,015 Euro pro Liter Diesel ist die Folge. Der Effekt der TVA blieb also verhältnismäßig gering. Beim 95er und 98er bleifrei führt die neue TVA zu 1,100 Euro, respektiv 1,161 Euro. Die Autofahrer werden es verschmerzen können.

Rückgang zu verzeichnen – Konkurse

Foto: Alain Rischard/Editpress

Foto: Alain Rischard/Editpress

Die Konkurszahlen für das vergangene Jahr zeigen einen Rückgang um 17 Prozent gegenüber 2013. Insgesamt 845 Betriebe meldeten im Vorjahr Konkurs an. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.016. Vor allem die Baubranche scheint sich erholt zu haben. Es wird also kräftig gebaut im Großherzogtum – auf dem Foto zum Beispiel der hauptstädtische Pont Adolphe. Die Pleiten im Bausektor gingen um fast 30 Prozent zurück, im Handel um 17 Prozent. Am wenigsten betroffen war die Produktion. Die Zahl, der in Konkurs gegangenen Betriebe im Alter von mehr als fünf Jahren, ist von 70 Prozent auf 63 Prozent gefallen. Bei den Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind, ist die Konkursquote dagegen leicht angestiegen. Während 2013 noch 310 Betriebe pleite gingen, waren es 2014 nur noch 302. Mit Sicht auf die Bezirke schneidet vor allem der Bezirk Luxemburg mit einem merklichen Rückgang gut ab. Im Bezirk Diekirch stieg die Anzahl der Konkurse derweil um 40 Prozent von 111 auf 154.

900 Menschen in Sicherheit – Flüchtlinge
Mit 900 vorwiegend syrischen Flüchtlinge an Bord steuerte ein Frachtschiff auf die Südküste Italiens zu. Die italienische Marine schaffte es in letzter Minute, Einsatzkräfte an Bord zu bringen, um das Schiff vom Kollusionskurs abzubringen und eine Katastrophe zu vermeiden. Zuvor ging bei den griechischen Behörden ein Notruf ein, der Frachter würde von bewaffneten Männern kontrolliert. Die daraufhin entsandten Patrouille konnte dies jedoch nicht bestätigen. Die italienischen Behörden gehen davon aus, dass es sich hierbei um Menschenschmuggler handelte, die, sobald ein Marineeinsatz bevorsteht, oftmals das Schiff verlassen. Am Freitag eilte die italienische Küstenwache erneut einem Frachter mit rund 450 Flüchtlingen an Bord zur Hilfe.

Zitat der Woche

„Et ass och Zäit, dass d’Politik sech un eis Gesellschaft upasst.“ Premierminister Xavier Bettel im RTL-Neujahrsinterview mit Caroline Maart

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Neujahrsnacht – Über 70 Polizeieinsätze

Foto: Editpress/Jean-Claude Ernst

Foto: Editpress/Jean-Claude Ernst

Jedes Jahr aufs Neue: Die Polizei war in der Nacht zum Jahreswechsel schwer beschäftig. Obwohl es keine ernsten Zwischenfälle gab, gingen die Beamte etlichen Ruhestörungen nach. Exzessives Feuerwerken und zu laute Musik erhitzen manche Gemüter. Des weiteren mussten einige Schlägereien aufgelöst werden. Der Schaden hält sich jedoch in Grenzen: Neben ein paar gesprengten Briefkästen, fielen einige Fensterscheiben, eine Dixie-Toilette und ein Auto den Feuerwerkskörpern zu Opfer. Unterdessen verzeichnete das traditionelle Führerscheinentziehen sieben Erfolge.

Luxair und Cargolux – Verschiedene Richtungen

Foto: Robert Spirinelli

Foto: Robert Spirinelli

Die LuxairGroup und die Gewerkschaften OGB-L, LCGB und NGL-SNEP sind endlich zu einer Übereinkunft im Rahmen der Verhandlungen eines neuen Kollektivvertrages gekommen. Dabei soll die Mehrheit der sozialen Errungenschaften für die Beschäftigten der Gruppe beibehalten werden, die Wettbewerbsfähigkeit der Luxair jedoch gleichzeitig fördern und kurz- und mittelfristige Investitionen ermöglicht werden. Der neue Kollektivvertrag ist am 1. Januar für zwei Jahre in Kraft getreten. Weniger gut sieht es hingegen bei der Cargolux aus. Vor kurzem waren die Verhandlungen erneut gescheitert. Kurz vor Jahresende zog sich die Luftfrachtgesellschaft aus dem Kollektivvertrag zurück. Da es keine Einigung gab, läuft der Vertrag vorerst elf Monate weiter.

Posthume Auszeichnung – Luxemburger des Jahres
Camille Arend und Noémie Siebenaller wurden posthum zu den Luxemburgern des Jahres gewählt. Beide befanden sich auf einer Freiwilligenmission in Afrika für die Asbl „Le soleil dans la main“. Sie befanden sich im Air-Algérie-Flugzeug, das am 24. Juli im Burkina Faso startete und kurze Zeit später über Mali abstürzte. Bei dem Unglück kamen alle Insassen der Maschine ums Leben. Bei der Wahl zu den Luxemburgern des Jahres beteiligten sich auf rtl.lu insgesamt rund 3.000 Menschen, die die beide Entwicklungshelfer mit großer Mehrheit auszeichneten. Der 37-jährige Arend und die 20-jährige Siebenaller waren für ihre Organisation in Burkina Faso aktiv.

Bad parenting – Alkohol am Steuer
In Oberkorn wurde vor wenigen Tagen ein Mann von einer Polizeikontrolle gestoppt. Der Fahrer hatte zu viel getrunken und sich dennoch dafür entschieden, mitsamt fünf Kindern ins Auto zu steigen. Zwei von ihnen mussten sich den Beifahrersitz teilen. Sollte es nicht auch einen Führerschein für Eltern geben?

Philippe Reuter

Journalist

Ressorts: Land und Leute

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Author: Georges Noesen

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