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Hund, Katze, Maus

Kinder können am Zusammenleben mit einem Haustier profitieren. Doch Eltern sollten sich deshalb nicht verpflichtet fühlen, ein Tier anzuschaffen – sie müssen es schon selbst wollen.

Fotos: Daniel Kocherscheidt, Rainer Sturm, Maren Beßler (alle pixelio.de), Philippe Reuter

Kinder und Tiere – das ist ein ganz besonderes Kapitel im Leben jeder Familie. Denn die meisten Kinder haben ein sehr inniges Verhältnis zu Tieren und wollen am liebsten irgendwann selbst eins haben. Dagegen ist eigentlich auch gar nichts einzuwenden, denn das Zusammenleben mit einem Haustier ist prinzipiell förderlich für die Entwicklung eines Kindes. Es lernt dabei, Verantwortung zu übernehmen und sich regelmäßig um das Tier zu kümmern. Außerdem – so haben Forscher der Universität Bonn herausgefunden – zeigen Kinder, die mit Haustieren zusammenleben, bessere Schulleistungen und sind sozial kompetenter. Vorausgesetzt, die Kinder beschäftigen sich aktiv mit dem Tier und entwickeln eine konstante Beziehung zu ihm.

Um die Vorteile zu erkennen, die ein Zusammenleben mit Haustieren mit sich bringt, muss man aber nicht einmal Wissenschaftler zitieren. Da reicht es eigentlich schon, an die eigene Kindheit zurückzudenken. Mit großer Sicherheit waren nämlich die intensivsten Beziehungen die, die wir selbst als Kinder hatten, sowieso die zu unseren Haustieren. Dabei ist völlig egal, um was für eine Art Tier es sich gehandelt hat. Ob Hund, Katze, Meerschweinchen, Kaninchen, Vogel oder Fisch: Erlebnisse mit Tieren vergessen wir so gut wie nie.

Die Wahl des Haustieres hängt stark von den Vorstellungen der Eltern ab.

Doch bevor sich eine Familie dafür entscheidet, ein Haustier anzuschaffen, sollten sich Eltern völlig sicher sein, selbst eins zu wollen (s. Kasten). Ein Tier nur für die Kinder ins Haus zu nehmen, kann schnell zu einer Überforderung führen, die Unruhe und Unfrieden in den Familienalltag bringt. Um Tiere muss man sich jeden Tag kümmern, oft sogar jahrelang. Diese Aufgabe kann ein kleiner Mensch nur mit Hilfe von Erwachsenen übernehmen.

Ist dann das Tier erst einmal im Haus, müssen Kinder behutsam, aber konsequent an die Pflege des Tieres herangeführt werden. Ein Tier ist kein Spielzeug und muss als Lebewesen respektiert werden. Gerade kleine Kinder sind in ihren Bewegungen oft unbeholfen und grob. Um Tiere nicht zu verschrecken, müssen Kinder deshalb lernen, sanft und vorsichtig mit ihnen umzugehen. Neben Bewegung und Aufregung braucht ein Tier auch Ruhe und Entspannung. Und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen auf einen Platz, der ihm gehört und an dem es ungestört ist. Kindern Respekt vor Tieren beizubringen, ist keine schwierige Aufgabe, aber sie kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Erlebnisse mit Tieren vergessen wir nicht.

Die Frage, welches Tier für welches Kind in welchem Alter zu empfehlen ist, muss jede Familie für sich selbst beantworten. Die Wahl des Haustieres hängt auch stark von den Vorstellungen der Eltern ab. Schließlich müssen auch sie viel Zeit mit dem neuen Familienmitglied verbringen. Als „bester Freund des Menschen“ gehören Hunde noch immer zu den beliebtesten Haustieren, sie brauchen allerdings auch die meiste Pflege und regelmäßige Spaziergänge, egal, bei welchem Wetter. Die meisten Hunde sind Kindern gegenüber sehr aufgeschlossen, müssen aber konsequent erzogen werden.

Mit Katzen kann das Zusammenleben schwieriger werden. Wachsen Katzen von Beginn an mit Kindern auf, kommt es selten zu Problemen. Viele ausgewachsene Katzen haben jedoch Schwierigkeiten, sich an kleinere Kinder zu gewöhnen. Anstatt sich anfassen zu lassen, laufen sie lieber weg oder benutzen ihre Krallen, was zu anhaltendem Frust bei allen Beteiligten führen kann. Wer ein Tier mit geringerer Lebenserwartung sucht – Katzen und Hunde können gut 15 Jahre alt werden – sollte an Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen denken, auch wenn diese Tiere nicht so anhänglich und kuschelig sind.

Generell gilt, dass, bevor ein Tier angeschafft wird, zuerst durch einen Test ausgeschlossen werden muss, dass eine Allergie besteht. Stellt man das erst im Nachhinein fest, muss in den meisten Fällen das Tier wieder abgegeben werden, was zu schlimmen Trennungsgefühlen bei allen Familienmitgliedern führen kann. Wenn jedoch keine Allergie vorliegt und auch sonst alles klappt mit dem tierischen Mitbewohner, stellt ein Haustier in jeder Familie eine Bereicherung dar.

Haustiere und Schwangerschaft

Hunde und Katzen merken schnell, wenn das Frauchen schwanger ist. Doch genau wie wir Menschen, sind auch die Tiere unterschiedlich. So kommt eine Katze mit einer Schwangerschaft ihres Frauchens prima klar, eine andere hingegen gar nicht. Veränderungen an ihrem Haustier merken Sie selbst am besten. Zeigen Sie Verständnis! Auch für Ihr Haustier ist es eine Umstellung, wenn ein Baby in die Familie kommt. Führen Sie das Tier langsam an die Babysachen heran. Lassen Sie es das Bettchen und den Kinderwagen beschnuppern, aber sorgen Sie dafür, dass das Tier diese nicht beschlagnahmt. Manche Tiere erleiden Verlustängste und werden eifersüchtig auf das Baby. Da hilft es, sich extra Zeit für das Tier zu nehmen, um ganz für es da zu sein. Genauso wie man es mit eifersüchtigen großen Geschwistern macht. Nur eins ist besonders wichtig: Lassen Sie Tier und Baby nie zusammen allein! Zumindest am Anfang nicht.

Sind Sie bereit für ein Haustier?

Kinder lieben Tiere. Letztendlich sollten aber die Eltern entscheiden, ob die Familie Zuwachs durch ein Haustier bekommt oder nicht. Denn ein Großteil der Verantwortung und die Kosten bleiben an den Eltern hängen. Machen Sie sich deshalb über folgende Fragen Gedanken, bevor Sie sich ein Haustier anschaffen:

Verspüren Sie selbst den Wunsch nach einem Haustier? Oder wollen Sie es nur den Kindern zuliebe anschaffen?
Haben Sie Lust darauf, sich ausreichend darüber zu informieren, wie ihr spezielles Haustier gepflegt werden muss?
Können Sie die Kosten tragen?
Haben Sie und Ihr Kind/Ihre Kinder genügend Zeit, sich um das Tier zu kümmern?
Haben Sie und/oder Ihr Kind/Ihre Kinder Allergien?
Dürfen Sie Haustiere in Ihrer Wohnung halten?
Haustiere riechen manchmal unangenehm, machen Dreck oder haaren – können Sie damit umgehen?

Heike Bucher

Journalistin

Ressort: Wissen

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Author: Philippe Reuter

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