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Keine Langeweile!

Foodblogs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Was die Seite „passionmeetscreativity“ so besonders macht, hat uns Gründerin Sheyla Dostert verraten.

Text: Jil Baustert (revue@revue.lu) / Fotos: Sheyla Dostert

„Die Leidenschaft zum Kochen habe ich von meinem Vater geerbt. Ich selbst habe aber erst an der Uni angefangen zu kochen“, erzählt die Foodbloggerin Sheyla Dostert. Seit fast fünf Jahren führt sie den Online-Blog „passionmeetscreativity“. Anders als die meisten Blogs folgt sie keiner klaren Richtung, sondern kocht und backt querbeet.

Als Studentin sah sich die heute 32-Jährige gezwungen selbst zu kochen. „Ich war es gewohnt, mich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren. Deshalb kam es für mich nicht in Frage, nur Instantnudeln zu essen, wie es manche meiner Kommilitonen taten.“ Aix-en-Provence liegt nicht gerade um die Ecke, daher konnte man schlecht Papas Essen in Tupperware-Schüsseln jedes Wochenende mit zur Uni nehmen. „Ein großer Vorteil meiner Universitätsstadt waren die Märkte. Ich konnte sehr viel mit frischen Zutaten arbeiten.“

In Aix-en-Provence entstand auch die Idee für den Blog. Dostert fand dort schnell Gleichgesinnte und wollte später mit ihnen die Rezepte austauschen. Die Seite selbst entstand aber erst 2012 in Belgrad. „Nach meinem Studium habe ich dort einen Freiwilligendienst geleistet. Als ich einmal so krank war, dass ich meine Wohnung nicht verlassen durfte, nutzte ich die Gunst der Stunde und machte erste Versuche als Bloggerin.“

„Für mich ist es wichtig, dass für jeden etwas dabei ist!“ Sheyla Dostert

Die auf Englisch verfasste Seite der Luxemburgerin ist gut besucht. Aus aller Welt inspirieren sich Menschen dort. Das liegt wahrscheinlich an der universellen Sprache sowie den abwechslungsreichen Rezepten. „Für mich ist es wichtig, dass für jeden etwas dabei ist“, so Dostert. Es gibt Rezepte zum Kochen, Backen, Schlemmen, aber auch Leichtes und Veganes. Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad nicht zu hoch.

„Es ist für mich wichtig, dass ich mit meinen Rezepten viele Leute anspreche. Selbst Menschen, die sich selbst nicht unbedingt als Koch sehen.“ Es gibt also einfache bis mittelschwere Rezepte zum Nachmachen. Bevor das Rezept online geht, versucht sich die 32-Jährige aber mindestens einmal selbst daran. „Manches klappt schnell sehr gut, andere Rezepte muss ich aber mehrmals ausprobieren, bevor ich damit zufrieden bin.“

Ihre Inspirationsquellen sind genau so vielfältig wie der Blog selbst. Von Kochbüchern, Restaurants, Freunden und Reisen lässt sie sich anregen. Wichtig ist ihr, dass sie überall ihre eigene Note einbringt. Mit einer Ausnahme: „Mein Großvater war ein leidenschaftlicher Bäcker, seit er in Rente war. Er hat immer einen ganz speziellen Apfelkuchen gebacken. Das Rezept hatte er aber nirgends aufgeschrieben, er backte den immer ohne. Kurz nach seinem Tod wollte ich diesen Kuchen unbedingt nachbacken. Das war das einzige Mal bis jetzt, dass ich einen Geschmack genau nachahmen wollte.“

Mit der Frage, welches ihr Lieblingsrezept sei, tut sich die Bloggerin schwer. Trotzdem kann sie sich – nach langem Überlegen – für den „Hazelnut Parsley topped Salmon“ und den „Chocolate Baileys Cake“ entscheiden. Beides sind Gerichte, die schnell und einfach zubereitet sind und einfach jedem schmecken. Den Lieblingskuchen der Hobbyköchin findet man allerdings nicht auf ihrer Seite. „Mein Moelleux au Chocolat ist einfach MEIN Dessert und ich weiß nicht, ob ich bereit bin, dieses Rezept mit anderen zu teilen“, erklärt Dostert grinsend.

Im Allgemeinen freut sie sich aber, wenn sie ihre Rezepte mit anderen teilen kann. „Manchmal senden Freunde oder Leute, die ich nicht so gut kenne, mir Fotos, wenn sie meine Rezepte gekocht haben. Das freut mich immer sehr und ich lass es mir nicht nehmen, diese Bilder dann auf Facebook zu posten.“ Neben dem Blog selbst findet man „passionmeetscreativity“ nämlich ebenfalls auf Facebook und Instagram. Die beiden sozialen Netzwerke kurbeln die Besucherzahlen an.

Der Name des Blogs spiegelt Dosterts Gefühle für ihr Hobby wider. Einerseits ist das Kochen ihre Leidenschaft, andererseits ist die Kreativität in der Küche sehr wichtig für sie. Deshalb reist sie auch gerne, um sich von anderen Kulturen inspirieren zu lassen. Für 2017 plant sie eine Rundreise nach Chile. Hier hofft die Foodbloggerin auf neue Inspiration. „Ich bin gespannt auf die chilenische Küche. Ich war bereits in Brasilien, und ich frage mich, inwiefern sich die südamerikanischen Gerichte länderabhängig voneinander unterscheiden.“

Für die Zukunft versucht die 32-Jährige noch mehr Frühstücksideen zu veröffentlichen. „Das Frühstück ist eine wichtige Mahlzeit, die ich selbst oft vernachlässige. Deshalb möchte ich dieses Jahr mehr Müslirezepte ausprobieren.“ Im letzten Jahr hat sie ein kleines Ungleichgewicht auf ihrer Seite festgestellt. Obwohl sie selbst lieber kocht, findet man unter 2016 mehr süße Rezepte auf ihrer Seite. Das soll sich nun ändern. Eins ist jedenfalls sicher: Langweilig wird es mit ihrem Blog so schnell nicht!

www.passionmeetscreativity.com

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Author: Philippe Reuter

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