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Jerry Franck

Wenn am 28. Februar die Oscars verliehen werden, darf das Großherzogtum erneut mitfiebern, denn der Luxemburger Produzent Jerry Franck und seine amerikanische Gattin gehen mit einem Dokumentarfilm ins Rennen um die begehrte Trophäe.

Eigentlich wollte Courtney Marsh einen Film über Straßenkinder drehen und reiste mit einem vietnamesischen Klassenkameraden der Filmschule in dessen Heimat. Nach dem Besuch eines Krankenhauses, in dem auch behinderte Kinder versorgt werden, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, beschloss die Regisseurin einige Zeit dort zu arbeiten. So lernte sie Chau kennen, der an den Spätfolgen des „Agent Orange“-Einsatzes der USA während des Vietnamkrieges litt. Trotz seiner Missbildung hatte der Junge einen Traum: Künstler und Designer werden. Mittlerweile hat Chau das Fürsorgeheim verlassen und lebt in Ho Chi Minh City von seiner Kunst. Und die Dokumentation über seinen Alltag ist für den Oscar in der Kategorie „Bester kurzer Dokumentarfilm“ nominiert. Produzent des Films ist der Luxemburger Jerry Franck, Ehemann der Regisseurin und seit seiner Ausbildung zum Kameramann am „Columbia College Hollywood“ in Los Angeles tätig. Obwohl der Vietnamkrieg für viele Amerikaner ein traumatisches Erlebnis geblieben sei, wäre „Chau, beyond the lines“ gut aufgenommen worden, so der 29-jährige Wahlkalifornier. Außerdem sei der Film kein politischer. Es geht einzig und allein um einen Menschen, der alle Einschränkungen seines Daseins überwunden hat und endlich das Leben lebt, von dem er geträumt hat. Obwohl er und seine Frau sich riesig über die Nominierung freuen, sind beide sich auch bewusst, dass es keine Garantie für späteren Erfolg sein wird. Ihre Karrieren werden zwar einen kräftigen Schwung erleben, aber da das Filmemachen in den USA nicht von öffentlichen Geldern unterstützt wird, muss ein nächstes Projekt erneut Privatsponsoren überzeugen, um sich der Finanzierung sicher zu sein. Im Moment macht sich das Paar darüber indes keine Sorgen, sondern fiebert der Oscar-Verleihung am 28. Februar entgegen, wenn es erneut heißt: „And the Oscar goes to…“

www.beyondthelinesfilm.com

Gabrielle Seil

Journalistin

Ressort: Kultur

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Author: Philippe Reuter

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