Home » Home » Kurz gefasst

Kurz gefasst

Zukunft Fernost I
Seit September 2017 war bekannt, dass der Hauptaktionär Precision Capital aus Katar seine etwa 90 Prozent Anteile verkaufen würde. Die Zukunft der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) liegt nun im Fernen Osten. Die Legend Holdings Corporation erhielt die aufsichtsrechtlichen Genehmigungen für die Übernahme von knapp 90 Prozent. Die Europäische Zentralbank erteilte ebenso ihre Zustimmung wie die Finanzaufsichtsbehörde CSSF. Während die BIL schon seit 1856 existiert, ist die Legend Holdings Corporation eine der größten chinesischen Investment-Holdings. Ungefähr zehn Prozent der BIL bleiben übrigens in der Hand des luxemburgischen Staates. Der Verwaltungsratsvorsitzende ist Ex-Finanz- und Justizminister Luc Frieden. Der Franzose Hugues Delcourt bleibt Geschäftsführer. Das aktuelle Geschäftsmodell der BIL wird beibehalten. Sie bleibt eine Universalbank, die vor allem in den Bereichen Retail, Private und Corporate Banking sowie auf den Kapitalmärkten aktiv ist.

Auf Bewährung
Die Reform des Strafvollzugs ist längst überfällig. Zum einen muss die Gefängnisverwaltung reorganisiert werden. Zum anderen gab es erheblichen Nachholbedarf, was die Beschwerdemöglichkeiten von Häftlingen angeht. Ein Herzstück der Reform ist jedoch der „plan volontaire d’insertion“. Den Wiedereingliederungsplan soll ein Bewährungshelfer zusammen mit dem Gefängnisinsassen sofort nach dessen Verurteilung in Angriff nehmen. Das sind nur drei, aber wesentliche Punkte der Reform, die notwendig ist.

Dingo Bingo
Eigentlich sind ihre Hauptaufgaben Patrouillen und Konvois. Sie sollen Gewehrbeschuss und Landminen standhalten. Die Dingos aus der deutschen Waffenschmiede Krauss-Maffei gelten als besonders sicher. Vor zehn Jahren beschloss die Regierung, für die luxemburgische Armee, 48 der gepanzerten Fahrzeuge anzuschaffen, um damit die bisher benutzten amerikanischen Humvees zu ersetzen. Nach dem Regierungsantritt vor nunmehr fast einer Legislaturperiode meinte Verteidigungsminister Etienne Schneider, die Hälfte davon hätte es auch getan. Ist also die Hälfte der insgesamt 120 Millionen Euro Kosten zum Fenster rausgeworfen? Zumindest bestehen nach wie vor Zweifel an der Betriebsbereitschaft der Luxemburger Dingos. Ihre Einsatzquote liegt nach Angaben des Ministers bei etwa 45 Prozent. Schneider erklärte in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des adr Abgeordneten Fernand Kartheiser, dass die Waffensysteme des Wagens zum Teil überholt seien. Verschiedene Komponenten würden vom Hersteller nicht mehr geliefert werden.

Zukunft Fernost II
Viel wird über den Einfluss Chinas in die europäische Wirtschaft gesprochen, weniger über das Engagement südkoreanischer Unternehmen. Insgesamt gibt es etwa zehn südkoreanische Firmen in Luxemburg. Eine davon ist Circuit Foil. Der Hersteller ultradünner Kupferfolie für Smartphones, Bankkarten und Elektroautos beschäftigt 280 Personen in Luxemburg. Sitz ist Wiltz. Ein anderes Unternehmen ist Sam Hwa Steel, das seit 14 Jahren in Düdelingen Stahlfedern für Autofahrwerke produziert. Des Weiteren ist der Hyosung hier aktiv, neben Samsung, LG und Hyundai einer der koreanischen Großkonzerne. Kein Wunder, dass Premierminister Xavier Bettel sich auf Dienstreise nach Südkorea begab, nicht zuletzt stand die Unterzeichnung von zwei Absichtserklärungen auf dem Programm. Ziel ist es unter anderem, südkoreanische mit luxemburgischen Unternehmen in Verbindung zu bringen.

Kehrseite der Medaille
Im internationalen Vergleich steht Luxemburg gut da, was Korruption betrifft. Bestechung spielt im Alltag kaum eine Rolle, liest man länderübergreifende Untersuchungen. Die Organisation Transparency International führt das Großherzogtum im sogenannten Korruptionsindex auf Platz acht, und das World Economic Forum stuft Luxemburg sogar als Nummer eins der Musterstaaten in diesem Punkt ein, berichtete das Tageblatt vor einigen Tagen. Allerdings – und dies ist die andere Seite der Goldmedaille – werde auch kaum etwas unternommen, proaktiv gegen das Problem vorzugehen. Zu diesem Schluss kommen die Experten von der „Staatengruppe gegen Korruption“ (Greco). Erstens gibt es kaum eine Tradition des investigativen Journalismus hierzulande, zweitens gibt es noch immer kein Gesetz zur Informationsfreiheit, das den Bürgern und der Presse die Einsicht in Dokumente der öffentlichen Verwaltung garantiert.

Ende der Showtime
Hohe Flammen loderten, das betroffene Viertel war von der Polizei abgeriegelt, und eine gigantische Rauchwolke prägten das Escher Stadtbild am vergangenen Montag. Der Zugverkehr zwischen der Minett-Metropole und Rodange war wegen der starken Rauchentwicklung sogar für eine kurze Zeit eingestellt. Als Dachdecker am Nachmittag die Feuerwehr benachrichtigen, brannte das Veranstaltungslokal Showtime bereits lichterloh. Eine angrenzende Halle brannte völlig ab. Insgesamt waren 116 Feuerwehrleute aus zwölf Interventionszentren im Einsatz. 30 Feuerwehrwagen waren vor Ort.

Stefan Kunzmann

Chefredakteur

Ressorts: Politik & Wirtschaft

Teilen ...Email this to someoneShare on Google+Print this pageTweet about this on TwitterShare on Facebook
Author: Philippe Reuter

Login

Lost your password?